Fußball WM
Geheimnis um WM-Spielorte für 2011 wird gelüftet

Heute kommt es im Bundeskanzleramt zur Bekanntgabe der Spielorte für die Frauen-WM 2011. DFB-Generalsekretär Niersbach spricht schon im Vorfeld von "einer sehr schweren Entscheidung".

Im Bundeskanzleramt in Berlin werden heute (15.10 Uhr/live in der ARD) die Spielorte der in Deutschland stattfindenden Frauen-WM 2011 bekanntgegeben. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und DFB-Präsident Theo Zwanziger wird zudem Fifa-Boss Joseph S. Blatter der Zeremonie beiwohnen. Rund 1 000 Tage vor dem Eröffnungsspiel steht jedoch keiner aus dem genannten Trio im Mittelpunkt. Die größte Aufmerksamkeit wird voraussichtlich U20-Nationalstürmerin Bianca Schmidt genießen: die 18-Jährige präsentiert die Kurzfilme der ausgewählten Städte und wird so zur Glücksfee für sechs bis acht der elf Bewerber.

Wenn Schmidt die Städte vorstellt, wird die Entscheidung über die Spielorte rund zwei Stunden alt sein. Nachdem das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei der außerordentlichen Sitzung am Montagabend einen Vorschlag erarbeitet hat, liegt die endgültige Entscheidung am Dienstag in den Händen des Weltverbandes Fifa.

"Stehen vor einer sehr schweren Entscheidung"

"Wir stehen vor einer sehr schweren Entscheidung. Uns liegen elf ausgezeichnete Bewerbungen vor, alle elf Bewerber erfüllen die Bedingungen", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Das letzte Wort hat wie bei der Männer-WM 2006 aber die Fifa."

Allerdings müssen nicht alle Bewerber, die dem DFB per Vertrag eine Fanmeile mit Rahmenprogramm, jeweils 500 bis 700 freiwillige Helfer und eine WM-Dekoration in ihren Städten garantiert haben, wirklich zittern. "Wir stehen zu unserer Aussage, die WM ins ganze Land zu bringen", erklärte Niersbach. Daraus ist beim Blick auf die Deutschlandkarte abzulesen, dass neben den gesetzten Spielorten Berlin und Frankfurt auch an Wolfsburg sowie Augsburg kein Weg vorbeiführen wird.

Hoffen und Bangen müssen also nur noch Sinsheim, Dresden, Mönchengladbach, Magdeburg, Leverkusen, Bielefeld sowie Bochum. Für alle Städte wird aus wirtschaftlichen Gründen kein Platz bei den Titelkämpfen sein. "Jedes Stadion kostet Geld", meinte Niersbach. Als favorisiert gilt eine Lösung mit acht Spielorten, die sich dann jeweils auf vier der 32 WM-Spiele freuen dürfen.

Sparsameres Budget als bei den DFB-Herren

Mit der Bekanntgabe der Spielorte wird das letzte Geheimnis im Vorfeld der Weltmeisterschaft gelüftet. In allen anderen Bereichen hat das Organisationskomitee (OK) um Präsidentin Steffi Jones bereits Planungssicherheit. Das DFB-Präsidium verabschiedete am Montag den WM-Etat, der wesentlich sparsamer als das Budget der Männer-Titelkämpfe 2006 (430 Mill. Euro) angelegt ist.

"Wir kalkulieren mit Ausgaben zwischen 50 und 55 Mill. Euro, die wir über zwei Einnahmequellen erwirtschaften müssen - die Eintrittsgelder und die Lizenzsummen der nationalen Förderer", sagte Niersbach. Im Klartext bedeutet dies, dass die nationalen Sponsoren 24 Mill. Euro in den WM-Topf zahlen sollen. Bisher haben zwei der sechs geplanten Sponsoren die Verträge unterschrieben. "Wir hoffen, dass wir bis Ende des Jahres alle Verträge unterschreiben können", verdeutlichte der DFB-Funktionär.

Günstigstes Ticket bei 20 Euro

Die restlichen 30 Mill. Euro für einen ausgeglichenen Haushalt sollen die Ticketverkäufe einbringen. Bei einer geplanten Kapazität von einer Million Plätzen (2006 waren es drei Millionen) würde somit die Eintrittskarte durchschnittlich 50 Euro kosten, um nach Abzug der Steuern und im Fall einer kompletten Auslastung die gewünschte Summe zu erzielen. Die günstigste Karte soll 20 Euro kosten, 2006 musste der Fan dafür 35 Euro bezahlen.

"Wir planen bei der Frauen-WM keinen Gewinn", sagte Niersbach, der nicht müde wird, das vom DFB getragene Risiko zu betonen: "Im Gegensatz zu fast allen internationalen Großveranstaltungen beanspruchen wir für unseren Etat keine öffentlichen Gelder. So war es bereits bei der WM 2006." Das finanzielle Risiko bei der Männer-WM hielt sich allerdings in Grenzen, am Ende stand ein Gewinn in Höhe von 140 Mill. Euro.

© SID

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