Fußball WM
Green-Goal-Konzept sorgt für "grüne WM 2006"

Das deutsche Green-Goal-Konzept, mit dessen Hilfe die WM in Deutschland ökologisch verträglich gestaltet werden sollte, war laut Umweltminister Sigmar Gabriel ein Erfolg und soll anderen WM-Ländern als Vorbild dienen.

Die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hat nicht nur sportlich, sondern auch ökologisch neue Maßstäbe gesetzt. Laut Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sei das so genannte Green-Goal-Konzept der Weltmeisterschaft ein voller Erfolg gewesen. Dies erklärte der SPD-Politiker, als er zusammen mit Horst R. Schmidt, 1. Vizepräsident des Organisationskomitees (OK), in Berlin die Bilanz des Umweltkonzepts vorlegte. Mit dem Projekt wurden erstmals bei einer Fußball-WM messbare Öko-Ziele formuliert. Von 16 gesteckten Zielen wurden 13 erreicht.

"Diese sehr gute Bilanz zeigt, dass auch Mega-Events wie die WM umweltgerecht ausgerichtet werden können", sagte Hartmut Stahl vom Freiburger Öko-Institut, der das Projekt Green Goal wissenschaftlich begleitete. Da es für die Fußball-WM von der Fifa bisher keine ökologischen Vorgaben gab, hatte das Institut in Kooperation mit dem OK ein innovatives und ambitioniertes Umweltkonzept erarbeitet und die WM-Organisatoren bei der Umsetzung unterstützt.

Südafrika und Österreich wollen deutsches Know-how nutzen

Der kommende WM-Ausrichter Südafrika und Österreich, Mitveranstalter der Europameisterschaft 2008, wollen den von Deutschland eingeschlagenen grünen Weg weitergehen. Der Kapstaat will in Umweltfragen eng mit der Bundesrepublik zusammenarbeiten und die österreichische Bundesregierung die EM zu einem "Green Event" machen.

Aus umweltpolitischer Sicht besteht der größte Erfolg der Fußball-WM darin, dass erstmals eine Veranstaltung dieser Größenordnung klimaneutral ausgerichtet werden konnte. Die durch die WM zusätzlich angefallenen knapp 92 000 Tonnen Kohlendioxid, werden in den kommenden Jahren durch Klimaschutzprojekte in Indien und Südafrika wieder kompensiert. Insgesamt wurden außerdem 74 Prozent aller Fahrten zum und vom Stadion mit Bussen, Bahnen, Fahrrädern oder zu Fuß zurückgelegt.

Umkehr bezweifelt Klimaneutralität

Allerdings gab es im Bereich Transport deutlichen Widerspruch vom Informationsbüro für Verkehr und Umwelt Umkehr. Umkehr behauptet nach eigenen Berechnungen, dass durch den Fern-Flugverkehr angesichts der über eine Million ausländischen WM-Gäste mindestens 2,1 Mill. Tonnen CO2 in die Umwelt gelangt seien. Es könne also nicht davon gesprochen werden, dass die WM klimaneutral gewesen sei.

Gabriel meinte zur Kritik der Organisation, man habe bei der Formulierung der deutschen Ziele auf Einrechnung der Belastung durch die Flüge ausländischer WM-Gäste verzichtet. "Aber wo sollen wir da anfangen und aufhören? Beziehen wir auch die WM-Qualifikation mit ein, dann haben wir noch ganz andere Zahlen."

Deutlich weniger Abfall in und um Stadien

Erstmals kam bei einer WM im Publikumsbereich ein Mehrwegbecher zum Einsatz, der wesentlich zum sauberen Eindruck in den Stadien und zur Abfallvermeidung beigetragen hat. Eine Abfallreduzierung um 20 Prozent konnte damit weitgehend erreicht werden. Das Ziel, den Energieverbrauch der Stadien um mindestens 20 Prozent zu senken, konnte nicht erreicht werden, da das OK nicht direkt für den Neu- und Umbau der Stadien verantwortlich war.

Immerhin hat die WM 2006 aber mehr Strom produziert als verbraucht. Während des Turniers sind durch die Nutzung regenerativer Energien 13 Mill. Kilowattstunden zertifizierter Ökostrom zusätzlich eingespeist worden, was den kompletten Stromverbrauch der WM übertroffen hat.

An Green Goal haben sich das OK, die Austragungsstädte, die Stadien und einige Sponsoren beteiligt.

© SID

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