Fußball WM
Kalou wird Einbürgerung weiter verweigert

Für Salomon Kalou rückt eine Teilnahme an der WM in Deutschland im niederländischen Trikot in immer weitere Ferne. Die Ministerin für Ausländerangelegenheiten verweigert dem 20-Jährigen erneut die Einbürgerung.

Salomon Kalou wird voraussichtlich nicht im "Oranje"-Dress an der WM in Deutschland teilnehmen können. Die niederländische Ministerin für Ausländerangelegenheiten, Rita Verdonk, verweigert weiter die Anerkennung des von der Elfenbeinküste stammenden Fußballspielers als Hochleistungssportler. Obwohl Verdonk bisher alle Gerichtsverfahren verloren hat, gibt sie nicht nach und stellt Kalou stets neue Bedingungen für die Einbürgerung.

"Die Ministerin will auf diese Weise den für Spitzensportler geltenden Artikel zehn des Einbürgerungsgesetzes außer Kraft setzen", meinte Kalous Rechtsanwalt Jelle Kroes. Kalou (20) steht seit 2003 bei Feyenoord Rotterdam unter Vertrag.

Unterstützung von Bondscoach van Basten

Bondscoach Marco van Basten und die für Sportangelegenheiten zuständige Staatssekretärin Clemence Ross unterstützen vor Gericht das außergewöhnliche Fußballtalent. Van Basten garantierte ihm sogar einen Platz im WM-Kader. In einem Gespräch mit Premierminister Jan Peter Balkenende lobte selbst Fußball-Idol Johan Cruyff den Afrikaner als Bereicherung für "Oranje".

Die in Ausländerangelegenheiten als "eiserne Rita" bekannt gewordene rechtsliberale Politikerin verlangt von Kalou einen Einbürgerungstest, einen neuen mehrjährigen Arbeitsvertrag von Feyenoord und die Garantie, dass sich Kalou nie an einen ausländischen Klub bindet und die Niederlande nicht mehr verlässt. "Diese Bedingungen widersprechen dem Europäischen Recht und den Menschenrechten", sagte Kroes.

Kalou nimmt erneut an Einbürgerungstest teil

Anfang Mai wird Kalou an einem Einbürgerungstest teilnehmen, der für Spitzensportler eigentlich nicht vorgesehen ist. Im November war er einmal durchgefallen, weil er zwei Fragen zuviel falsch beantwortet hatte. So wusste er nicht, wo man in den Niederlanden Sozialhilfe beantragt.

Falls Kalou den Test besteht, muss der Staatsrat, das höchte niederländische Gericht, noch eine Empfehlung an Königin Beatrix aussprechen. Das Staatsoberhaupt kann Kalou dann per Dekret einbürgern. Diese Prozedur dauert in der Regel fast zwei Monate, zu spät für einen WM-Start. Meldeschluss bei der WM ist der 15. Mai.

© SID

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