Fußball WM
Frankreich hadert mit der eigenen Leistung

Nach dem 0:0-Unentschieden im WM-Vorrundenspiel gegen die Schweiz schlichen die französischen Spieler mit hängenden Köpfen vom Platz. Die "Grande Nation" wartet mittlerweile seit acht Jahren auf ein WM-Tor.

Die Enttäuschung war den französischen Spielern nach dem 0:0-Unentschieden im WM-Vorrundenspiel gegen die Schweiz ins Gesicht geschrieben. Besonders dem dreimaligen Weltfußballer Zinedine Zidane, der nach der WM seine Karriere beenden wird, machte die Leistung seines Teams zu schaffen. Sprachlos verließ Frankreichs Regisseur nach dem Schlusspfiff den Rasen. Die "Grande Nation" wartet mittlerweile seit acht Jahren auf ein WM-Tor.

Für Domenech zählt nur das Achtelfinale

Trainer Raymond Domenech versuchte indes, der schwachen Vorstellung seiner Elf etwas Positives abzugewinnen. "Einen Punkt haben wir. Unser Ziel ist das Achtelfinale. Das ist alles, was zählt. Aber natürlich wäre mir mit drei Punkten nach dem Auftakt wohler", meinte der 54-Jährige mit bittersaurer Miene. Wohlwissend, dass der Titelträger von 1998 damit bereits im zweiten Spiel der Gruppe G gegen Südkorea am 18. Juni (21.00) in Leipzig unter gehörigem Zugzwang steht. Die Asiaten hatten wenige Stunden zuvor in Frankfurt Togo dank eines Kraftaktes besiegt (2:1).

"Keine Frage, wir müssen noch stärker werden", bilanzierte der französische Torhüter Fabien Barthez. Vier Jahre nach dem WM-Trauma von Südkorea und dem dortigen blamablen Vorrundenaus konnte die zuletzt in der Vorbereitung nicht überzeugende "Equipe Tricolore" nur in der Anfangsphase Akzente setzen und baute nach dem Wechsel stark ab. Frankreich blieb nicht nur erneut torlos, Frankreich wirkte saft- und kraftlos.

Drittes Unentschieden in Folge

"Die Hitze hat uns natürlich zu schaffen gemacht und sich aufs Tempo ausgewirkt", analysierte Domenech. Sein Schweizer Pendant Jakob "Köbi" Kuhn haderte trotz des dritten Punktgewinns gegen Frankreich in Folge mit dem Resultat: "Wir hatten unsere Chancen und trauern ihnen nach. Aber insgesamt müssen wir zufrieden sein."

Dabei war Ex-Europameister Frankreich nach dem WM-Debakel von 2002 hochmotiviert in das erste WM-Duell gegen die mit sechs Bundesligaprofis angetretenen Schweizer gegangen. Vor allen Dingen der Schachzug von Domenech, Spielmacher Zidane und seinen legitimen Nachfolger Franck Ribery gemeinsam auflaufen zu lassen, schien sich zunächst auszuzahlen. Der erst während der WM-Qualifikation in die Nationalmannschaft zurückgekehrte Altmeister und vor allem sein Lehrling waren zumindest in der ersten Halbzeit Dreh- und Angelpunkt des Mitfavoriten.

Beide Teams vor dem Tor zu harmlos

Allerdings ließen die Franzosen, die bereits in der WM-Qualifikation gegen die Eidgenossen kein Mittel gefunden hatten (1:1/0:0), den Killerinstinkt vor dem Tor des Ex-Leverkusener Keepers Pascal Zuberbühler auch diesmal vermissen. Mehr Glück hatten die "Blauen", als der Leverkusener Tranquillo Barnetta mit einem Freistoß aus 25 Metern nur den Pfosten traf und Stürmer Alexander Frei (Stade Rennes) den Abpraller nur um Zentimeter verpasste (24.). "Es ist schwer zu sagen, ob wir einen Punkt gewonnen oder zwei verloren haben", sagte der 21-jährige Barnetta nach der auf schwachem Niveau stehenden Partie.

Durch ihre verhaltene Spielweise nahm die Elf aus der Alpenrepublik den Franzosen in der Folge immer mehr den Wind aus den Segeln. Das Team "Köbi" Kuhn, das zuletzt 1994 ein WM-Spiel gewonnen hatte (4:1 gegen Rumänien), lieferte dem Europameister von 2000 nach dem Wechsel einen offenen Schlagabtausch.

Überschattet wurde das Spiel von einem Todesfall. Ein 49-jähriger Franzose war bereits mehrere Stunden vor dem Spiel auf einem Parkplatz vor dem Stadion an Herzversagen gestorben.

© SID

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