Fußball WM
Italien frohlockt nach WM-Traumstart

Nach dem 2:0-Erfolg zum WM-Auftakt gegen Ghana hat auch Italien wieder das Fußball-Fieber gepackt. Für die unterlegenen Afrikaner kommt es hingegen knüppeldick, als nächster Gegner warten die starken Tschechen.

Endlich hat Italiens Fußball-Gemeinde wieder Grund zu ausgelassener Freude: Durch den souveränen 2:0 (1:0)-Sieg im ersten WM-Vorrundenspiel gegen Ghana hat die Squadra Azzurra nicht nur einen erfolgreichen Turnierauftakt gefeiert, sondern ihren Fans auch ein Stück Stolz zurückgegeben.

"Ich bin überglücklich, dass wir das Abenteuer in Deutschland gut begonnen haben", sagte Mittelfeldspieler Andrea Pirlo, der sein Team in Hannover nach 40 Minuten mit 1:0 in Führung gebracht hatte. Vincenzo Iaquinta sorgte für den zweiten Treffer (83.).

Wettverwicklungen, Spielabsprachen und mögliche Zwangsabstiege hatten die Schlagzeilen im Land des dreimaligen Weltmeisters in den vergangenen Wochen bestimmt. Nun scheint der Glaube an den Sport zurückgekehrt. "Enthusiasmus und Tore: Italien startet, wie es sich die Tifosi nach der Skandalwelle der letzten Monate erhofft hatten", stellte die Gazzetta dello Sport fest. La Stampa schrieb: "Das von Skandalen erschütterte Italien überzeugt und startet unter Applaus."

Auch Trainer Marcello Lippi zeigte sich mit dem Auftritt seines Teams vor 43 000 Zuschauern zufrieden. "Ich freue mich für die Mannschaft, für die es zuletzt nicht einfach war. Wir wussten, dass Ghana sehr stark ist. Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und gut gespielt. Jetzt wollen wir so weitermachen und so weit wie möglich kommen", erklärte der Coach, der dem gerade erst von einem Wadenbeinbruch genesenen Francesco Totti in der Rolle hinter den Spitzen den Vorzug vor Alessandro del Piero gab.

Ghanaer wollen Wiedergutmachung gegen Tschechien

Totti zeigte zwar gute Ansätze, konnte aber nicht vollends überzeugen. In der 56. Minute musste der 29-Jährige nach einem Foul des Ghanaers John Pantsil ausgewechselt werden. Lippi gab für die nächste Partie am kommenden Samstag in Kaiserslautern gegen die USA (21.00 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) aber Entwarnung: "Francesco geht es gut. Es ist nur eine ganz leichte Prellung."

Totti selbst weiß um seine noch vorhandenen Defizite: "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber ich kann der Mannschaft helfen. Nach dem Sieg müssen wir realistisch bleiben. Der Weg zum Titel ist noch sehr lang."

Lange Gesichter gab es dagegen bei den Ghanaern, die vor der Partie das Halbfinale als Ziel ausgegeben hatten. Vor dem Spiel gegen USA-Bezwinger Tschechien am kommenden Samstag in Köln (18.00 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) steht man nun schon mit dem Rücken zur Wand. "Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und müssen jetzt aus unseren Fehlern lernen. Wir waren zu naiv, aber wir haben das Spielermaterial, um in den nächsten Spielen bessere Ergebnisse zu erzielen", meinte Mannschaftskapitän Stephen Appiah.

Trainer Ratomir Dujkovic gab sich ebenfalls kämpferisch. "Ich denke weiterhin, dass wir das Achtelfinale erreichen können und glaube an meine Mannschaft. Wir haben keine Angst vor den Tschechen, sie sind nicht unschlagbar", äußerte der Serbe und fand trotz der Pleite lobende Worte für sein Team: "Wir haben gut gespielt. Jetzt gilt es, vor allem das Abwehrverhalten zu verbessern."

© SID

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