Fußball WM
Löw: "Ein anspruchsvolles Auftaktprogramm"

Joachim Löw kann mit den Vorrundengegnern bei der WM in Südafrika gut leben. "Es ist eine schwere Gruppe, aber machbar", sagte der Bundestrainer nach der Auslosung in Kapstadt.

Australien, Ghana und Serbien heißen bei der WM in Südafrika die Gegner der deutschen Nationalmannschaft in der Vorrundengruppe D. Im Interview äußert sich Bundestrainer Joachim Löw zur Auslosung und den Planungen für die kommenden Tage.

Frage: "Sie treffen mit Ihrer Mannschaft in der WM-Vorrunde auf Australien, Ghana und Serbien. Wie fällt Ihr Fazit zur Auslosung aus?"

Joachim Löw: "Von Losglück kann man nicht sprechen, wenn man mit Australien, Serbien und Ghana in eine Gruppe kommt. Das ist schon ein anspruchsvolles Auftaktprogramm. Es ist eine schwere Gruppe, aber machbar. Wichtig ist es, das erste Spiel gegen die Australier zu gewinnen. Und dann müssen wir mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein gegen Ghana und Serbien auftreten."

Frage: "Australien scheint zum Auftakt ein guter Gegner zu sein, zumal die 'Aussies' bei der WM 1974 ebenfalls Vorrunden-Gegner waren. Deutschland siegte 3:0 und wurde am Ende Weltmeister ..."

Löw: "Wir haben zum Auftakt des Confed-Cups 2005 schon einmal gegen Australien gespielt. Da haben wir zwar in Frankfurt 4:3 gewonnen, uns aber lange Zeit recht schwer getan. Einfach wird diese Aufgabe nicht."

Frage: "Welchen der drei Gegner schätzen Sie am stärksten ein?"

Löw: "Ich habe vor den Serben großen Respekt. Sie haben ihre Qualifikationsgruppe souverän vor Frankreich gewonnen, sind da locker durchmarschiert. Sie haben hervorragende Spieler in ihren Reihen. Beim serbischen Trainer Radomir Antic habe ich, als er Trainer beim FC Barcelona war, eine Hospitation gemacht. Man muss natürlich sehen, dass zwei unserer Vorrundengegner von serbischen Trainern betreut werden. Sie sind fußballerisch sicherlich sehr stark. Alle drei Teams haben allerdings eine unterschiedliche Mentalität und Kultur im Fußball."

Frage: "Werdern Sie sich über Ghanas Star Michael Essien Informationen bei DFB-Kapitän Michael Ballack einholen?"

Löw: "Das liegt natürlich nahe, denn beide sind Teamkollegen beim FC Chelsea. Ghana ist für mich kein Außenseiter, sondern neben Algerien und der Elfenbeinküste das stärkste afrikanische Team. Ghana hat 2006 ein sehr gutes WM-Turnier gespielt. Und man darf nicht vergessen, dass uns die Afrikaner in physischer Hinsicht aufgrund der Genetik auch voraus sind."

Frage: "Nach der Vorrunde könnte es unter Umständen zu einem Duell mit England aus der Gruppe C kommen."

Löw: "England im Achtelfinale wäre der absolute Knaller. Aber erstmal muss man die Gruppe durchlaufen und sich dort festbeißen in diesem Turnier. Dann wird man sehen, was kommt."

Frage: "Sie hatten mit einem südamerikanischen Gegner unter Umständen gerechnet. Wird sich das Vorbereitungsprogramm nun ändern?"

Löw: "Das müssen wir sehen. Wir wollten eigentlich das Spiel gegen Chile im April nachholen. Nun muss man überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, gegen eine afrikanische Mannschaft zu spielen. Es sollte schon eine Mannschaft sein, die der Spielweise Ghanas ähnelt. Wir werden aber sicherlich gut vorbereitet in das Turnier gehen."

© SID

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