Fußball WM
Kroatien bangt um den Einsatz von Niko Kovac

Nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung in der Partie gegen Brasilien bangt Nico Kovac um seinen Einsatz in der kommenden Partie Kroatiens am Sonntag gegen Japan. Der der kroatische Kapitän ist zuversichtlich.

Kroatiens Kapitän Niko Kovac verließ erhobenen Hauptes sein Berliner "Wohnzimmer" und forderte von seiner Mannschaft eine Trotzreaktion: "Wir haben dem Gegner Paroli geboten. Doch das hilft uns nicht. Wir müssen jetzt beide Spiele gewinnen", sagte der 34 Jahre alte "Noch-Profi" von Hertha BSC Berlin, dessen Ausfall kurz vor dem Gegentor durch Kaka (44.) der Knackpunkt des Spiels war.

"Wenige Minuten nach seiner Auswechselung haben wir den Treffer bekommen. Das zeigt, wie wichtig er ist", sagte sein Herthaner Mannschaftskollege Josip Simunic. Für Spielmacher Niko Kranjcar war der Wechsel ebenfalls eine deutliche Schwächung: "Ein neuer Spieler braucht immer ein paar Minuten, ehe er im Spiel ist. Diese Phase hat Brasilien ausgenutzt."

Die Schlüsselszene ereignete sich in der 35. Minute: "Ich bin über Adrianos Ferse gestolpert und fiel auf meine Rippe", erklärte Kovac. Einige Minuten versuchte er es noch, doch zu Rücken- und Rippenschmerzen kamen Schwindelanfälle. Kovac musste sein 59. Länderspiel vorzeitig beenden. Vier Minuten später nutzte Kaka die Unordnung vor dem Strafraum und schoss zum 1:0 ein.

Dreh- und Angelpunkt des kroatischen Spiels

Bis zu seiner Auswechslung war der kroatische Kapitän Dreh- und Angelpunkt im Spiel seiner Mannschaft. Geschickt stellte der Neu-Profi des österreichischen Vizemeisters Red Bull Salzburg die Räume zu und überzeugte im Spielaufbau. Seine Kollegen im Angriff entwickelten jedoch zu wenig Durchschlagskraft. "Wir hätten unsere wenigen Chancen besser nutzen müssen", sagte Werder Bremens Stürmer Ivan Klasnic.

Auch von den Trainern kassierte Kroatiens Mittelfeldmotor viel Lob: "Er hat uns Probleme bereitet. Das ist ein Spieler, der sich nicht versteckt und weiß, was man mit dem Ball machen muss", sagte Brasiliens Trainer Carlos Alberto Parreira. Und Kroatiens Coach Zlatko Kranjcar erklärte: "Kovac hat bis zu seinem Wechsel gegen Brasiliens Offensive ein exzellentes Spiel gemacht. Wir waren die bessere Mannschaft und hätten den Ausgleich verdient gehabt."

Kovac wohl gegen Japan wieder fit

Viel deutet daraufhin, dass der Routinier trotz seiner schmerzhaften Verletzungen im nächsten Spiel am Sonntag (18.00 Uhr) in Nürnberg gegen Japan dabei ist. "Ich fahre nicht ins Krankenhaus, sondern lasse mich von unserem Mannschaftsarzt behandeln", sagte der Kroate, der die WM-Partie gegen Brasilien im Vorfeld als "das Spiel meines Lebens" bezeichnet hatte. Sollte der Kapitän fehlen, wird Jerko Leko von Dynamo Kiew auflaufen.

Bruder Robert Kovac, der als Abwehrchef beim WM-Dritten von 1998 eine solide Leistung bot, schöpfte durch die ansehnliche Leistung seiner Elf Mut: "Wir hätten durchaus einen Punkt verdient, doch jetzt müssen wir eben den Achtelfinaleinzug in den nächsten Spielen perfekt machen." Noch klarer fiel das Urteil von Trainer Kranjcar aus: "Wir waren die bessere Mannschaft und hätten den Sieg verdient gehabt."

Relativ gelassen reagierten die Spieler auf den so genannten "Flitzer", der kurz vor Spielende aufs Feld gerannt kam. "Das war ein Junge, der etwas zu viel getrunken hatte", bemerkte Simunic kurz und trocken. Stürmer Ivan Klasnic: "Ich habe gesehen, dass er das Trikot mit meinem Namen getragen hat und zu Dado Prso gelaufen ist. Der hat zum Glück gelassen reagiert."

© SID

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