Fußball WM
Die WM-Splitter am 15. Juni

Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die WM-Splitter vom Donnerstag zusammengestellt. Unter anderem dabei: Der Schweizer Johan Djourou und die Probleme mit seinem Trikot.

Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die WM-Splitter vom Donnerstag zusammengestellt.

TorhÜTER Angerer: Mit Weltcup-Gesamtsieger Tobias Angerer im Tor verloren die deutschen Skilangläufer um Bundestrainer Jochen Behle ein Fußball-Freundschaftsspiel gegen die mit ehemaligen Oberliga-Kickern gespickte Altherren-Mannschaft des SC Willingen mit 2:4. Anschließend schauten sich die Olympia-Helden mit den 450 Fans im Hoppecke-Stadion das deutsche WM-Spiel gegen Polen in Dortmund gegen Polen auf einer Großleinwand an.

Nervensache: Die Partie gegen Frankreich war erst das dritte Länderspiel des Schweizer Abwehrspielers Johan Djourou. Entsprechend nervös war der 19-Jährige bei seiner Einwechslung in der 74. Minute. "Ich war etwas gestresst und habe deshalb das Trikot verkehrt angezogen", erzählte der Jungstar des Champions-League-Finalisten Arsenal London beschämt: "Die Spieler von der Auswechselbank haben mich dann lachend darauf hingewiesen, dass ich die zwei auf dem Bauch und nicht auf dem Rücken hatte."

Frauenpower: Als Belohnung für das 0:0 gegen Frankreich ließ der Schweizer Nationaltrainer Köbi Kuhn am Tag danach ausnahmsweise die Frauen und Freundinnen der Spieler ins Mannschaftshotel. Der Kölner Ricardo Cabanas zeigte sich darüber sehr erfreut. "Ich bin froh, dass die Frauen anwesend waren. So drehten sich die Gespräche mal um etwas anderes als Fußball", meinte der Bundesliga-Profi: "Egal, ob ich gut oder schlecht gespielt habe, für sie war ich immer gut, weil sie sich eben nicht auskennt im Fußball. Aber das ist gut. Wenn ich nach Hause komme, muss ich nicht auch noch über Fußball diskutieren."

CleansmÄNner: Sein Bekenntnis zur deutschen Nationalelf zeigt jeder auf seine Weise. Desöfteren wird dabei auch die Kreativität gefördert, so unter anderem bei den Straßenkehrern in Dortmund. Die "Saubermänner", die nach den täglichen Fan-Festen rund 20 Tonnen Müll wegräumen müssen, heißen offiziell "Cleansmänner". So steht es sogar auf ihren T-Shirts.

Hexerei: Der in Mexiko weithin bekannte Großhexenmeister Antonio Vazquez versucht, die Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Deutschland von der Heimat aus zu beschützen. Dazu beschwört er täglich die in ein Nationaltrikot gekleidete Heiligenfigur "Santa Muerte", die meist als Totenkopf auf einem Skelett dargestellt wird. Der "Heilige Tod" steht als Straßenaltar in Tepito, dem wohl berüchtigtsten Bezirk von Mexiko Stadt. Vazquez hat in seinem Büro eine eigene Figur.

STÄNdchen: Bei der Rückkehr ins WM-Quartier im Berliner Bezirk Grunewald wurde die deutsche Nationalmannschaft von zahlreichen Nachtschwärmern empfangen. Die Fans hatten nicht nur Jubelgesänge nach dem 1:0 über Polen parat. Ersatztorwart Oliver Kahn wurde mit einem "Happy Birthday" zu seinem 37. Geburtstag beschenkt.

Autogramme: Die Autogrammstunde hätte sich Jürgen Sparwasser getrost sparen können. Der frühere DDR-Auswahlspieler lockte parallel zur Liveübertragung des Spiels Spanien gegen Ukraine am Mittwochnachmittag nur eine Handvoll Fans in den Stern-Center am Berliner Autobahnring. Am Tag darauf sagte dann auch noch Ukraines Nationaltrainer Oleg Blochin ein geplantes Treffen mit Sparwasser ab, um über alte Zeiten zu plaudern. Blochin hatte nach dem 0:4 seiner Mannschaft gegen Spanien andere Sorgen.

