Fußball WM
Kuranyi am Boden zerstört

Einen Tag nach seiner Nichtnominierung für die Weltmeisterschaft hat sich Kevin Kuranyi auf seiner Homepage enttäuscht gezeigt. Für ihn sei "eine Welt zusammen gebrochen", als Bundestrainer Jürgen Klinsmann ihm am Telefon die Absage mitgeteilt habe, schrieb der 24-Jährige auf seiner Internet-Homepage.

Nationalspieler Kevin Kuranyi hat die Nichtnominierung für die Weltmeisterschaft im eigenen Land schwer mitgenommen. Für ihn sei "eine Welt zusammen gebrochen", als Bundestrainer Jürgen Klinsmann ihm am Telefon die Absage mitgeteilt habe, schrieb der 24-Jährige auf seiner Internet-Homepage. "Immer wieder habe ich mir die Frage gestellt: Warum ausgerechnet ich?"äußerte der Stürmer von Schalke 04.

"Ich bin wirklich sprachlos"

"Ich bin wirklich sprachlos, zutiefst enttäuscht und werde nun einige schlaflose Nächte haben", schrieb der 35-malige Nationalspieler in seinem WM-Tagebuch. "Ich weiß selbst, dass ich keine überragende Saison gespielt habe, dass meine zehn Tore keine optimale Ausbeute waren", meinte er: "Aber ich habe zu Beginn der Trainerzeit von Jürgen Klinsmann Tore am Fließband erzielt."

Auch seinem Kapitän muss Klinsmann wohl noch etwas genauer verdeutlichen, warum er auf den nur auf Abruf stehenden Schalker verzichtet. "Was weh tut, ist, dass Kevin Kuranyi nicht dabei ist, der letztes Jahr ein fester Bestandteil der Mannschaft war", sagte Kapitän Michael Ballack vor seiner Ankunft bei der Nationalmannschaft, die sich am Dienstagmittag in Frankfurt traf, um danach zum Benefizspiel nach Mannheim gegen den FSV Luckenwalde zu reisen. Nach der Partie begann via Frankfurt die Reise nach Sardinien.

Rangnick zeigt kein Verständnis für Kuranyi-Ausbootung

Ralf Rangnick, bis vor gut einem halben Jahr noch Trainer von Kuranyi bei Schalke 04, reagierte auf dessen Ausbootung ebenfalls mit Unverständnis. "Er war Stammspieler, er konnte in der Champions League überzeugen, er hat sich immer reingekniet", betonte er in der Eurosport-Sendung "Dropkick". Der dafür nominierte Mike Hanke, wegen einer Rotsperre in den ersten beiden Gruppenspielen ohnehin nicht einsatzfähig, habe es dagegen beim VfL Wolfsburg "nicht geschafft, sich in der ersten Elf zu etablieren".

"Bei den Kandidaten im Sturm muss man schon mal nachfragen, ob man richtig gelesen hat", sagte Werder Bremens Sportdirektor Klaus Allofs, der Klinsmanns Beweggründe bei der Nominierung auch im Fall von Patrick Owomoyela "nicht nachvollziehen" kann: "Er hat bis zum Schluss ganz oben mitgespielt, das Gleiche gilt auch für Kuranyi." Als "sehr fragwürdig" bezeichnete Rangnick in diesem Zusammenhang deshalb auch die Berufung von Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart) an Stelle des Schalkers Fabian Ernst.

Experten favorisieren Kießling

"Was passiert eigentlich, wenn sich Miroslav Klose verletzt? Dann flankt David Odonkor von der rechten Seite, und wer soll dann noch ein Kopfballtor erzielen?", fragt Rangnick, der lieber Stefan Kießling vom 1. FC Nürnberg bei der WM gesehen hätte: "Den kannst du immer bringen."Ähnlich sieht Klaus Fischer den schlaksigen Franken: "Er ist schnell, groß, spielerisch stark und hat mit Nürnberg eine erfolgreiche Saison gespielt", sagte Schalkes Ex-Nationalstürmer in der Zeitung Die Welt.

Kießling allerdings spielt die U21-EM in Portugal, sein bisheriger Teamkollege David Odonkor rückte ins A-Aufgebot. "Die Entscheidung ist etwas eigenwillig, aber soll ich sagen, sie ist verkehrt? Klinsmann hat das selbst zu vertreten. Jeder Trainer hat seine eigenen Ideen", sagte Bayern Münchens Trainer Felix Magath zu der Nominierung des Flügelflitzers von Borussia Dortmund. Kießlings bisheriger Trainer Hans Meyer hält Odonkor immerhin für "eine gute Alternative", wenn Klinsmann einen Konterspieler benötigt.

Rummenigge warnt vor Diskussionen

Nichts von weiteren Diskussionen um Klinsmanns Auswahl hält Karl-Heinz Rummenigge. "Es nützt nichts, zu debattieren, welche Entscheidung sinnvoll ist. Wir tun gut daran, sie zu akzeptieren, sie zu unterstützen, basta", sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern. Sollte es dem WM-Aufgebot an Zustimmung mangeln, dann, so warnte der Ex-Nationalspieler, habe diese Mannschaft keine Chance, und "wenn wir im Achtelfinale ausscheiden, dann ist in Deutschland der Teufel los´.

© SID

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