Fußball WM
DFB hofft auf ein "Wiedersehen bei Freunden"

Heute gibt die Fifa in ihrer Exekutivsitzung die Entscheidung über die Vergabe der Frauen-WM 2011 bekannt. Der DFB will sich mit einer "Top-Bewerbung" und der Hilfe der Kanzlerin gegen Konkurrent Kanada durchsetzen.

Es wäre ein weiterer Erfolg für den Frauen-Fußball und nach der Männer-WM 2006 das nächste Fußball-Großereignis in Deutschland: Exakt einen Monat nach der erfolgreichen WM-Titelverteidigung seiner Fußballerinnen in China will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erneut einen Triumph feiern und vom Weltverband Fifa den Zuschlag für die Ausrichtung der Frauen-WM 2011 erhalten.

Heute gegen 15.00 Uhr wird am Fifa-Sitz in Zürich die Entscheidung des Exekutivkomitees erwartet - und dann will DFB-Präsident Theo Zwanziger den erhofften Sieg über Kontrahent Kanada ähnlich bejubeln wie den 2:0-Erfolg im WM-Finale gegen Brasilien.

Zwanziger: "Europa ist dran"

"Kanada ist ein sehr respektabler Gegner, weil die Kanadier Frauenfußball können und wollen. Wir haben sehr viel Respekt vor dieser Bewerbung. Aber es gilt einfach unser Argument, dass Europa dran ist. Das sieht auch der Weltverband Fifa und der Fifa-Präsident so", sagte Zwanziger dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Ich denke, dass es richtig wäre, eine zum sechsten Mal ausgetragene WM zum zweiten Mal nach Europa zu geben und nicht zum dritten Mal nach Nordamerika. Wenn wir sie kriegen, werden wir es auch gut machen."

Vor dem erhofften Zuschlag hat der DFB seine Hausaufgaben gemacht. Insgesamt 1 212 Seiten umfasst das Bewerbungsdossier, dem Konzepte zu den Themen Sicherheit, Akkreditierung, Ticketing, Finanzen, Versicherungen, Medieneinrichtungen, Unterbringung, Transport, Verkehr und Informationstechnologie beigelegt wurden.

Regierung sichert Unterstützung zu

Zu den Unterlagen gehören auch zwölf Regierungsgarantien der zuständigen Ministerien und Institutionen. Diese beinhalten neben einer allgemeinen Willkommenserklärung der Bundesregierung unter anderem Zusagen für Visa-Angelegenheiten, Arbeitsgenehmigungen, Zölle und Steuern sowie den Bank- und Devisenverkehr.

"Wir haben eine Top-Bewerbung abgegeben. Wir haben gesagt, dass wir das sehr gerne machen würden. Nicht, weil wir egoistische Deutsche sind, die alles haben wollen, sondern weil wir wirklich glauben, dass wir für den Frauenfußball sehr viel erreichen können. Das ist unsere Perspektive", kommentierte Zwanziger den Aufwand des Verbands.

Mündliche Präsentation soll Ausschlag geben

Doch nicht nur schriftlich will der DFB die 24 Mitglieder des Exekutivkomitees, darunter Fifa-Präsident Joseph S. Blatter und Franz Beckenbauer, überzeugen. Auch bei der 15-minütigen Präsentation unter dem Motto "Wiedersehen bei Freunden - Welcome back" drei Stunden vor der Entscheidung will der DFB glänzen.

Bei einem Mix aus Gesprächen und Film-Einspielungen wollen ARD-Moderatorin Monika Lierhaus, Zwanziger, DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach sowie die beiden Weltmeisterinnen Birgit Prinz und Fatmire Bajramaj die Vorzüge der deutschen Bewerbung preisen. Den endgültigen Ausschlag zu Gunsten des DFB soll dann eine Videobotschaft mit der offiziellen Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel bringen.

"Bei der Präsentation soll rüberkommen, dass wir alle wieder in Deutschland begrüßen wollen, um ein tolles Fest wie 2006 feiern. Zudem soll klar werden, dass von einer WM in Deutschland Impulse für den gesamten Frauenfußball ausgehen werden und dass der Frauenfußball weltweit davon profitieren wird", erklärte Niersbach die Absicht hinter der Präsentation.

© SID

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