Fußball WM
Die WM-Splitter am 9. Juni

Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die WM-Splitter vom Freitag zusammengestellt. Unter anderem dabei: Chelseas Mittelfeldstar Michael Essien in einer völlig neuen Rolle.

Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die WM-Splitter vom Freitag zusammengestellt.

Rollentausch: Beim Training der argentinischen Nationalmannschaft kam es am Donnerstagabend zu einem doppelten Rollentausch. Die beiden Feldspieler Javier Saviola und Gabriel Heinze stellten sich beim abschließenden Trainingsspiel für die Keeper Leo Franco und Roberto Abbondanzieri ins Tor - mit unterschiedlichem Erfolg: Während Heinze seinen Kasten mit spektakulären Paraden sauber hielt, musste Saviola den entscheidenden Treffer zum 0:1 hinnehmen. Kapitän Juan Pablo Sorin überwand das "Kaninchen" aus 20 Metern.

Elfmeter-TÖTER: Ghanas Mittelfeldstar Michael Essien hat nicht nur als Vorlagengeber und Torschütze Talent. Beim Training verdingte sich der Mann vom FC Chelsea als Torwart. Als ein Großteil der Mannschaft schon fast im Bus saß, konnte Essien von seiner neuen Rolle im ghanaischen Tor gar nicht genug bekommen und hielt immerhin zwei Schüsse vom Punkt fest.

Hausrecht: Ein Kamerateam des WDR erlebte vor der ersten Pressekonferenz der Spanier in der Sportschule Kaiserau eine böse Überraschung. Weil die spanische Delegation während der WM auf dem kompletten Gelände Hausrecht genießt, hält der offizielle TV-Rechteverwerter des Verbandes (Santa Monica Sport) auch die Hand auf. Der WDR sollte für 15 Minuten Drehzeit 3 500 Euro bezahlen - das Team rückte unverrichteter Dinge wieder ab.

FÄLschungen: 21 000 mit einem gefälschten WM-Logo versehene Bälle auf dem Weg nach Mexiko hat der Zoll Maltas in Valetta entdeckt. Die Spielgeräte waren in Asien hergestellt worden und sollten zum Verkauf nach Mittelamerika gebracht werden.

Gesundheits-Warnung: Eine ungewöhnliche Warnung hat das mexikanische Gesundheitsministerium vor der WM ausgegeben: Das Amt warnte die Bevölkerung vor zu großer Aufregung beim Schauen der Spiele vor dem TV. "Bei so einem Spektakel kann der Sport zu Stress oder sogar Angst- und Schockzuständen führen. Diese emotionalen Wechsel während eines Spiels können chronische Krankheiten wie Depressionen, Diabetes, Herzprobleme hervorrufen", hieß es in der Mitteilung.

TV-Boom: China ist nicht für die WM qualifiziert, die Übertragung der meisten Spiele läuft nach dortiger Ortszeit mitten in der Nacht. Dennoch rechnen die Experten im bevölkerungsreichsten Land der Erde mit rund zehn Mrd. TV-Zuschauern. Das wäre allein ein Drittel der Zahl, die die Übertragung der WM-Spiele 2002 weltweit erzielte. Mithelfen sollen Wiederholungen der Spiele rund um die Uhr.

Altmeister: 170 Weltmeister versammelten sich beim Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft im Anstoßkreis - ein beeindruckendes Bild. Unter ihnen Spieler wie Jupp Kapellmann, Helmut Kremers, Paul Steiner, Günter Hermann und Frank Mill. Auf der Tribüne saß Michel Platini, Mitglied der Fifa-Exekutive und einstiger Weltstar. Wehmut? "Ach was. Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um Weltmeister zu werden, sondern um Fußball zu spielen. Und das ist mir gelungen."

Farbe: Die russische Sporttageszeitung Sovjetski Sport bietet den Lesern für die Dauer der Fußball-WM einen besonderen Service. Eigens für das Turnier erscheint das Blatt seit Freitag bis zum Finaltag am 9. Juli in Farbe. Die Macher werben mit dem Slogan "Zum Preis von Schwarz-Weiß." Die Zeitung kostet 8,50 Rubel, was rund 25 Eurocent entspricht.

