Fußball WM
DFB-Frauen setzen zum Sprung an die Spitze an

In Ulm tritt die Frauen-Nationalmannschaft des DFB heute ab 17 Uhr zum WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz an. Bei einem hohen Sieg winkt dem Team von Trainerin Silvia Neid die Tabellenführung in der Gruppe vier.

Ein Auftrag, ein Jubiläum und viel Nostalgie: Deutschlands Weltmeisterinnen wollen das Erfolgsjahr 2005 heute mit einem Sieg in einem ganz besonderen Spiel abschließen. Vor allen Dingen Silvia Neid könnte im WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz in Ulm (17.00 Uhr/live im ZDF) in Erinnerungen schwelgen, aber die erfolgsorientierte DFB-Trainerin setzt klare Prioritäten.

"Ich erwarte einen Sieg, mit dem wir unsere Ausgangslage auf dem Weg zur WM 2007 in China weiter verbessern wollen. Ich verlange, dass wir ein hohes Tempo gehen und vor dem Tor hungrig sind", formulierte Neid ihren Anspruch an die Europameisterinnen, die mit dem dritten Sieg in der dritten WM-Quali-Partie erstmals die Führung in der Gruppe vier übernehmen könnten. Allerdings muss der Europameister in Ulm auf die EM-Torschützenkönigin Inka Grings aus Duisburg (Muskelverhärtung im Oberschenkel) verzichten.

Jones vor Aufnahme in den "100er"-Klub

Besonders Abwehr-Chefin Steffi Jones vom deutschen Meister 1. FFC Frankfurt fiebert ihrem 100. Länderspiel entgegen. Das Jubiläum beschert der 32-Jährigen als 14. deutscher Auswahlakteurin die Aufnahme in den "Hunderter-Klub". "Es ist etwas Großartiges. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich die 100 einmal voll kriege", bekannte Aushängeschild Jones, die ihre schönsten Momente im DFB-Dress ausgerechnet im Donaustadion in Ulm erlebte. "Das EM-Finale 2001 war der Wahnsinn, so etwas vergisst man nicht", betont Jones und denkt mit Gänsehaut an ein Highlight des deutschen Frauenfußballs zurück.

18 000 Fans in der ausverkauften Arena feierten vor vier Jahren euphorisch den Europameister nach dem Finalsieg gegen Schweden (1:0 n.V.). "Man hat bei der Lautstärke sein eigenes Wort nicht mehr verstanden. Es war unglaublich, für uns so ungewohnt, einfach unvergesslich", erinnert sich Neid, die damals als Co-Trainerin fungierte.

An der "heiligen Stätte" werden Neid aber auch aus einem anderen Grund nostalgische Gefühle überkommen. Gegen die Schweiz absolvierte die Frauen-Nationalmannschaft 1982 ihr erstes Länderspiel überhaupt. Die damals 18-jährige Neid wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt - und erzielte beim 5:1-Sieg gleich zwei Treffer. "Mein erster Ballkontakt war gleich ein Tor", erzählt die "Bundestrainerin" schmunzelnd.

DFB-Team peilt Sprung an die Spitze an

Ihr Einstand als DFB-Chefcoach ist Neid mit zwei Erfolgen in den ersten beiden Spielen der WM-Qualifikation gegen Russland (5:1) und Schottland (4:0) auch geglückt. Gänzlich zufrieden war die 41-Jährige mit den Leistungen ihres Teams aber nicht. "Wir haben uns das Leben doch sehr schwer gemacht. Es dauerte einfach zu lange, bis wir gut kombiniert haben", kritisierte Neid und verspricht gegen die Schweiz (bisher ohne Punkte) Besserung. Derzeit führen die Russinnen die Gruppe vier mit neun Punkten aus vier Spielen an, Deutschland folgt mit zwei Partien weniger (6 Zähler) auf Platz 2. Nach der Begegnung in Ulm wird die WM-Qualifikation am 11. Mai mit dem Duell gegen Irland in Cottbus fortgesetzt.

© SID

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