Fußball WM
Ghana sichert sich das Endrunden-Ticket

Ghana hat sich durch einen 2:0-Sieg gegen den Sudan für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika qualifiziert. Für die "Black Stars" ist es die zweite WM-Teilnahme nach 2006.

Um ihn herum tanzten seine Teamkollegen, und die Fans feierten ausgelassen die erfolgreiche WM-Qualifikation ihrer "Black Stars" - nur Michael Essien behielt kühlen Kopf. "Es ist fantastisch, dass sich Ghana als erstes afrikanisches Land für die WM 2010 in Südafrika qualifiziert hat. Aber vor uns liegt jetzt eine noch größere Herausforderung. Nur, wenn wir gut vorbereitet sind, können wir dort auch Erfolg haben", sagte der Star der "schwarzen Sterne" nach dem 2:0 am Sonntag gegen den Sudan, das Ghana das WM-Ticket sicherte.

Eingedenk der oft chaotischen Vorbereitung, die schon manchen afrikanischen Mitfavoriten um ein besseres WM-Abschneiden gebracht hat, mahnte Essien: "Wir müssen uns jetzt konzentrieren und sehr gut auf die nächsten Aufgaben einstellen. Sonst hat das hier nichts genutzt." Doch die Worte des Teamkollegen von DFB-Kapitän Michael Ballack beim FC Chelsea gingen in der großen Party fast unter. Zu groß war der Jubel in Ghana über die zweite WM-Teilnahme nach 2006.

Ghana feiert seine "Black Stars"

"Von Ketu bis Keta, von Oda bis Kumasi, von Tamale bis Ho, von Cape Coast bis Takoradi und darüber hinaus ist die Freude grenzenlos - gleich der politischen Orientierung, Religion, oder Zugehörigkeit zu einem Volksstamm", schrieb die Zeitung Accra Daily. 20 Mill. der 24 Millionen Einwohner sollen vor den Fernsehgeräten mit ihren Stars mitgefiebert haben. "Fantastisch", titelte die Ghanaian Times, die Mail schrieb euphorisch: "Südafrika, wir kommen!"

Der Daily Graphic griff gleich ganz tief in die Historien-Kiste und verglich den sportlichen Erfolg mit der Unabhängigkeitserklärung von 1957, als Ghana als erstes afrikanisches Land südlich der Sahara selbstständig wurde.

"Wir sind die Nummer 1", hieß es entsprechend - in der Politik und im Sport. Auch WM-OK-Chef Danny Jordaan hob diese Parallele in seinem Glückwunsch-Telegramm hervor. "Ghana ist ein Symbol der Hoffnung auf dem Kontinent und wird in Südafrika viele Fans gewinnen. Ich hoffe, sie machen Afrika stolz", schrieb er.

Coach Rajevac als Vater des Erfolgs

Sulley Muntari von Inter Mailand (14.) und Essien (53.) hatten die 60 000 Zuschauer im Ohene Djan Stadium in Accra mit ihren Toren jubeln lassen. Als Vater des Erfolges gilt aber der serbische Coach Milovan Rajevac. Der 55-Jährige kam im August 2008 für den Franzosen Claude Le Roy und wurde zunächst für sein schlechtes Englisch und wegen seiner mangelnden Erfahrung als Auswahltrainer kritisiert. Es gelang ihm jedoch, aus starken Einzelkönnern ein Team zu formen.

"Teamwork hat uns den Erfolg gebracht", sagte Essien. In vier Spielen holte die Mannschaft um Kapitän Stephen Appiah vier Siege und blieb dabei ohne Gegentor. "Das ist ein unschätzbarer Erfolg", sagte Rajevac, und blickte gleich in Richtung WM-Endrunde: "Meine Spieler haben die Qualität, um weit zu kommen." Chefmahner Essien nahm's lächelnd zur Kenntnis.

© SID

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