Fußball WM
Die WM-Splitter am 24. Juni

Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die Splitter vom Freitag zusammengestellt. Mit dabei: Ronaldinho ist auf der Suche nach einem geeigneten Videospiel-Gegner beinahe gescheitert, wurde aber doch noch fündig.

Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die WM-Splitter vom Samstag zusammengefasst.

BegrÜSsung: Am RTL-Supersonntag live aus Berlin werden die Moderatoren Günther Jauch und Rudi Völler von höchster Stelle auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor begrüßt. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat sich angekündigt, um den TV-Tag auf der Fan-Meile einzuläuten. Danach gibt es zwei Achtelfinalspiele live und dazwischen das Formel-1-Rennen aus Montreal. Sollte das Achtelfinale zwischen England und Ecuador übrigens in die Verlängerung gehen, bleibt RTL beim Fußball und schaltet erst nachträglich zum Motorsport.

Chancenlos: Die Suche nach einem Gegner für sein geliebtes Fußball-Videospiel gestaltete sich für Ronaldinho am Freitag als schwierig. Fast das komplette Team der Brasilianer hatte am freien Tag das WM-Quartier in Bergisch Gladbach verlassen. So musste in Tom Mackenroth ein Angestellter des Schlosshotels in die Bresche springen. Ronaldinho zeigte kein Mitleid und gewann 3:1. Der Deutsche forderte Revanche und hatte dann beim 0:5 erst recht keine Chance mehr.

Dazugelernt: Nachdem Abwehrspieler John Paintsil den 2:0-Sieg der Nationalmannschaft Ghanas gegen Tschechien mit der Flagge Israels gefeiert hatte, hagelte es heftige Kritik. Dem bei Hapoel Tel Aviv tätigen Profi wurden politische Motive unterstellt, obwohl er doch nur seine Verbundenheit zu den Menschen in Israel bekunden wollte. Paintsil lernte gleichwohl aus dieser Episode: Nach dem 2:1 gegen die USA drehte er mit der Fahne Ghanas Ehrenrunden.

Diebe: Es ist beim Verlassen des Medienzentrums nach jedem WM-Spiel im Olympiastadion das gleiche: "Bitte öffnen sie ihre Tasche", fordern mal mehr und mal weniger freundliche Ordner an den Ausgängen. Jedesmal kam es am Rande der Vorrundenspiele in Berlin zu Diebstählen von Laptops und/oder Fotokameras im Pressebereich. Bislang kam dennoch niemand auf die Idee, auf die Gefahr von Diebstählen hinzuweisen. Es bleiben ja noch zwei Spiele Zeit...

Empfang: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier empfängt am Montag im Auswärtigen Amt eine türkische Frauenfußballmannschaft. Die Damen gingen als Siegerinnen eines vom Generalkonsul Izmir veranstalteten Turniers hervor.

Scherzkeks: Ecuadors Nationaltrainer Luis Fernando Suarez ist ein ernster Zeitgenosse. Seine gelbe Schirmmütze zieht er meist tief ins Gesicht, Fragen beantwortet er zwar ausführlich aber häufig auch missmutig. Auf der jüngsten Pressekonferenz wurde er nun auf seine Griesgrämigkeit angesprochen - der 46-Jährige reagierte überraschend humorvoll. "Okay, ich male mir nicht das Gesicht an. Aber fehlende Freude? Mir geht´s gut, machen sie sich keine Sorgen", sagte Suarez, ehe er zwei Victoryzeichen formte, sein breitestes Grinsen auflegte und forderte: "Bitte, machen Sie Fotos von mir."

Schonung: Dank der Weltmeisterschaft bleiben Patienten in der Region Hannover bis zum WM-Ende am 9. Juli von größeren Streikaktionen der Ärzte an kommunalen Kliniken weitgehend verschont. Weil die attraktiven Plätze in der niedersächsischen Landeshauptstadt in den kommenden zwei Wochen durch die Fan-Meile blockiert sind, wurden geplante Protestkundgebungen nach Celle und Oldenburg verlegt.

