Fußball WM
Lippi sitzt bei WM auf Italiens Trainerbank

Die italienische Nationalmannschaft wird auch bei der WM in Deutschland von Marcello Lippi betreut. Der Coach war im Rahmen des Fußballskandals in Italien als Ex-Trainer von Juventus Turin unter Druck geraten.

Marcello Lippi wird bei der WM in Deutschland auf der Trainerbank der italienischen Nationalmannschaft sitzen. Der Coach erklärte am Montag auf einer Pressekonferenz, dass er weiter die Verantwortung für die "Squadra Azzurra" tragen werde.

Dies war das Ergebnis eines Treffens von Lippi mit dem kommissarischen Verbands-Chef Guido Rossi. Der Auswahlcoach war im Zusammenhang mit dem Fußball-Skandal auf dem Apennin ebenfalls unter Druck geraten und in der vergangenen Woche auch von der Staatsanwaltschaft verhört worden. Von einigen Seiten war Lippi, Ex-Coach von Rekordmeister Juventus Turin, zum Rücktritt aufgefordert worden.

"Position war nie umstritten"

Rossi bekräftigte, volles Vertrauen in Lippi zu haben. "Der Neubeginn des italienischen Fußballs kann von Lippis Nationalelf ausgehen. Lippi statt die wahren Verantwortlichen dieser Affäre zu bestrafen, wäre ein absoluter Wahnsinn. Ich habe volles Vertrauen in seine Auswahl. Seine Position war nie umstritten", so Rossi bei einer Pressekonferenz in Coverciano bei Florenz, wo die italienischen Nationalspieler in Hinblick auf die WM trainieren.

"Gegen mich ist eine Hetzjagd im Gange. Ich habe in den Zeitungen viel Unwahres gelesen. Ich habe nichts mit GEA zu tun. Den Rücktritt reicht jemand ein, der sich etwas vorzuwerfen hat. Dies ist nicht mein Fall. Wenn man das Vertrauen der Personen genießt, mit denen man arbeitet, ist man unbelastbar", betonte Lippi.

"Lippi-Verlust wäre großer Schaden"

"Ich habe niemals an die Aussicht eines Trainerwechsels gedacht. Es wäre ein großer Schaden für die Azzurri, Lippi zu verlieren", kommentierte der Nationalspieler Daniele De Rossi. Mit Lippi solidarisch erklärten sich auch andere Mitglieder der Auswahl des dreimaligen Weltmeisters.

Lippi war stark unter Druck geraten, seitdem Ermittlungen gegen seinen Sohn Davide aufgenommen wurden. Davide Lippi hatte enge Beziehungen zur Spieler-Vermittlungsagentur GEA unter Alessandro Moggi, Sohn des zurückgetretenen Juventus - Sportdirektor Luciano Moggi. Die Behörden wollen herausfinden, ob Marcello Lippi vom Hauptverdächtigen Moggi unter Druck gesetzt wurde, bestimmte Spieler in die "Squadra Azzurra" zu berufen.

Der italienische Konsumentenschutzverband Codacons hat inzwischen Sportministerin Giovanna Melandri zum Rückzug der "Squadra Azzurra" von der WM in Deutschland aufgerufen. "Die Ministerin muss Italiens Image im Ausland retten. Die Nationalelf darf nicht in Deutschland auftreten, bevor die Affäre nicht vollkommen geklärt ist. Italien muss sich Blamagen im Ausland ersparen", so ein Codacons-Sprecher.

© SID

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