GEDÄChtnis: Zu Ehren seines im Vorjahr an Leukämie verstorbenen Sohnes ist der Engländer John Reeve zu Fuß zur WM nach Deutschland gereist. Nach 800 km Wohltätigkeitsmarsch zugunsten der Erforschung der Krankheit traf Reeve am Donnerstag in Frankfurt ein. "Es war eine emotionale Achterbahnfahrt", sagte Reeve, der am 13. Mai vom Londoner Wembley-Stadion aus aufgebrochen war. Bei seinem Vorhaben wurde er unter anderem vom englischen Verband FA und Nationalstürmer Peter Crouch unterstützt und sammelte bislang 55 000 Euro Spenden für den guten Zweck.

Mega-Schals: Ein 20 Kilometer langer "Freundschaftsschal" hat am Donnerstag am Vorabend der WM-Eröffnung ausgerechnet die beiden rivalisierenden Revier-Städte Dortmund und Gelsenkirchen verbunden. Die Aktion war eine Idee des Jugendzentrums "Loch Ness" in Bönen. Der Schal, der den Dortmunder Friedensplatz mit der Schalker Glückauf-Kampfbahn verband, bestand aus 238 Schalrollen und sollte ein Zeichen für gegenseitige Toleranz und Achtung der im Revier lebenden Kulturen sein. Einen weiteren, 12,5 Kilometer langen Schal hatte seit dem vorigen Jahr eine Frau aus Unna bestehend aus den Flaggen der 32 Teilnehmerländer gestrickt. Dieser Schal wurde inzwischen aber geteilt und soll in Stücken verkauft werden. Der Erlös soll der Jugendarbeit von Sportvereinen im In- und Ausland zukommen.

Weitgereist: Ein gebürtiger Pole, der ohne Eintrittskarte 20 000 Kilometer aus seiner Wahlheimat Australien extra für die WM nach Deutschland gekommen ist, hat als Einziger bei einer vom Weltverband Fifa gestoppten Kartenverkaufsaktion an einem Baumarkt in Gelsenkirchen eine gültige Karte erhalten. Nachdem die Fifa den öffentlichen Verkauf von mehreren hundert Tickets, die über eine Agentur aus dem Kontingent des ecuadorianischen Verbandes abgeboten worden waren, untersagt hatte, schenkte der Baumarktleiter dem 53-jährigen Andrej Tobiszewski seine persönliche Karte. "Ich hatte ihm versprochen, dass er auf jeden Fall eine bekommt", sagte Jürgen Beckschulte.

Prognose: Harry Keaton wusste schon vor dem Auftaktspiel, wer am 9. Juli die WM-Trophäe in den Himmel über Berlin stemmen wird. Der Magier bediente sich kurioser Vorhersage-Methoden. Unter anderem schnüffelte er an vollgeschwitzten Trikots und Fußballschuhen, legte sich Schlangen um den Hals und nutzte mit Runen versehene Würfel. Im Anschluss an die elf Stunden dauernde Prozedur wurde ein Zettel mit der Endspielpaarung und dem Ergebnis in einen gläsernen Tresor gelegt. Nach dem Finale wird sich zeigen, ob Keaton Recht behalten hat.

Nackte Tatsachen: Die Schweizer Bank Credit Suisse musste ein für das Trainingscamp in Deutschland vorgesehenes überdimensionales Poster der Nationalmannschaft wieder einstampfen. Das 7x10 m große Bild der "Nati" ist ein Mosaik, das aus 30 000 Schnappschüssen von Fans der Eidgenossen zusammengesetzt wurde. Die Anhänger waren zuvor zur Einsendung der Fotos aufgefordert worden. Leider befanden sich im Gesicht des Dortmunders Philipp Degen ein pornographisches Bild und ein paar nackte Brüste.

Kaffeepause: Eine Stunde vor Beginn des Eröffnungsspiels hatte Lutz Hopperdietzel seinen großen Auftritt. "Einen Kaffee für Maradona", rief der Helfer im Medienrestaurant des WM-Stadions in München. Der Weltmeister von 1986 aus Argentinien, der als Co-Kommentator für einen TV-Sender arbeitet, bevorzugte das koffeinhaltige Heißgetränk schwarz und mit viel Zucker und erhielt von Hopperdietzel vorsichtshalber gleich eine zweite Tasse dazu.

© SID

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