Werbetrommel: Arrogant, unfreundlich, despektierlich: Oleg Blochins Auftritte vor der Weltpresse sind wahrlich kein Beispiel für Völkerverständigung bei der Weltmeisterschaft. Nach dem 1:0 seiner Mannschaft gegen Tunesien raunte der ukrainische Nationaltrainer einen englischen Journalisten an, weil der auf den unsportlichen Applaus ukrainischer Spieler beim Platzverweis für den Gegner ansprach. "Was wollen sie von mir? Wer sind sie eigentlich? Fragen sie mich etwas zum Spiel", giftete er. Ob sich Blochin darüber klar ist, dass er in Deutschland auch die Werbetrommel für die ukrainische EM-Bewerbung 2012 rührt?

Bilanz: Nach den Gruppenspielen ergibt sich bezogen auf die Kontinente folgende Bilanz: Zehn von 14 europäischen Mannschaften sind noch dabei, drei von vier Südamerikanern, null von vier Asiaten, einer von vier Mittel/Nordamerikanern und Karibik, einer von fünf Afrikanern und Australien als Ozeanien-Vertreter. Die Ukraine und Ghana sind die einzigen WM-Debütanten, die ins Achtelfinale eingezogen sind.

Fairplay: Nach den Gruppenspielen führt Frankreich die Fairplay-Wertung dieser Weltmeisterschaft mit 905 Punkten an. Die Verfolger Brasilien und Spanien liegen jeweils zehn Punkte zurück. Deutschland rangiert mit 867 Punkten auf Platz sechs. Der fairste Verband erhält von WM-Sponsor adidas einen Gutschein im Wert von 50 000 Dollar (ca. 40 000 Euro), um Ausrüstung für die Nachwuchsmannschaften zu kaufen.

Keine Bilder: Fußball-Fans sehen sonntags am Frankfurter Flughafen während der WM in die Röhre. Am WM-Tag, der dem Privatsender RTL für die TV-Übertragungen der Spiele vorbehalten ist, rollt weder auf der großen Leinwand noch auf den 170 Monitoren auf dem Rhein-Main-Airport der Ball. Grund: Der Flughafenbetreiber Fraport besitzt nur die Rechte an den WM-Übertragungen von ARD und ZDF und hat bei RTL die "Extralizenz" für die Sonntagsspiele nicht gelöst.

MÜLL: Auf einen neuen Müllrekord bereitete sich die Straßenreinigung in München vor dem WM-Achtelfinale zwischen Deutschland und Schweden vor. Nach dem Eröffnungsspiel zwischen der Klinsmann-Elf gegen Costa Rica in der bayerischen Metropole hatten die fast 40 WM-Straßenkehrer dort insgesamt 31 Tonnen Scherben, Papier und anderen Unrat aus dem Wege beziehungsweise aus den Papierkörben geräumt.

Schnitt: Toller Zuschauerschnitt bei der WM in Deutschland: Zu den 48 Gruppenspielen kamen 2,484 Mill. Zuschauer, was einem Schnitt von 51 759 Fans pro Spiel entspricht. Das ist der höchste Zuspruch bei einer WM, abgesehen von den USA 1995 (68 000), was schlichtweg am höheren Fassungsvermögen der Stadien lag.

Warten: Vergeblich warteten die Verantwortlichen in Kaiserslautern vor dem Spiel Saudi-Arabien - Spanien auf den Hubschrauber mit "Kaiser" Franz Beckenbauer an Bord. Der Präsident des deutschen WM-Organisationskomitees hatte es vorgezogen, in aller Heimlichkeit zu heiraten. Nicht einmal seine OK-Kollegen waren informiert, gratulierten am Tag danach aber, wie auch die Fifa, herzlich. Am Samstag nahm Beckenbauer seine Arbeit wieder auf, besuchte die Achtelfinale in München und Leipzig.

UNBÜRokratisch: Die Botschaft der Schweiz in Berlin hat zahlreichen Fans ihrer Fußball-Nationalmannschaft am Freitagabend einen besonderen Service geboten. Kurzerhand stellte das Personal eine Großbildleinwand vor dem Botschaftsgebäude auf, um dort das Spiel der Eidgenossen gegen Südkorea zu zeigen. Zuvor hatten die rot-weißen Anhänger in der Hauptstadt vergeblich eine Public-Viewing-Veranstaltung gesucht, die nicht die parallel angepfiffene Partie zwischen Frankreich und Togo auf dem Programm hatte.

© SID

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