Fußball WM
Ghana macht "20 Millionen Menschen glücklich"

Die bislang wohl größte Sensation der WM ist Ghana mit dem Einzug ins Achtelfinale geglückt. "Das ist ein historischer Moment. Wir haben heute 20 Millionen Menschen glücklich gemacht", meinte Trainer Ratomir Dujkovic.

Voller Erleichterung und Freude brach der Jubelsturm unter der ghanaischen Nationalmannschaft los. Nach der großen Überraschung sank Torhüter Richard Kingson betend zu Boden, bevor sich die Spieler in den Armen lagen. "Wir sind die Brasilianer Afrikas und fürchten uns vor niemandem", erklärte Kapitän Stephen Appiah nach dem 2:1 (2:1)-Sieg gegen die USA und dem Achtelfinaleinzug seines Teams im Brustton der Überzeugung. Gegner in der Runde der letzten 16 ist am 27. Juni (17.00) Rekord-Weltmeister Brasilien.

Essien gelb-gesperrt

"Das ist ein historischer Moment. Wir haben heute 20 Millionen Menschen glücklich gemacht", meinte ein jubelnder Trainer Ratomir Dujkovic, während Mittelfeld-Star Michael Essien in die Mikrofone schrie: "Das ist für unsere Familien, für Ghana und für ganz Afrika." Der Mann vom FC Chelsea ließ dem Coup noch eine Kampfansage folgen: "Jetzt kann uns keiner stoppen. Wir können hier alle schlagen." Dujkovic ergänzte: "Jedes Team, das die "Black Stars" treffen wird, wird leiden müssen - wie es Italien, Tschechien und die USA mussten."

Nach der 0:2-Auftaktpleite gegen Italien hatten viele Ghana schon abgeschrieben, doch die Westafrikaner antworteten mit zwei Siegen und taten es Marokko (1986), Kamerun (1990), Nigeria (1994 und 1998) und Senegal (2002) gleich und zogen als erst fünftes Land vom Schwarzen Kontinent in der WM-Geschichte in die zweite Runde ein. "Wir sind jetzt unter den besten 16 Mannschaften der Welt. Ich weiß, was jetzt in Ghana los ist: Das ganze Land wird auf den Beinen sein und in den Straßen feiern", sagte Dujkovic.

Fünftes Erstrunden-Aus für die USA

Doch in den Siegerkelch mischte sich auch ein sehr bitterer Wermutstropfen. Schlüsselspieler Essien wird nach der zweiten Gelben Karte im Achtelfinale gesperrt sein. "Ich bin sehr traurig", sagte Appiah: "Wir werden ihn sehr vermissen. Aber wer auch immer für ihn spielen wird: Jeder von uns ist bereit, für die Nation zu sterben." Mit dieser Hingabe hatte sich Ghana den Sieg gegen die USA verdient. Haminu Dramani (22.) und Stephen Appiah (45., Foulelfmeter) trafen für den Underdog der Gruppe E, Clint Dempsey (43.) hatte für die USA ausgeglichen und dabei das 100. Tor der WM 2006 erzielt.

Das fünfte Erstrunden-Aus seit 1934 konnten die "Stars and Stripes" allerdings nicht verhindern. "Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass der Schiedsrichter vor dem 2:1 einen Elfmeter gegeben hat", sagte Trainer Bruce Arena anschließend. Tatsächlich war die Entscheidung von Markus Merk (Otterbach) zu hart: Oguchi Onyewu hatte Razak Pimpong nur leicht angerempelt.

Arena noch unsicher, ob er weitermacht

Trotz des bitteren Ausscheidens blickte Arena zuversichtlich nach vorne. "Der amerikanische Fußball hat eine rosige Zukunft", sagte er: "In jeder anderen Gruppe wären wir weitergekommen." Ob er selbst aber künftig noch auf der Bank sitzen wird, wollte er noch nicht verraten. "Das ist nicht meine Entscheidung. Ich habe jede Menge anderer Möglichkeiten, die ich jetzt prüfen muss."

© SID

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