Fußball WM
Fan-Camps sollen bei WM Sicherheitsgefühl bieten

Der Präsident des südafrikanischen WM-OKs, Irvin Khoza, plant den Bau von Fan-Camps, um den Fußball-Fans Sicherheit zu vermitteln. Im Finale möchte Khoza ein Team aus Afrika sehen.

Im Hintergrund kämpft Irvin Khoza um die Macht im südafrikanischen Fußball-Verband Safa, an vorderster Front für eine sichere WM 2010. "Unser Polizeiaufgebot wird immens sein. Wir werden alles daransetzen, eine sichere WM zu haben. Denn es sind Aktionen einzelner Personen, die für Beunruhigung bei den Menschen sorgen. Aber es ist kein Problem der organisierten Kriminalität", sagte der am Kap der guten Hoffnung nur der "Eiserne Fürst" genannte Präsident des südafrikanischen WM-Organisationskomitees im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Sicherheitsdebatte wurde neu entfacht

Der jüngste Anschlag auf einen Bus aus Südafrikas neuem Personennahverkehrssystem BRT hat neun Monate vor der ersten WM auf dem afrikanischen Kontinent die Debatten um die Sicherheit der Fans und Mannschaften neu entfacht. Zudem sorgen illegale Einwanderer und die hohe Mordrate weiter für Probleme. Doch Khoza ist überzeugt, dass in Südafrika während des vierwöchigen Turniers Gewalt und Raub nicht im Vordergund stehen.

"Unabhängig von der Situation in Südafrika und der Problematik der illegalen Einwanderer - ein Event dieser Größenordnung zieht immer Kriminelle an. Und zwar auf der ganzen Welt", meinte Khoza, der mit dem Bau von Fan-Camps den WM-Touristen Sicherheit vermitteln will: "Das ist tatsächlich ein Plan. Denn so könnten wir einen großen Sicherheitsring um die Spielstätten ziehen, in dem sich die Zuschauer bewegen. So könnten die Fans sicher vom Camp zum Spiel und wieder zurückgebracht werden."

Wettrennen um die besten Quartiere

Damit auch die Mannschaften ohne Bedenken von ihren Base-Camps zu den Spielen reisen können, will das WM-OK alle 32 Teams dazu bewegen, in der Provinz Gauteng Quartier zu beziehen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat ungeachtet der noch nicht feststehenden WM-Qualifikation bereits das 5-Sterne-Luxushotel "Velmore Grande" in der Nähe von Johannesburg geblockt, da zwischen den Nationen ein Wettrennen um die besten Quartiere eingesetzt hat.

"Wer sich zuerst qualifiziert oder zuerst bucht, hat die besseren Karten. Es ist ein Wettrennen zwischen den Nationen, das ist uns bewusst. Aber die Hoteliers wollen eben die Gewähr haben, dass ihr Hotel über die komplette Zeit von 35 Tagen ausgebucht ist. Wir haben hier eine andere Situation als bei der WM 2006, auch weil viele Hotelbesitzer nicht aus Südafrika kommen und deshalb zunächst einmal ihren persönlichen, finanziellen Vorteil sehen", erklärte der 61-Jährige die besonderen Gegebenheiten am Kap.

Die Finanzen sind in Südafrika ohnehin ein großes Thema. Auch für Khoza, dessen Privatvermögen auf rund zehn Mill. Dollar geschätzt wird. Probleme bereitet derzeit vor allem der Bau des 68 000 Zuschauer fassenden Green Point Stadiums in Kapstadt. Die Arena wird auch aus finanziellen Gründen wohl erst im März fertig, die Fifa fordert aber eine Fertigstellung im Dezember.

"Ein Team aus Afrika im Finale - das wäre mein Traum"

"Im neuen Stadion in Kapstadt müssen noch einige technische Feinheiten, die beispielsweise die Sitze betreffen, gelöst werden. Wir stehen mit der Fifa in Gesprächen, denn eigentlich wird ja verlangt, dass sieben Monate vor WM-Beginn alle Stadien fertig sind. In Kapstadt könnte es jedoch noch bis März dauern", sagte Khoza, der ungeachtet aller Probleme aber täglich nur an das WM-Finale am 11. Juli 2010 denkt: "Ein Team aus Afrika im Finale - das wäre mein Traum."

Doch der Besitzer der Orlando Pirates wurde zuletzt vor allem vom Weltverband aus den Träumen gerissen. Denn Khoza kämpft am 26. September ausgerechnet gegen OK-Geschäftsführer Danny Jordaan um das Safa-Präsidentenamt. Khoza werden gute Chancen eingeräumt.

Doch Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke stellte bereits klar, dass Jordaans OK-Karriere für den Fall der Wahl zum Safa-Boss beendet wäre. "Wir wollen keine Leute, die auf zwei Stühlen sitzen. Bis zum WM-Start im Juni nächsten Jahres haben wir noch viel Arbeit vor uns. Die WM muss weiter im Mittelpunkt stehen", sagte Valcke.

© SID

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