Fußball WM
Fans jubeln Ticos begeistert zu

Ob nach dem Abpfiff auf den Rängen in München oder in den Straßen von San Jose: Die costa-ricanischen Fans feierten ihre Mannschaft und vor allem Torschütze Wanchope ausgiebig auch nach der Niederlage gegen die DFB-Elf.

Auch die Auftakt-Niederlage gegen die deutsche Mannschaft tat der Feierstimmung der costa-ricanischen Fans keinen Abbruch. So wie Hunderte von Zuschauern in der Münchner WM-Arena wollten Tausende in den Straßen von San Jose weit nach Abpfiff noch nicht nach Hause gehen. "Oe, oe, oe, oe, Ticos, Ticos", klang es in München und der fernen Hauptstadt Costa Ricas. Die "Seleccion" hatte das Eröffnungsspiel der WM zwar mit 2:4 (1:2) verloren, die Herzen ihrer Anhänger jedoch im Sturm erobert.

Die heimische Presse sprach von einem "ehrenvollen Untergang" (La Nacion) und betonte: "Costa Rica hat sich gut verkauft. Wir haben unser Gesicht gezeigt" (Al Dia). Trainer Alexandre Guimaraes war mit der Spielweise seiner Mannschaft entsprechend zufrieden. "Es wäre schön, wenn die WM so weitergehen würde", sagte er. Die beiden noch ausstehenden Gruppenspiele gegen Ecuador (15. Juni) und Polen (20. Juni) könnte sein Team mit einer ähnlichen Leistung gewinnen, ergänzte Guimaraes.

Wanchope die "Trumpfkarte der Tricolor"

Die Hoffnung der Mittelamerikaner hat einen Namen: Paulo Wanchope. Die "Kobra" war bissiger als jemals zuvor und stach aus einem Ensemble heraus, das sich in der Defensive wie ein Kaninchen vor der deutschen Schlange verhielt. "Paulo stahl die Show. Er hat die Arena zweimal zum Schweigen gebracht", schrieb Al Dia über die beiden Tore des "historischen Chope", der "Trumpfkarte der Tricolor" (La Nacion).

"Ich danke Gott für meine Treffer", sagte Wanchope gerührt. In seiner bewegten Karriere, die ihn mit 20 Jahren in die weite Welt des Profifußballs führte, hätten seine Länderspieltreffer Nummer 44 und 45 (12. und 73.) "einen besonderen Platz", meinte er. Natürlich wusste Wanchope, dass er bei seinem 68. Nationalmannschaftseinsatz auch von den deutschen Abwehrschwächen profitierte. Seine Zuversicht ist gleichwohl ungebrochen. "Wir fühlen uns trotz der Pleite gut und sollten die Köpfe nicht hängen lassen", sagte er.

Martinez fällt mit Knieverletzung aus

Wenn die Mannschaft weiter kämpfe und die kommenden vier Tage nutze, "um über unsere Fehler nachzudenken", sei der Einzug in die zweite Runde durchaus noch möglich: "Aber wir müssen das ein oder andere besser machen."

Was genau, verriet Trainer Guimaraes. "In der Defensive müssen wir besser aufpassen", sagte er - zumal in der nächsten Partie der defensive Mittelfeldspieler Gilberto Martinez aufgrund einer Knieverletzung fehlen wird. Luis Marin, der Kapitän und Abwehrchef, ließ sich vor dem 2:1 durch Miroslav Klose (17.) von Bernd Schneider veräppeln. Bei Kloses 3:1 (61.) verlor er das Duell gegen die deutsche Nummer 11.

Bei den Weitschüssen von Philipp Lahm (6.) und Torsten Frings (87.) - Al Dia: "Eine deutsche Bombe" - war die Defensivabteilung dagegen chancenlos. "Das erste Tor war unmöglich", sagte Torhüter Jose Porras: "Bei dem Schuss von Frings bin ich mit aller Kraft nach dem Ball gehechtet, aber ich habe es nicht mehr geschafft."

Den Fans war es schließlich einerlei. Als sie ihre "Ticos" lange genug gefeiert hatten, eroberten sie die Bars und Kneipen Münchens. "Alle gingen glücklich", resümmierte La Nacion.

© SID

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