Fußball WM
Kewell kickt Australien in K.o.-Runde

Dank eines 2:2-Unentschiedens gegen Kroatien am letzten Spieltag hat Australien das Achtelfinale erreicht. Harry Kewell erzielte in der 78. Minute den Ausgleich für die "Socceroos", die erstmals in der K.o.-Runde stehen.

Guus Hiddink stürmte auf den Platz und feierte mit seinen Helden den größten Tag im australischen Fußball. Auf den Rängen sangen derweil rund 15 000 Fans der "Socceroos" frenetisch das Volkslied "I come from a land down under". Nach 94 teils chaotischen Minuten mit drei Platzverweisen in der Schlussphase war die Sensation perfekt, Australien schaffte durch ein 2:2 (1:1) gegen Kroatien erstmals bei einer Weltmeisterschaft den Einzug ins Achtelfinale und trifft nun am kommenden Montag in Kaiserslautern auf den dreimaligen Weltmeister Italien.

Schiedsrichter Graham Poll verlor in der hektischen Partie in der zweiten Hälfte komplett die Übersicht. Der Engländer versagte den Australiern beim Stand von 1:2 einen klaren Handelfmeter, später zeigte er Josip Simunic zweimal Gelb, ohne ihn vom Platz zu stellen. Erst nach seiner dritten Verwarnung in der Nachspielzeit sah der Berliner Bundesligaspieler dann doch noch die "Ampelkarte". Im offiziellen Matchreport der Fifa wurde derweil eine Gelbe Karte für Simunic kurzerhand gestrichen. Zuvor hatte der Referee auch noch Dario Simic (85.) und auf der Gegenseite Brett Emerton (87.) wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gezeigt.

Vor 52 000 Zuschauern im erneut ausverkauften Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion ging Kroatien zweimal in Führung. Zunächst traf Mittelfeldspieler Darijo Srna nach nur 117 Sekunden mit einem herrlichen Freistoß aus 23 Metern genau in den linken Torwinkel. Für den WM-Dritten von 1998 war es der erste WM-Treffer nach zuvor 286 torlosen Minuten. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch den früheren Gladbacher Craig Moore per Handelfmeter (38.) war es der Berliner Niko Kovac, der für die erneute Führung der Kroaten sorgte (56.). Doch Harry Kewell schaffte allerdings in abseitsverdächtiger Position in der 78. Minute noch den Ausgleich.

Die Kroaten zeigten sich vor 30 000 Landsleuten im Vergleich zu den Partien gegen Brasilien (0:1) und Japan (0:0) in den Anfangsminuten deutlich verbessert. Dagegen hätte der aus Kroatien stammende australische Nationalkeeper Zejlko Kalac, der überraschend für den gegen Brasilien unsicheren Mark Schwarzer in die erste Elf gerückt war, kaum einen schlechteren Einstand haben können. Bei dem sehenswerten Freistoß von Srna in der zweiten Minute war Kalac zwar machtlos, doch beim Kovac-Treffer gab er eine ganz schlechte Figur ab.

Kurz vor der Pause spielte dann ausschließlich die Hiddink-Elf. Vor allem England-Legionär Viduka rochierte im Angriff und öffnete so die Räume für die wütend angreifenden Australier. Ohne den gelbgesperrten Robert Kovac von Juventus Turin machte die Abwehr der Kroaten im abschließenden Gruppenspiel nicht den sichersten Eindruck. Nach einem Handspiel von Kovac-Ersatz Stjepan Tomas im Strafraum verwandelte Moore den fälligen Strafstoß dann aber sicher.

Nach dem Seitenwechsel agierten im "Alles-oder-Nichts-Spiel" auch die Kroaten wieder mit offenem Visier. Die erste Chance hatte jedoch Australiens Emerton, dessen Schuss aus 20 Metern jedoch einige Meter am rechten Pfosten der Kroaten vorbeistrich (49.). Im direkten Gegenzug setzte Trainersohn Niko Kranjcar den Ball knapp über das Tor (50.). Kovac hatte zudem bereits vor seinem neunten Treffer für Kroatien per Kopf die Chance zur Führung (52.). Nach dem erneuten Rückstand warf Australien alles nach vorne und wurde noch durch Kewell belohnt.

© SID

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