Fußball WM
Die WM-Splitter am 10. Juni

Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die WM-Splitter vom Samstag zusammengestellt. Unter anderem dabei: Der patriotische Nationaltorhüter Cristian Mora aus Ecuador.

Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die WM-Splitter vom Samstag zusammengestellt.

Verschlafen: Als in München das WM-Eröffnungsspiel angepfiffen wurde, zeigte die fast zehn Meter hohe Countdown-Uhr in Leipzig noch zwei Stunden und 45 Minuten an. Das verschlafene 30-Tonnen-Gerät zählte auch noch die Minuten herunter, als Doppeltorschütze Miroslav Klose längst unter der Dusche war. Vielleicht lag es daran, dass die 125 000 Euro teure Uhr einen ganz anderen Verwendungszweck haben sollte. Einst kam das Chronometer als Geschenk aus Hamburg, um die Zeit bis zu den Olympischen Spielen 2012 in Leipzig herunterzuzählen.

Ausgeschlafen: Die Leipziger Volkszeitung präsentierte für die Fans aus Holland und Serbien und Montenegro vor dem Spiel einen ganz besonderen Service. Auf den Seiten 24 und 25 standen Texte in den jeweiligen Landessprachen. Die Holländer wurden mit der Überschrift "Oranje start de onderneming WM-Winnen" (Oranje startet das Unternehmen WM-Titel) begrüsst, für die Serben gab es dagegen einen Text über Leipzig mit Infos über Goethe und das Wave-Gotik-Treffen. Die Zeitung will diesen Service auch bei den anderen vier Spielen in der Stadt anbieten - die Leser freuen sich schon jetzt auf die Seite für die iranischen Fans.

HeimatgrÜSSE: Bei der Pressekonferenz der Kroaten in Bad Brückenau hatte sich eine kroatische Familie in den Vorraum der Georgi-Halle geschlichen. Als Trainer Zlatko Kranjcar den Eindringlingen nach dem Gespräch mit den Medienvertretern Autogramme gab, zückte der Familienvater sein Handy und erzählte sehr emotionsreich von der Begegnung. Der Angerufene schien ihm nicht zu glauben, also bat der Anrufer Kranjcar persönlich ans Telefon. Der Coach ließ sich nicht zweimal bitten - sehr zur Freude des Familienvaters, der sich kaum mehr beruhigte.

Patriotisch: Ecuadors Nationaltorhüter Cristian Mora brachte beim 2:0 im Auftaktspiel seiner Mannschaft gegen Polen am Freitagabend in Gelsenkirchen seinen Patriotismus auf besondere Art zum Ausdruck. Der 26 Jahre alte Schlussmann von LDU Quito hatte sich die gelb-blau-rote Nationalflagge des südamerikanischen Landes auf die Wangen gemalt.

Applaus: Außerordentlich fair präsentierten sich die mehr als 30 000 polnischen Fans bei der 0:2-Niederlage ihrer Mannschaft gegen Ecuador am Freitagabend in Gelsenkirchen. Als vor dem Spiel die Nationalhymne der Südamerikaner intoniert wurde, gab es nicht wie oft von anderen Fans Pfiffe, sondern Applaus während der gesamtem Hymne. Auch ihre eigene Mannschaft feierten die Fans in der zweiten Halbzeit euphorisch mit geschwenkten rot-weißen Schals, obwohl das Team 0:2 zurücklag.

Deftig: Wer beim Fußballgucken im Berliner Sony Center Appetit verspürt, dem stehen gleich mehrere Restaurants zur Verfügung, aus denen man die Liveübertragungen ebenfalls gut verfolgen kann. Doch Vorsicht: Die Preise sind deftig. Die Pizza geht für 14,50 Euro über den Tresen, ein Bier für 4,90 Euro. Der als halber Liter angekündigte Plastikkrug entpuppt sich bei genauerem Hinsehen dann auch noch als 0,4 l-Becher. Sicherlich ein Versehen ...?

