Fußball WM
Frauen-EM in Finnland: Siebter Titel in Planung

Nach einer harten Vorbereitung starten die deutschen Fußballerinnen am Montag gegen Norwegen in die EM. Für Bundestrainerin Neid kann nur der Titel das Ziel ihrer Mannschaft sein.

Wenn die Lage des Trainingsgeländes ein Omen ist, dann können die deutschen Fußballerinnen ihre Hoffnungen auf die Titelverteidigung bei der am Sonntag beginnenden EM in Finnland begraben. Doch obwohl sich der zweimalige Welt- und sechsmalige Europameister seit Donnerstag neben einem Friedhof in Tampere auf das erste Spiel am Montag gegen Norwegen (16.00 Mesz/live in der ARD und bei Europsport) vorbereitet, herrscht bei der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) alles andere als Totenstille.

Ganz im Gegenteil zeigten sich die 22 Spielerinnen sowie DFB-Trainerin Silvia Neid seit ihrer Ankunft in Finnland voller Elan und formulierten quicklebendig allesamt nur ein Ziel: Nach dem Finale der Europameisterschaft, an der erstmals zwölf anstatt wie bisher acht Teams teilnehmen, soll am 10. September in Helsinki der fünfte EM-Triumph in Folge gefeiert werden.

"Haben kein Abo auf den EM-Sieg"

"Als Welt- und Europameister kann nur der Titel unser Ziel sein. Was am Ende dabei rauskommt, werden wir sehen - wir werden jedenfalls alles dafür geben", sagte Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz, die auch noch aus einem ganz anderen Grund unbedingt den Titel holen will: "Wir hatten eine lange Vorbereitung - und ich habe keine Lust, die umsonst gemacht zu haben."

Seit dem 22. Juni hat Neid ihre Schützlinge versammelt und gewährte den Spielerinnen zwischen den sechs Lehrgängen nur kurze Pausen. Die harte Vorbereitung soll sich jetzt bezahlt machen. Wie Prinz gibt auch Neid die Titelverteidigung als Ziel aus, die Trainerin warnt aber trotz der vier zurückliegenden EM-Siege in Folge vor Überheblichkeit: "Wir haben kein Abo auf den EM-Sieg."

Neid sieht Schweden als Favorit

Nach Ansicht von Neid, die vor dem Spiel gegen den zweimaligen EM-Sieger und Mitfavoriten Norwegen um den Einsatz von Mittelfeldspielerin Simone Laudehr (Innenbandzerrung) bangt, können sich sechs Teams den Titel sichern. "Das sind Dänemark, Norwegen, England, Schweden, Frankreich und wir. Alles andere würde mich total überraschen. Dabei sehe ich Schweden als ganz großen Favoriten", erläuterte die 45-Jährige, in deren 22-köpfigem Kader 16 Weltmeisterinnen von 2007 stehen.

In Norwegen und dem zweiten deutschen Gegner aus Frankreich (27. August, 16.30 Uhr Mesz/live in der ARD und bei Eurosport) befinden sich gleich zwei der Mitfavoriten in der deutschen Gruppe B, in der die vierte Mannschaft Island (30. August, 15.00 Uhr Mesz/live im ZDF und bei Eurosport) als Außenseiter gilt.

Da nur vier der zwölf Mannschaften nach der Vorrunde die Heimreise antreten müssen, ist ein frühes Aus der deutschen Auswahl äußerst unwahrscheinlich. Dennoch machen sich die Verantwortlichen darüber Gedanken - vor allem im Hinblick auf die WM 2011 in Deutschland, für die das deutsche Team mit überzeugenden Auftritten bereits in Finnland die Werbetrommel rühren soll.

Mit der WM im Hinterkopf

Neid betonte zwar, dass ein Scheitern in der Vorrunde "kein Untergang" wäre, dennoch ist sich auch die Trainerin über die Vorteile eines guten Abschneidens im Klaren: "Je erfolgreicher wir sind, um so besser ist es natürlich im Hinblick auf die WM."

Die Weltmeisterschaft im Hinterkopf hat auch die neue Nationalmannschafts-Managerin Doris Fitschen. Ihre Aufgabe, die für sie in Finnland beginnt, ist klar umrissen. "Das Nationalteam ist das Zugpferd der WM. Wir wollen eine Marke entwickeln und die Bekanntheit der Spielerinnen steigern", erklärte die 40-Jährige, die weiß, wie dieses Ziel am einfachsten zu erreichen ist: "Um so mehr Spiele wir gewinnen, um so besser ist es natürlich."

© SID

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