Fußball WM
England-Fans ernten Lob in Frankfurt

Die englischen Fans haben nach dem 1:0-Sieg im WM-Spiel gegen Paraguay ein Lob von den Frankfurter Sicherheitskräften erhalten. "Sie haben sich hier sehr fair verhalten", sagte ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes.

Zum Auftakt der WM in Deutschland haben die englischen Fans zwei verschiedene Gesichter gezeigt. Nach dem 1:0-Sieg der "Three Lions" gegen Paraguay in Frankfurt/Main feierten offiziell 70 000 Fans von der Insel bierselig-friedlich und ernteten ein dickes Lob von den Sicherheitskräften. In London dagegen flogen während der Übertragung des Spiels plötzlich die Biergläser und die Fäuste. An der Massenschlägerei waren knapp 200 Personen beteililgt.

"Irgendwas mit Alkohol und Fußball"

"Es ging um irgendwas mit Alkohol und Fußball", schilderte ein Polizeisprecher lakonisch den Anlass für die Ausschreitungen in der englischen Metropole. Einige der Prügelnden mussten im Krankenhaus behandelt werden, ernsthaft verletzt wurde Polizeiangaben zufolge niemand.

"Ich sah, wie einige auf einmal anderen Leuten Bierflaschen auf den Kopf schlugen, und Flaschen gegen die Wand flogen", schilderte ein Augenzeuge. Die eilends herbeigerufene Polizei konnte Schlimmeres verhindern.

Insider hatten schon vor WM-Beginn vorhergesagt, dass Ausschreitungen von Hooligans diesmal nicht im Gastgeberland der WM-Endrunde, sondern eher im Mutterland des Fußballs zu befürchten sind. Nach den Ereignissen bei der WM 1998 in Frankreich sorgen neue Regelungen dafür, dass rund 3 500 englische Hooligans in speziellen Dateien bei der Polizei erfasst sind. Auf diese Weise haben sie keine Chance, die WM-Spiele in Deutschland zu besuchen und Unfrieden zu stiften.

"Bei jedem Spiel der englischen Mannschaft müssen sich diese Leute zuhause bei der Polizei melden und ihren Ausweis mitbringen", berichtete einer der Fan-Betreuer, der sich in Frankfurt/Main gemeinsam mit 40 englischen Kollegen ganz speziell um seine Landsleute kümmerte.

20 Festnahmen vor dem Spiel

Die Wochenend-Szenerie in der Mainmetropole stützte die Vermutung, dass die Heerscharen von englischen WM-Touristen in ihren weißen oder roten Trikots kein Gefahrenpotenzial darstellen. Vor dem England-Spiel wurden 20 Randalierer vorübergehend festgenommen. Nach der Partie waren es 46, die in alkoholisiertem Zustand Autos beschädigt, herumgegrölt oder kleine Zwistigkeiten ausgetragen hatten.

"Bei dem Großteil der vorübergehend in Gewahrsam genommenen Personen handelte es sich nicht nur um Engländer, sondern auch um Deutsche", erklärte Karlheinz Wagner von der WM-Pressestelle der Polizei: "Wenn man bedenkt, dass fast 70 000 Engländer in der Stadt waren, ist das eine ruhige und friedliche Nacht gewesen."

Einziges ernsthaftes Vorkommnis bei der riesigen Party der englischen Fans, die vor allem den Römerberg mit ihren Flaggen und Gesängen und natürlich mit jeder Menge Bier fest im Griff hatten, war der Sturz eines Besuchers von einer ungefähr fünf Meter hohen Brüstung.

"Sehr fair verhalten"

"Obwohl die Public-Viewing-Area an dieser Stelle schon geschlossen war, wollte sich der etwas angetrunkene Mann unbedingt noch Zutritt verschaffen. Er wurde sofort vom Notdienst behandelt und ist nicht in Lebensgefahr", berichtete Robin Raasch, Abteilungsleiter des Deutschen Roten Kreuzes in der Fanarena: "Alles in allem müssen wir den englischen Fans ein großes Lob aussprechen. Sie haben sich hier sehr fair verhalten und für sehr gute Stimmung gesorgt."

Besonders gut kamen die rund 30 000 Zuschauer fassenden Besuchertribünen am Main-Ufer an. "Wir wollten unserer Mannschaft natürlich möglichst nahe sein und sind nach Deutschland gekommen, obwohl wir keine Tickets hatten. Es war super, dass wir am Fluss auch sowas wie Stadion-Atmosphäre hatten", meinte ein Besucher aus Liverpool: "Schade, dass unser Team nicht alle Spiele in Frankfurt austrägt."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%