Fußball WM
Italiens Coach Lippi traut deutscher Elf viel zu

Der italienische Nationaltrainer Marcello Lippi traut der deutschen Nationalmannschaft bei der kommenden WM in Deutschland viel zu. Vor allem lobte der Coach den großen Zusammenhalt im Team.

Der Respekt der Nationaltrainer vor der deutschen Nationalmannschaft 100 Tage vor Beginn der WM in Deutschland ist groß. Auch Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi zählt den WM-Gastgeber zu den Favoriten des Turniers und begründet seine Einschätzung mit dem großen Zusammenhalt im Team.

Auf die Frage, welcher Spieler ihm aus der Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann besonders gefalle, sagte Lippi vor dem Länderspiel Italien gegen Deutschland der Süddeutschen Zeitung: "Ein Spieler ohne Trikotnummer. Aber er ist trotzdem immer dabei. Der Spieler heißt Übereinstimmung, Ausgeglichenheit, Gelassenheit und Gruppengeist." Deutschland sei zudem eine klassische Turnierelf, mit der bei der WM wegen des Heimvorteils noch stärker zu rechnen sei. Die Partie gegen die deutsche Auswahl sei für die Italiener die "Mutter aller Spiele".

Schlechtes Benehmen und Fallsucht bei der "Squadra Azzurra"

Für das international angeschlagene Image des italienischen Fußballs ist Lippis Ansicht nach weniger das jahrelang praktizierte Defensivspiel verantwortlich, sondern "die Ungezogenheit, die wir manchmal immer noch auf den Platz bringen. Das schlechte Benehmen der Fußballer gegenüber den Schiedsrichtern, ihre übertiebene Fallsucht." Der klassische Cantenaccio der Italiener sei dagegen längst Vergangenheit. Zwischen der deutschen und der italienischen Mannschaft gebe es mittlerweile "keinen großen Unterschied mehr".

Aus seiner Mannschaft traut der 57 Jahre alte Coach vor allem Stürmer Luca Toni vom AC Florenz den internationalen Durchbruch bei der WM zu. "Er könnte ganz groß herauskommen", sagte Lippi. Toni führt derzeit die Torschützenliste der Serie A mit 22 Treffern an.

Einen großen Trainer zeichne derweil eine "starke Persönlichkeit" aus. Ein Trainer "muss die Gruppe führen können. Wenn man das erreicht, ohne die Spieler zu erdrücken, hat man es geschafft." Als Beispiele nannte Lippi seinen ehemaligen Trainer Fulvio Bernadini bei Sampdoria Genua, der nach dem Desaster der "Squadra Azzurra" bei der WM 1974 die Nationalelf übernahm und wieder aufbaute und sie dann Lippis zweitem Vorbild Enzo Bearzot übergab, der 1982 den dritten und letzten WM-Titel mit Italien gewann.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%