Fußball WM
Hoeneß kritisiert Klinsmanns Torwartpolitik

Manager Uli Hoeneß von Rekordmeister Bayern München hat sich zur anhaltenden Torwartfrage in der Nationalmannchaft geäußert und Bundestrainer Jürgen Klinsmann kritisiert. "Das ist Psycho-Terror", so Hoeneß deutlich.

Die ungeklärte Torwartfrage in der deutschen Nationalmannschaft erhitzt weiterhin die Gemüter. Jetzt hat sich Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß zu Wort gemeldet und erneut heftige Kritik an Bundestrainer Jürgen Klinsmann geäußert. "Sich nach dem USA-Länderspiel nicht festzulegen und weiterhin von der Nummer eins und einem Herausforderer zu sprechen, ist unverantwortlich. Das ist Psycho-Terror. Absoluter Psycho-Terror", sagte der immer noch erboste Weltmeister von 1974 der am Mittwoch erscheinenden Sport-Bild.

"Das hätte man sich ersparen können"

Kahn hatte trotz einer Rippenverletzung am vergangenen Wochenende im Punktspiel gegen den 1. FC Köln (2:2) das Tor der Bayern gehütet, zweimal gepatzt und sich zur Halbzeit auswechseln lassen müssen. "Das hätte man sich alles ersparen können, die Leidtragenden sind die Vereine. Die Verschärfung der Torwart-Frage ist schon längst ein Riesenproblem geworden. Die ganze Jagd auf diesen Posten treibt solche Blüten wie heute", hatte Hoeneß schon am Samstag kritisiert.

Bayern-Trainer Felix Magath sieht wegen der ungeklärten Torwart-Frage und der immer noch offenen Zukunft von Michael Ballack dem Saison-Endspurt in der Bundesliga mit einiger Sorge entgegen. Das seien Themen, "die sich zuspitzen, im Grunde nerven und die wir in der Endphase nicht gebrauchen können. Deshalb wird es Zeit für uns, dass die Probleme Oliver Kahn und Michael Ballack bald vom Tisch sind", sagte Magath in Blickpunkt Sport des Bayerischen Fernsehens.

Vor allem die seit zwei Jahren andauernde Diskussion um die Nummer eins in der Nationalmannschaft werde immer mehr in den Verein hineingetragen, klagte Magath: "Ich weiß nicht, ob Jürgen Klinsmann das Ganze richtig einordnen kann, dass dieses Thema nicht nur nervt, sondern für den FC Bayern zu einer Belastung wird."

Magath glaubt an Gespräch zwischen Klinsmann und Hoeneß

Er könne sich deshalb gut vorstellen, dass Bayern-Manager Hoeneß in seiner Funktion als Sprecher des Arbeitskreises Nationalmannschaft "in dieser Woche versuchen wird, Kontakt zu Jürgen Klinsmann aufzunehmen, um mit ihm über die Situation zu reden".

Für den ehemaligen Bundestorwarttrainer Sepp Maier ist es sogar "unfassbar, dass immer noch nicht klar ist, wer bei der WM im Tor steht". Kahn sei der Leidtragende dieses Hickhacks. "Es ist doch kein Wunder, dass es ihm auch mal auf die Nieren geht. Er hat in der Rückrunde bisher nur verletzt gespielt", sagte Maier der Bild-Zeitung. Diese Diskussion werde sich bei der WM böse rächen.

Dass der 36 Jahre alte Bayern-Keeper bei einer Entscheidung für Jens Lehmann seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklären würde, glaubt Maier allerdings nicht: "Ich denke, der Oliver ist Sportsmann genug. Dann setzt er sich mit einem freundlichen Lächeln auf die Bank." Magath dagegen sagte, er würde an Stelle von Kahn den Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklären.

Ballacks Zukunft nach wie vor offen

Offen ist nach wie vor auch die sportliche Zukunft von Michael Ballack. Allerdings glaubt selbst Optimist Magath inzwischen nicht mehr an einen Verbleib des Mittelfeldspielers in München: "Ich war immer der Meinung, dass er hier bleibt. Aber so langsam muss ich mich damit abfinden, dass sich die Wege wohl trennen werden."

Ballack habe "irgendwelche Gründe, sich nicht zu äußern. Die muss man einfach respektieren", so Magath weiter. Durch seinen "wahrscheinlichen Weggang" habe er aber nach Meinung des Trainers an Sympathie verloren. Am Samstag gegen Köln war Ballack sogar schon von den eigenen Fans ausgepfiffen worden.

Noch stellt sich Magath aber vor den Kapitän der Nationalmannschaft, der wohl zum FC Chelsea wechseln wird: "Er hat schon viele wichtige Tore gemacht für uns, da kann er sich auch mal zwei, drei schwächere Spiele erlauben."

© SID

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