Fußball WM
DFB-Frauen vor Viertelfinal-Hürde gegen Nordkorea

Im Viertelfinale trifft das DFB-Team der Frauen bei der WM in China heute auf Nordkorea. Vor der bislang größten Hürde ist Trainerin Silvia Neid optimistisch: "Ich habe das Gefühl, dass alle wissen, um was es geht."

Die Zuversicht ist groß, die Anspannung steigt dennoch: Die deutschen Fußballfrauen stehen bei der Weltmeisterschaft in China vor der bislang höchsten Hürde auf dem Weg zu einer erfolgreichen Titelverteidigung. "Ich habe das Gefühl, dass alle wissen, um was es geht. Und wenn wir dagegenhalten, dann werden wir dieses Spiel gewinnen", sagte DFB-Trainerin Silvia Neid vor dem Viertelfinale gegen den zweimaligen Asienmeister Nordkorea heute (11.00 Uhr Mesz/live in der ARD und Eurosport) in Wuhan.

Nordkorea hat Deutschland den Kampf angesagt und angekündigt, mit nichts weniger als dem WM-Titel zufrieden zu sein. Silvia Neid kontert: "Wir haben dreimal kein Tor kassiert und 13 Tore geschossen. An deren Stelle hätte ich Respekt vor uns", sagte sie.

Personell aus dem Vollen schöpfen

Personell kann die 43-Jährige wieder aus dem Vollen schöpfen kann. Simone Laudehr kehrt nach ihrer Gelbsperre gegen Japan ins defensive Mittelfeld zurück, Petra Wimbersky nimmt dafür wieder auf der Bank Platz. Die Qual der Wahl hat Neid in der Innenverteidigung. Sandra Minnert kann nach überstandener Zerrung wieder spielen, doch Annike Krahn hat in den beiden letzten Gruppenspielen überzeugt.

"Es wird keine Entscheidung gegen eine Spielerin, es wird eine Entscheidung für die Taktik", sagte Neid. Minnert hat ihre Qualitäten vor allem auch im Spielaufbau, während die robuste Krahn als zuverlässige Abräumerin gilt. Leicht angeschlagen sind Sandra Smisek und Linda Bresonik, denen es in den Adduktoren zwickt. Bresonik verzichtete beim Abschlusstraining vorsichtshalber auf das Torschusstraining. Doch beide können spielen.

Hitze könnte entscheidende Rolle spielen

Erstmals bei diesem Turnier müssen die deutschen Frauen am Nachmittag ran. Bei fast 30 Grad in Wuhan wird am Samstag auch die Hitze eine entsprechende Rolle spielen. Deswegen bat Neid ihre Mannschaft seit der Ankunft in der zentralchinesischen Sichuan-Provinz jeden Tag bei Sonnenschein zum Training. Zuvor hatte sie in den Abendstunden trainieren lassen. "Wir haben unseren Zeitplan umgestellt, damit sich der Körper akklimatisiert. Die Hitze darf keine Ausrede sein", sagte Neid.

Akribisch hat der deutsche Trainerstab die Spielerinnen auf die beweglichen und ballsicheren Koreanerinnen vorbereitet. Das Spiel über Außen und aggressives Zweikampfverhalten sollen es richten. In einer ausführlichen Videostudie stellten Neid und Co. den Gegner vor. "Für mich sehen die alle irgendwie gleich aus. Das ist nicht einfach, sie zu unterscheiden", sagte Simone Laudehr. Eine Handvoll Koreanerinnen gehörte der U20-Auswahl an, die im vergangenen Jahr in Russland den Titel holte und auf dem Weg dorthin unter anderem die deutschen Juniorinnen im Halbfinale besiegte.

"Deutschland ist körperlich sehr stark und auch technisch sehr gut", sagte Nordkoreas Co-Trainer Kim Pong-ill. Seine Mannschaft spiele nicht für Geld, sondern für sein Land, was große Motivation bedeute. Nordkoreas Präsident Kim Jong-ill habe der Mannschaft mit auf den Weg gegeben, dass sie den Bürgern des kommunistischen Staates mit ihrem Erfolg viel Kraft geben und ihren Beitrag für eine glorreiche Zukunft des Landes leisten könnte.

© SID

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