Fußball WM
Harte Strafen für Hooligans

Trotz der Vorfälle in der Bundesliga vom Samstag, bei denen Fans Spieler mit Gegenständen bewarfen, sieht das Organisationskomitee für die Wm2006 keine Sicherheitsmängel in den Stadien.

Trotz der unrühmlichen Vorfälle am 15. Spieltag der Bundesliga bezeichnet das Organsiationskomitee die Sicherheitsvorkehrungen für die WM 2006 in Deutschland als ausreichend. "Wir werden jetzt nicht in Panik verfallen. Wir sind weit davon entfernt, wegen eines solchen Einzelfalls die gesamte Konzeption und unsere ganze Philosophie über den Haufen zu werfen. Das wird nicht geschehen", sagte WM-OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach im DSF-"Doppelpass".

Nach dem "Trommelstockwurf" eines Kölner Rowdies waren Stimmen laut geworden, die die Sicherheit der Sportler und "normalen" Anhänger rund ein halbes Jahr vor WM-Beginn in Frage stellten. Der Hamburger Alexander Laas hatte nach dem HSV-Treffer zum 2:0 (58.) durch das Wurfgeschoss, das aus dem Kölner Fanblock geschleudert wurde, eine klaffende Platzwunde an der Stirn erlitten. Zudem wurde der Nürnberger Stefan Kießling, der mit einer Gehirnerschütterung am Boden lag, von Gladbacher "Fans" mit Feuerzeugen und Plastikbechern traktiert.

Hackmann: "Gegen solche Leute muss vorgegangen werden"

Liga-Boss Werner Hackmann hofft für die Zukunft, dass Stadionverbote und Strafverfahren abschreckende Wirkung haben werden sowie auf einen "Selbstreinigungsprozess" unter den Fans. "Gegen solche Leute muss mit aller Konsequenz vorgegangen und ein Stadionverbot ausgesprochen werden. Diese Vorfälle sind aber Gott sei dank Einzelfälle. Ich sehe keine negativen Auswirkungen für die WM", sagte Liga-Präsident Werner Hackmann am Sonntag dem Sport-Informations-Dienst (sid) und untermauerte damit die generelle Meinung zu den Sicherheitsfragen von Niersbach.

Im Zuge des Trommelstockwurfs musste Niersbach insbesondere an die Anhänger der Niederlande denken, für die Musik seit jeher bei Spielen der Nationalmannschaft ein absolutes Muss darstellt. "Die kommen mit einer ganzen Kapelle ins Stadion. Und wenn man das untersagt, gibt es auch wieder Kritik, weil es heißt, ihr nehmt uns den Spaß", meinte Niersbach.

Doppelte Kontrollen für mehr Sicherheit bei WM

Ohnehin wird das Thema Sicherheit bei der WM in Deutschland so groß geschrieben wir nie zuvor. Vor allem das von den Fans und Verbraucherschützern stark kritisierte Verkaufssystem der Tickets hat dazu beigetragen, dass registrierte Hooligans ohnehin keine Chance auf Zutritt in die WM-Stadien haben. "Zusätzlich zu den Kontrollen in der Bundesliga gibt es bei der WM noch einen äußeren Sicherheitsring. Mit dieser doppelten Kontrolle erhoffen wir uns mehr Sicherheit", erklärte Niersbach.

Außerdem weist der WM-OK-Vize auf die guten technischen Voraussetzungen in den WM-Arenen hin: "Der Vorteil unserer Stadien ist ja auch der, dass durch diese perfektionierte Videoüberwachung kein Täter mehr in der Anonymität der Masse verschwinden kann."

Die baulichen Probleme der WM-Stadien in Kaiserslautern, Nürnberg und Frankfurt scheinen zudem nur eine kleinere Problematik darzustellen. Während in Frankfurt und Nürnberg bereits Maßnahmen getroffen wurden, um Statik und Dachkonstruktion zu perfektionieren, sollen die Beseitigungen der Haarrisse im Fritz-Walter-Stadion in der kommenden Woche behoben sein.

© SID

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