Fußball WM
Krise bei WM-Neuling Togo hält weiter an

Bei WM-Neuling Togo kehrt keine Ruhe ein: Während die Diskussionen um die Prämien und um Coach Otto Pfister weiter anhalten, haben sich Roger Milla und die togolesische Presse zu Wort gemeldet und das Team kritisiert.

Der Ärger rund um das Team von WM-Neuling Togo nimmt kein Ende. Während die Togo News im Internet bereits eine Rubrik "Die große Schlammschlacht" eingerichtet haben, äußerte sich Kameruns Fußball-Idol Roger Milla kritisch zu den chaotischen Zuständen bei den "Sperbern". Der Prämienstreit und das unwürdige Theater um den deutschen Nationaltrainer Otto Pfister beim WM-Neuling Togo erhitzten nach dem 1:2 zum Auftakt bei der Fußball-WM gegen Südkorea die Gemüter.

"Wir haben uns in der Vergangenheit auch häufig über Prämien gestritten. Aber dann haben wir uns zusammengesetzt, bis fünf Uhr morgens diskutiert, geeinigt und am nächsten Tag das Spiel gewonnen", meinte Kameruns WM-Held Milla zu den chaotischen Verhältnissen bei den "Sperbern".

Togos Spieler als "gierig" abgestempelt

Im Internetforum wurden Togos Spieler zum Teil heftig attackiert und als "gierig" abgestempelt. "Sie sollten aufhören über die Prämien zu streiten und einmal darüber nachdenken, was die Menschen in ihrem Land verdienen", schrieb ein Teilnehmer und wies angesichts der Forderungen der Spieler nach einer Antrittsprämie von 155 000 Euro pro Kopf sowie weiteren 30 000 Euro pro Sieg auf das jährliche Durchschnittseinkommen in Togo von rund 500 Euro hin.

Doch es gab auch andere Meinungen. "Nationalstolz ist eine Sache, aber das sind Profis, die fair bezahlt werden müssen", meinte der deutsche Diplomat Harald Ganns, der 20 Jahre in Afrika gelebt hat, und forderte "mehr Kontrolle über die Finanzen beim Verband".

Schäfer fordert einen "Aufpasser"

Ähnlich hatte sich bereits Trainer Winfried Schäfer, dessen Dienste als Helfer abgelehnt worden waren, geäußert. "So ein Land bräuchte zum eigenen Schutz eigentlich einen Aufpasser - einen vom Weltverband abgestellten Manager, damit die Gelder dort nicht in irgendwelchen Quellen versickern", hatte Schäfer, der vor vier Jahren mit Kamerun in der WM-Vorrunde gescheitert war, gefordert.

Die togolesischen Anhänger in Deutschland halten ungeachtet der chaotischen Verhältnisse im Team weiter zur Mannschaft. "Wir stehen zu 100 Prozent hinter dem Team - egal was passiert", erklärte Sven Klein, Mitbegründer des deutsch-togolesischen Fußball-Fan-Klubs. Der zur WM als Fan nach Deutschland gereiste Jeannot Atakui hat sogar die Hoffnung auf den Einzug ins Achtelfinale noch nicht aufgegeben. Von Kopf bis Fuß in den gelben Nationalfarben Togos gekleidet, meinte er optimistisch: "Mit ein bisschen besserer Abstimmung in der Abwehr werden wir in den nächsten Spielen gegen die Schweiz und Frankreich sicher mithalten."

"Eine harte Situation"

Zumindest an einigen Spielern ist die angespannte Situation aber nicht spurlos vorüber gegangen. "Das ist schon eine harte Situation", gab Youngster Assimiou Toure vom Bundesligisten Bayer Leverkusen zu: "Da ist man das erste Mal bei einer WM, und dann passiert so etwas." Mittelfeldregisseur Cherif Toure Mamam schwor seine Mitspieler schon auf die kommenden Aufgaben ein. "Fit genug sind wir, das ist kein Problem, aber wir müssen mehr als Team auftreten", sagte der 28-Jährige vom französischen Zweitligisten FC Metz und forderte: "Wir haben uns den Platz bei der WM hart erkämpft. Jetzt müssen wir beweisen, dass wir zu Recht hier sind."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%