Anstrich: Janne Pettersson hat seine Frau mit einer besonderen Aktion überrascht. Während die Gattin völlig ahnungslos ihrer Arbeit nachging, strich der Schwede das gemeinsame zweistöckige Haus in Stockholm komplett in den schwedischen Nationalfarben. "Ich habe sie gar nicht gefragt, weil sie es mir auf keinen Fall erlaubt hätte", sagte der Anhänger der Tre Kronor, der mit der Riesenfahne auf den ersten Preis in einem WM-Gewinnspiel einer Tageszeitung hoffen darf. Zu gewinnen gibt es zwei Tickets für das Finale in Berlin.

ÜBergewicht: Die Polizei in Berlin stoppte einen Kleintransporter, der offenbar deutlich überladen war und das zulässige Höchstgewicht von 3,5 Tonnen überschritt. Der portugiesische Fahrer hatte eine komplette Bühne, inklusive Technik und Kostümen einer Samba-Truppe geladen, die im Vorfeld des Brasilien-Spiels in Stadionnähe musiziert hatte. Die Beamten beendeten die Fahrt des Mannes und kassierten 125 Euro Sicherheitsleistung, wie die Behörde mitteilte.

Manieren: Die südkoreanischen Fußball-Fans haben offenbar innerhalb von vier Jahren ein wenig ihre guten Manieren verloren. In Seoul hatten knapp eine Mill. Fans den 2:1-Sieg gegen Togo am Dienstag auf einer Großbildleinwand verfolgt - und anschließend Berge von Müll hinterlassen. Vor vier Jahren hatten die Anhänger der Taeguk Warriors die Welt noch mit ihrem Sinn für Ordnung beeindruckt und stets ihren Müll wieder mit nach Hause genommen.

Besuch: Einer, der weiß, wie es geht, hat am Donnerstagnachmittag Weltmeister Brasilien einen Kurzbesuch abgestattet. Der frühere Stuttgarter Bundesliga-Legionär Carlos Dunga ließ sich im Königsteiner WM-Quartier blicken und kommentierte das 1:0 gegen Kroatien. "Bei einer WM ist es wichtig zu gewinnen, vor allem, wenn es sich um ein Auftaktspiel handelt", erklärte Dunga, Kapitän der Selecao beim WM-Sieg 1994. Er hatte auch an den Endrunden 1990 und 1998 teilgenommen.

Zaungast: Der ehemalige Trainer des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg, Jürgen Kohler, schaute als Zaungast beim Training des Asienmeisters Japan in Bonn vorbei. Er wolle sich ständig auf dem Laufenden halten und sich bei anderen Mannschaften Eindrücke verschaffen, begründete der Weltmeister von 1990 seinen Besuch.

Gentlemen: Brooklyn, der Sohn von Englands Kapitän David Beckham, wollte vor der Partie seines Vaters gegen Trinidad und Tobago noch eine kleine Stärkung. Also stellte sich Mutter Victoria brav mit ihrem Filius und einer Horde Bodyguards im Schlepptau ans Ende der Warteschlange vor einer Imbissbude im Nürnberger Frankenstadion. Als die englischen Fans aber erkannten, wer hinter ihnen stand, baten sie Frau Beckham samt Anhang freundlich nach vorne - aber nicht ohne nach einem Foto zu fragen. Der Wunsch wurde ihnen erfüllt - und für Brooklyn gabs eine Portion Pommes.

Weltreise: Die Würzburger Studenten befinden sich zur Zeit auf den Spuren von Franz Beckenbauer und bereisen die 32 Teilnehmerländer der Weltmeisterschaft. Zu Gesicht bekommen sie die Länder zwar nicht, aber immerhin auf den Teller. Armin Gersitz, Küchenchef der Würzburger Mensa, kocht jeden Tag ein Gericht aus einem anderen Land. Von Picadillo Argentina über Burrito Pescado Ensalada aus Costa Rica bis hin zu japanischen Hokifilet an Sojagemüsesoße. Wer in der WM-Quartiersstadt Ghanas der (kulinarische) WM-Favorit ist, steht aber noch nicht fest.

Telefonitis: Auf Fifa-Kosten wird bei der WM fleißig telefoniert. An einem Tag, am vergangenen Dienstag, registrierte der Weltverband 14 000 Anrufe seiner Mitarbeiter über insgesamt 27 000 Minuten. Seit Beginn der WM wurden rund 160 000 Anrufe mit Gesprächen über 370 000 Minuten in alle Welt gezählt.

© SID

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