Fußball WM
Ecuador jubelt, Polen ist geschockt

Polens Bundesliga-Profi Jacek Krzynowek beschönigte nichts: "Wir haben nicht gut gespielt". Nach dem 0:2 gegen Ecuador ist bei Deutschlands Nachbar Polen die Stimmung mehr als gedrückt. Ecuador jubelt derweil.

Der nächste deutsche Gegner bei der Fußball-WM, Polen, setzte seine Torflaute in WM-Auftaktspielen fort. Der zweimalige WM-Dritte, der zuletzt vor 32 Jahren in seinem ersten Vorrundenspiel einen Treffer erzielt hatte, verlor in der deutschen Gruppe A 0:2 (0:1) gegen Außenseiter Ecuador und spielt am kommenden Mittwoch (21 Uhr) gegen den WM-Gastgeber schon um alles oder nichts. Ecuador sorgte durch eine disziplinierte Leistung gleich im zweiten WM-Spiel für die erste Überraschung des Turniers. Nach ihrem erst zweiten WM-Sieg, der mit 30 000 Dollar pro Akteur honoriert wird, stehen die Südamerikaner in der Tabelle der Gruppe A erst einmal punktgleich auf Rang zwei hinter Deutschland (4:2 gegen Costa Rica) und dürfen erstmals vom Achtelfinale träumen. Die Stürmer Carlos Tenorio (24.) und Agustin Delgado (80.) erzielten die Treffer für "El Tricolor". Der 37. der Weltrangliste, der 2002 in Südkorea und Japan sein WM-Debüt gegeben hatte, ist am 20. Juni letzter Vorrundengegner der DFB-Auswahl. "Das war der Lohn für unsere harte Arbeit. Unser Land wird jetzt feiern, aber wir müssen weiter kämpfen, es wartet noch ein weiter Weg auf uns", sagte Torschütze Delgado.

Achtelfinale für Polen in weite Ferne gerückt

Für die Polen ist nach der Pleite im "Heimspiel" in Gelsenkirchen die erste Teilnahme am Achtelfinale seit 20 Jahren in weite Ferne gerückt. Fast 30 000 Landsleute feuerten die Mannschaft von Trainer Pawel Janas in der mit 52 000 Zuschauern ausverkauften Veltins-Arena an. Doch dem WM-Dritten von 1974 und 1982 mit den Bundesliga-Legionären Jacek Krzynowek (Bayer Leverkusen) und Ebi Smolarek (Borussia Dortmund) gelang gegen die taktisch sehr geschickt agierenden Ecuadorianer wenig. Ernsthaft in Gefahr geriet das Tor der Südamerikaner nur in den Schlussminuten bei zwei Treffern ans Torgestänge.

Bundesliga-Profi Krzynowek: "Wir haben nicht gut gespielt"

"Wir haben nicht gut gespielt", gestand der künftige Wolfsburger Bundesliga-Profi Jacek Krzynowek und ergänzte: "Wir müssen dieses Spiel abhaken und uns auf das Spiel gegen Deutschland konzentrieren." Für die Niederlage hatte er eine einfache Erklärung: "Wir haben die Ordnung verloren und uns zu viele Fehlpässe geleistet", sagte er und klagte: "Ecuador hatte drei Chancen und hat zwei Tore gemacht." Polen hatte ebenfalls nur drei Torschüsse zu verzeichnen. Ecuador stellte die polnische Abwehr vor allem durch seine beiden Stürmer Delgado und Tenorio immer wieder vor Probleme. Die Führung war eine Koproduktion der beiden: Nach einem Einwurf von Ulises de la Cruz verlängerte Delgado per Kopf auf Tenorio, der Torhüter Artur Boruc mit einem Kopfball ins lange Eck überwand (24.).

Nach dem Seitenwechsel verstärkten die Polen ihre Angriffsbemühungen. Doch die Südamerikaner, deren Landsleute daheim vom Staatspräsidenten WM-frei erhalten hatten, verteidigten mit Geschick und setzten auf Konter. Zum zweiten Treffer führte freilich ein durchdachter Angriff über Ivan Kaviedes, der Delgado mustergültig mit einem Querpass bediente.

Delgado, Mittelfeldspieler Edison Mendez und Innenverteidiger Giovanny Espinoza verdienten sich die Bestnoten bei Ecuador. Bei den Polen, die durch die eingewechselten Ireneusz Jelen und Pawel Brozek am Ende nur einen Latten- (86.) und einen Pfostentreffer (90.+1) verzeichneten, gefielen die beiden Abwehrspieler Jacek Bak und Mariusz Jop.

Polens Trainer Janas hatte sich in der Torwartfrage für Boruc entschieden. Der Keeper von Celtic Glasgow erhielt, wie von den meisten erwartet, den Vorzug vor Tomasz Kuszczak. Der England-Legionär von West Bromwich Albion hatte sich beim 1:2 im Test gegen Kolumbien zum Gespött der Fans gemacht, als er nach einem Abschlag seines Gegenübers den Ball ins Tor springen ließ.

© SID

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