Fußball WM
Ivankovic verabschiedet sich mit einem Remis

Die iranische Auswahl hat sich mit einem 1:1-Unentschieden gegen Angola von der WM verabschiedet. Trainer Branko Ivankovic zog aufgrund der insgesamt schwachen Vorrunde die Konsequenzen und kündigte seinen Abschied an.

Die Nationalmannschaft Irans hat sich mit einem 1:1-Unentschieden gegen Angola doch noch mit einem Punkt von der Weltmeisterschaft verabschiedet. Das schwache Abschneiden in die Vorrunde sorgte bei den Persern jedoch auch für eine wichtige Personalentscheidung: Trainer Branko Ivankovic hat zum 1. Juli seinen Abschied angekündigt. Der Kroate war fünf Jahre beim "Team Melli" tätig.

Die ebenfalls vorzeitig von der WM-Bühne abgetretenen "Schwarzen Antilopen" feierten ihr zweites Remis und den Treffer von Flavio (60.) wie einen Sieg.

Großer Wirbel um Karimi

Ivankovic stand bereits nach den beiden Pleiten gegen Mexiko (1:3) und Portugal (0:2) im Reich der Mullahs stark in der Kritik und hatte sich zudem vor dem Angola-Spiel mit Bayern-Star Ali Karimi angelegt. "Ich habe Karimi vor dem Spiel gefragt, ob er spielen will. Er hat abgelehnt", schilderte Ivankovic seine Sicht der Dinge. Karimi entgegnete, er habe nicht spielen wollen, "weil ich Probleme mit Ivankovic und Ali Daei habe", und schmollte auf der Ersatzbank.

Mit sofortiger Wiorkung entließ das iranische Sportministerium außerdem Verbandspräsident Mohammad Dadkan, der seine Demission aus der Heimat erfuhr. Das Sportministerium entschuldigte sich ferner beim Volk für "den verletzten Stolz". Am Samstag soll bereits der Nachfolger für den Präsidenten bekannt gegeben werden.

Klare Worte fand Karimis Bundesliga-Kollege Mehdi Mahdavikia. "Das war nicht unser wahres Gesicht. Wir haben uns sehr schlecht aus dem Turnier verabschiedet", sagte der HSV-Profi, der noch zu den auffälligeren Akteuren bei den erneut erschreckend schwachen Iranern zählte und mit seinem Eckball auf den Kopf von Sohrab Bakhtiarizadeh auch den Ausgleich vorbereitete (75.)

"Ganz Angola wird uns lieben"

Der Treffer beendete den ganz großen Traum Angolas, gleich bei der ersten WM-Teilnahme in das Achtelfinale einzuziehen, an dessen Verwirklichung zwischenzeitlich nur noch zwei Tore fehlten. "Ganz Angola wird uns lieben", sagte Flavio trotzdem mit Stolz in der Stimme. Der 26 Jahre alte Angreifer verewigte sich neun Minuten nach seiner Einwechslung und genau einer Stunde Spielzeit als erster WM-Torschütze seines Landes in den Geschichtsbüchern. "In diesem Moment war ich der glücklichste Mensch der Welt, auch wenn ich gerne von Anfang an gespielt hätte und zunächst traurig aufs Feld lief", sagte er.

Trainer Luis Olivera Gonzalvez, der im bitterarmen Angola bereits nach der sensationellen Qualifikation für die WM wie ein Heiliger verehrt wurde, legte einen Tag vor seinem 46. Geburtstag sein schwarzes Notizbuch zufrieden zur Seite. "Alle haben doch gedacht, dass wir hier eine Menge Gegentore kassieren werden. Aber stattdessen haben wir zweimal ein Unentschieden erreicht. Und das 0:1 gegen Portugal ist auch kein Skandal. Das ganze Land ist so stolz auf uns", gab der "Professor" zu Protokoll. In Angolas Hauptstadt Luanda wurde unterdessen bereits eine Menschenkette vom Flughafen bis in die Stadt für die Ankunft der WM-Helden geplant.

Turbulenter als auf dem Spielfeld ging es während der Partie neben der Leipziger WM-Arena zu. Eine Polizeieinheit sprengte ein verdächtiges Päckchen, das ein Anwohner gefunden hatte. Es enthielt belangloses Werbematerial. Die Straßensperrung im angrenzenden Viertel nebst der Räumung dreier Häuser und der Evakuierung von 23 Personen konnte zügig aufgehoben werden.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%