Fußball WM
Frankreich remis, wieder "Ösi"-Blamage auf Färöern

Vize-Weltmeister Frankreich kommt in der WM-Qualifikation nicht auf Touren und spielte 2:2 in Rumänien. Österreich blamierte sich erneut auf den Färöern, kamen nur zu einem 1:1.

Siege für Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel, Niederlagen für die tapferen Außenseiter-Teams von Berti Vogts und Bernd Storck und ein bitteres Deja-vu-Erlebnis für Österreich: Der erste Teil des Doppelspieltags in der Qualifikation zur Fußball-WM 2010 in Südafrika bot große Brisanz.

Hitzfeld kam mit der Schweiz zu einem 2:1 (0:0) gegen Lettland, Rehhagel siegte mit Griechenland 3:0 (2:0) gegen Moldawien. Der Ex-Europameister ist damit eines von drei Teams neben dem aktuellen Champion Spanien und England, das die Maximalausbeute von neun Punkten aus drei Spielen auf dem Konto hat. Ohne Punktverlust sind auch noch die Niederlande, die durch das 2:0 (1:0) gegen Island den zweiten Sieg feierten. Weltmeister Italien gab durch das 0:0 in Bulgarien dagegen die ersten beiden Punkte ab.

Spanien siegte 3:0 (2:0) in Estland, die Engländer gewannen 5:1 (0:0) gegen Kasachstan. Die Gäste schlugen sich beim Debüt des deutschen Interimstrainers Bernd Storck im Londoner Wembley-Stadion aber wacker und hielten bis zur 52. Minute das 0:0. Vogts verlor mit Aserbaidschan in der deutschen Gruppe vier durch ein Elfmeter-Tor des Hannoveraner Bundesliga-Profis Mikael Forssell 0:1 (0:0) in Finnland.

Dagegen verhinderte Vize-Weltmeister Frankreich mit großer Moral die zweite Niederlage und rettete somit möglicherweise den Job von Trainer Raymond Domenech. Trotz eines frühen 0:2-Rückstands kam die "Equipe Tricolore" in Rumänien noch zu einem 2:2 (1:2).

Österreich blamierte sich 18 Jahre nach dem legendären 0:1 in der EM-Qualifikation wieder gegen die Färöer. Der EM-Gastgeber kam in Torshavn beim Fußball-Zwerg nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Der nächste deutsche Gegner Wales tat sich gegen Liechtenstein ebenfalls schwer, kam letztlich aber noch zu einem 2:0 (1:0).

Hektische Schlussphase in der Schweiz

In St. Gallen überschlugen sich ab der 63. Minute die Ereignisse. Nach dem 1:0 durch den Dortmunder Alex Frei (63.) sah zunächst der Lette Juris Laizans die Gelb-Rote Karte (69.). In Unterzahl glichen die Gäste durch Deniss Ivanovs aus (71.), der frühere Hannoveraner Bundesliga-Profi Blaise N'Kufo schoss jedoch fast postwendend das Siegtor. Für Griechenland traf Stürmer Angelos Charisteas vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg zweimal (32./51.), Konstantinos Katsouranis gelang das 2:0 (39.). Am Mittwoch kommt es zum deutschen Trainer-Duell zwischen Rehhagel und Hitzfeld.

Rumänien führte durch Florentin Petre (6.) und Dorin Goian (17. ) schnell 2:0, das Tor des Münchners Franck Ribery leitete die Wende ein (37.), Yoann Gourcuff rettete noch das Remis (69.). Für Spanien trafen Juanito (34.), EM-Torschützenkönig David Villa (38.) und Carles Puyol (69.).

Das Vogts-Team ist dagegen nach drei Spielen noch ohne Tor. "Ich weiß nicht, ob der Elfmeter berechtigt war, aber das 1:0 geht in Ordnung. Finnland war die klar bessere Mannschaft", sagte Vogts in der ARD. Die hohen Erwartungen im Verband, über die sich der Weltmeister von 1974 mehrfach beschwert hatte, kommentierte Vogts diesmal mit Ironie: "Ich habe schon ein Quartier für die WM 2010 gebucht. Vielleicht treffen wir ja auf Deutschland."

Ferdinand bricht den Bann

In London erlöste Ersatz-Kapitän Rio Ferdinand die Engländer in der 52. Minute. Nach einem Eigentor von Aleksandr Kutschma (64.) brachte Schambyl Kukejew (68.) die Kasachen zurück ins Spiel und ließ den Favoriten zittern. Wayne Rooney mit einem Doppelschlag (77. /86.) und Jermain Defoe (90.) sorgten doch noch für klare Verhältnisse.

Österreich geriet in der 47. Minute durch ein Tor von Bogi Lokin sogar in Rückstand. 68 Sekunden später schaffte der frühere Stuttgarter Martin Stranzl den Ausgleich.

Wales ging durch David Edwards drei Minuten vor der Pause in Führung (42.). Nachdem Craig Bellamy einen Elfmeter verschossen hatte, unterlief Gäste-Spieler Mario Frick (80.) ein Eigentor.

Neben Ribery trafen aus der Bundesliga auch der Schalker Lewan Kobiaschwili beim 1:1 Georgiens gegen Zypern, der Wolfsburger Edin Dzeko beim 1:2 von Bosnien in der Türkei und der Bochumer Stanislav Sestak beim 3:1 der Slowakei in San Marino, der Hamburger Joris Mathijsen beim Erfolg der Niederländer gegen Island und der Kölner Milivoje Novakovic beim 2:0 Sloweniens gegen Nordirland.

Beim 2:1 von Polen gegen Tschechien trafen der Dortmunder Jakub Blaszczykowski für Polen und der Frankfurter Martin Fenin für Tschechien.

© SID

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