Fußball WM
England bangt um Rooney

Der Einsatz von Englands Wayne Rooney bei der WM in Deutschland ist stark gefährdet. Beim Premier-League-Match in Chelsea zog sich der Star von Manchester United einen Mittelfußbruch zu und fällt sechs Wochen aus.

Ganz Fußball-England verharrt nach der Verletzung von Stürmerstar Wayne Rooney in einem Schockzustand. Der 20 Jahre alte Goalgetter von Manchester United erlitt bei der 0:3-Niederlage seines Klubs bei Meister FC Chelsea am Samstag einen Bruch im rechten Mittelfußbereich. Nach Auskunft des Vereins muss Rooney sechs Wochen pausieren. In sechs Wochen, am 10. Juni, startet England jedoch in Frankfurt gegen Paraguay bereits ins WM-Turnier. Inwiefern der Einsatz Rooneys bei der WM-Endrunde in Deutschland gefährdet ist, ist noch unklar.

Die Zeitung News of the World schrieb von einem "WM-Albtraum", für den "Sunday Mirror" war die Verletzung von Rooney sogar das "Ende der Welt", für Sunday People schlicht ein "Disaster". Ein Ausfall von Rooney, "der Englands wichtigster Spieler ist, würde die Chancen ernsthaft minimieren. England hält den Atem an", schrieb die Zeitung The Observer. "Englands WM-Hoffnungen durch Rooneys K.o. weggeblasen", meinte The Sun. Rooneys Kollege in der Nationalelf, Steven Gerrard vom FC Liverpool, erklärte: "Ohne Wayne zur WM zu fahren wäre eine Katastrophe. Er ist ein Held in unserem Land und unser wichtigster Mann."

Ferguson pessimistisch - Eriksson hofft

"Manu"-Teammanager Alex Ferguson soll gegenüber Mail on Sunday bereits erklärt haben, dass der 20-Jährige bei der WM defintiv ausfallen wird. "Er ist am Boden zerstört. Er hat sich so auf die WM gefreut. Für ihn ist die Welt zusammengebrochen, aber er ist noch jung und seine Zeit wird noch kommen", wird Ferguson zitiert. Im Gegensatz zu Ferguson hat Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson Rooney noch nicht vollständig abgeschrieben: "Wir werden ihn auf jeden Fall mitnehmen, wenn nur die kleinste Chance auf eine Einwechslung in den späteren Runden besteht", sagte der Schwede.

"Das ist tragisch, wir können Rooney nicht ersetzen. Es gibt in England keinen Spieler wie ihn. Ohne ihn wären wir statt eines möglichen Titelaspiranten nur noch Außenseiter", sagte der frühere englische Teammanager Bobby Robson im BBC-Radio. Selbst Chelseas portugiesischer Trainer Jose Mourinho zeigte sich geschockt: "England braucht den Jungen, die Weltmeisterschaft braucht den Jungen."

Rooney selbst hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: "Ich will so schnell wie möglich fit werden und mir die größtmögliche WM-Chance verschaffen. Ich bin bei Manu in guten Händen und werde mich jeden Tag behandeln lassen", kündigte der Jungstar an.

In der 78. Minute war der Angreifer von Manchester United nach einem Zweikampf mit Chelseas Paulo Ferreira mit schmerzverzerrtem Gesicht liegengeblieben und musste vom Platz getragen werden. Auf Krücken humpelte Rooney anschließend in den Mannschaftsbus, ehe nach einer Untersuchung in Manchester Klarheit über die Schwere der Verletzung bestand.

Auch Sturmpartner Owen angeschlagen

Rooney galt nicht nur bei Teammanager Sven-Göran Eriksson als einer der großen Hoffnungsträger. Der 29-malige Nationalspieler (11 Tore) hatte schon bei der Euro 2004 seine Klasse gezeigt, brach sich dort aber ebenfalls den Fuß - und England schied im Viertelfinale gegen Gastgeber Portugal aus.

Zu allem Überfluss klagte Nationalspieler Michael Owen, der am Samstag nach viermonatiger Verletzungspause beim 0:0 von Newcastle United gegen Birmingham sein Comeback gefeiert hatte, nach seinem 30-minütigen Einsatz erneut über Probleme am rechten Fuß. Er würde wieder Schmerzen verspüren, so der Sturmpartner von Rooney im Nationalteam. Der Angreifer hatte sich Ende 2005 ebenfalls den Mittelfuß gebrochen.

© SID

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