Strassenbahn: Gar nicht genug vom Straßenbahnfahren konnten zahlreiche Fans aus Ecuador bekommen. Immer wieder stiegen sie vor dem ersten WM-Spiel gegen Polen zwischen dem Gelsenkirchener Hauptbahnhof und der Veltins-Arena in die Tram. `Sie kennen das nicht, in Ecuador gibt es keine Straßenbahnen´, sagte eine Sprecherin der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen.

Vergessen: Co-Trainer Joachim Löw staunte nicht schlecht, als er am Samstagmittag nach dem Training der deutschen Mannschaft als Letzter das Amateurstadion von Hertha BSC Berlin verließ. Der Mannschaftsbus war bereits weg. Der Assistent von Bundestrainer Jürgen Klinsmann war schlichtweg vergessen worden. Schnell wurde ein Fahrdienst organisiert, der Löw ins nahe gelegene Mannschaftsquartier brachte.

Hicks: Das Sicherheitspersonal kennt bei den Kontrollen an den Eingängen der WM-Stadien kein Pardon - auch nicht bei Journalisten. Ein polnischer Medienvertreter musste in Gelsenkirchen seine Wegzehrung zurücklassen - eine Flasche Wodka. Die konnte er sich nach dem Spiel zwischen Polen und Ecuador aber wieder abholen. Die Sicherheitsleute hatten extra einen Zettel mit seinen Personalien an die Flasche geklebt.

Fahnen: Das Formel-1-Fahrerlager in Silverstone verwandelte sich beim Spiel der Engländer gegen Paraguay in ein rot-weißes Fahnenmeer. Besonders im Motorhome des britisch-schwäbischen Mclaren-Mercedes-Teams wehten große Exemplare. Vor dem Fahrerlager verfolgten rund 8 000 Fans die Auftaktpartie von David Beckham und Co. vor einer riesigen Leinwand.

Fieber: Auch die Formel-1-Piloten outen sich am Rande des Großen Preises von England als Fußball-Fanatiker. Der Italiener Vitantonio Liuzzi (Toro Rosso) ließ sich eigens für die WM zwei unterschiedliche Schuhe anfertigen. Rechts ziert ein blauer Schlappen mit der Aufschrift "Italia" seinen Fuß, links ist es ein Schuh im schwarz-weißen Look eines Balls. Der Niederländer Christijan Albers (Midland-Toyota) tritt zum Zeichen der Unterstützung seiner "Oranje" mit orangenem Schuhwerk an, der Brite Jenson Button (Honda) hat neben der Flagge auf dem Helm einen "England"-Schriftzug.

Volltreffer: Dem englischen Nationaltorhüter Paul Robinson gelang ein Volltreffer. Der 26-Jährige traf mit einem Abschlag beim ersten Spiel des Weltmeisters von 1966 gegen Paraguay (1:0) den Videowürfel in der Frankfurter WM-Arena. Der Unparteiische Marco Rodriguez (Mexiko) entschied den Regeln entsprechend auf Schiedsrichterball. Beim folgenden Abschlag hielt Robinson den Ball flacher.

AbgebÜGelt: Der Schuss ging nach hinten los: Eine französische TV-Reporterin wollte Eindrücke von der Begeisterung der Deutschen beim Public Viewing in die Heimat vermitteln. In Hameln, wo die französische Nationalmannschaft ihr WM-Quartier aufgeschlagen hat, fragte sie am Rande des Eröffnungsspiels einen Anwesenden unter 2000 Besuchern, wie er die Atmosphäre empfinde. `Schrecklich. Ich hasse Fußball´, sagte der Mann. Ob es nicht schön sei, die vielen Leute bei herrlichem Wetter trinkend auf dem Marktplatz zu erleben? Antwort: `Es wird viel zu viel getrunken. Das ist das falsche Signal, das von hier ausgesendet wird.´ Die nächste Frage ging im Torjubel des deutschen 2:1-Treffers unter.

Messe: Die spanische Nationalmannschaft erhält geistlichen Beistand. Der katholische Pater Luis Nicanor Gonzalez, der seit über 40 Jahren in Deutschland lebt, zelebrierte gemeinsam mit einem evangelischen Kollegen einen Open-Air-Gottesdienst in Sichtweite des Trainingsgeländes der Spanier in Kamen. Immerhin 50 Christen wohnten der Messe bei.

© SID

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