Fußball WM
Löw bringt Schäfer, Compper und Weis in Position

Bei der WM 2006 standen Marcel Schäfer, Marvin Compper und Tobias Weis noch im Deutschland-Trikot auf der Fan-Meile. Nun zählen sie zum Kader für das Länderspiel gegen England.

Mit der Nominierung für das abschließende Länderspiel der DFB-Auswahl gegen England am Mittwoch in Berlin (20.45 Uhr/live im ZDF) hat Bundestrainer Joachim Löw den beiden Hoffenheimer Himmelstürmern Marvin Compper und Tobias Weis sowie dem Wolfsburger Marcel Schäfer eine Perspektive für die WM 2010 in Südafrika gegeben.

"Nicht zufällig im Kader"

"Die Drei sind nicht zufällig im Kader. Wir haben sie beobachtet und dabei ist uns aufgefallen, dass sie in ihren Vereinen genau das umsetzen, was wir wollen. Sie bringen alle die nötige körperliche Dynamik mit und können auch spielerisch glänzen. Alle drei haben auf jeden Fall eine gute Einsatzchance", sagte Löw.

Nach dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien Ende Juni in Wien (0:1) und mit Beginn der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika hat der Bundestrainer den Konkurrenzkampf beim dreimaligen Welt- und Europameister mächtig angeheizt. Zuletzt spielten sich in der Innenverteidigung Heiko Westermann und Serdar Tasci, im Mittelfeld Piotr Trochwoski und im Angriff Patrick Helmes in den Vordergrund. Zum Abschluss des Länderspieljahres 2008 wollen nun Schäfer, Compper und Weis mit Blick auf eine WM-Teilnahme 2010 eine Duftmarke beim Bundestrainer hinterlassen.

Nach den Ausfällen von Philipp Lahm, Marcell Jansen und Christian Pander kann sich der in Wolfsburg durch konstant gute Leistungen aufgefallene Schäfer auf der Position des Linksverteidigers sogar eine Chance von Beginn an ausrechnen.

"Darüber habe ich mir bislang noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich freue mich jetzt erstmal riesig, dass ich überhaupt bei der Nationalmannschaft dabei sein kann. Im Training habe ich jetzt die Möglichkeit mich anzubieten, alles andere entscheidet dann der Bundestrainer", sagte Schäfer, der seinen starken linken Fuß von seinem Vater Markus, der einst selbst 80 Zweitligaspiele für Viktoria Aschaffenburg absolvierte, geerbt hat.

Schäfer: Extraschichten mit dem Vater

"Meinem Vater habe ich unheimlich viel zu verdanken. Neben dem normalen Vereinstraining haben wir zusammen fast täglich noch separate Einheiten absolviert, das hat mir unheimlich viel gebracht und zudem noch Spaß gemacht", berichtet der 24-Jährige, der mit 17 Jahren wegen eines Kreuzbandrisses seine Karriere fast hatte beenden müssen. Um nicht zu abhängig von seinen Einnahmen als Fußballer zu sein, schloss Schäfer zuletzt sogar ein Fernstudium im Bereich Sportmanagement mit Erfolg ab.

Auch Marvin Comppers Vater hat einen großen Beitrag zur Entwicklung seines Sohnes geleistet. Doch der größte Traum des Franzosen erfüllte sich nicht. Denn sein Sohn Marvin entschied sich schon als Juniorenspieler für die deutschen U-Nationalmannschaften und gegen die Equipe Tricolore. "Natürlich haben da wegen meines Vaters immer zwei Herzen in meiner Brust geschlagen. Deshalb war es auch keine leichte Entscheidung. Aber jetzt bin ich natürlich überglücklich, bei der Nationalelf zu sein, auch wenn ich nicht damit gerechnet habe", erklärte der 23-Jährige. Compper will gemeinsam mit Mittelfeldspieler Weis beweisen, dass sich die Hoffenheimer Himmelsstürmer von Trainer Ralf Rangnick auch auf internationalem Parkett durchsetzen können.

Große Konkurrenz für Weis

Während Compper aufgrund der Situation in der deutschen Defensive bei ordentlicher Leistung große Chancen hat, auch 2009 wieder zu Löws Kader zu zählen, muss Weis beim Überangebot im Mittelfeld schon ein deutliches Ausrufezeichen setzen. "Über ein paar Einsatzminuten in so einem Klassiker wie gegen England würde ich mich schon freuen. Alles weitere wird man sehen. Aber es ist schon alleine ein Traum, in zwei Jahren von der Regionalliga in die Bundesliga zu kommen und dann noch für die Nationalmannschaft nominiert zu werden", sagte der 23-Jährige, der auf Rangnicks Glückwünsche zunächst äußerst irritiert reagiert hatte: "Wieso Glückwunsch? Ich habe doch gar nicht Geburtstag."

© SID

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