Fußball WM
Löw lobt, Schweinsteiger schimpft

Während Joachim Löw die Moral seiner Truppe betonte, haderte Bastian Schweinsteiger mit dem 3:3 in Finnland. "Ich hasse es, Unentschieden zu spielen", grummelte der Bayern-Profi.

Bundestrainer Joachim Löw lobte nach der gerade noch abgewendeten ersten historischen Auswärts-Pleite in einer WM-Qualifikation die deutsche Nationalmannschaft für ihre tolle Moral, da platzte Bastian Schweinsteiger ein paar Meter weiter der Kragen. "Ich hasse es, Unentschieden zu spielen. Wir haben die ganze Zeit auf ein Tor gespielt und Chancen gehabt, um sechs Tore zu erzielen. Blöde Gegentore haben wir auch bekommen. Die Finnen sind nicht schlecht, aber wir sind normalerweise eine Klasse besser", wetterte der Mittelfeldspieler von Bayern München nach dem 3:3 (2:2) gegen Finnland in Helsinki.

Dabei hätte der Auswahl des deutschen Fußball-Bundes (DFB) ein Sechs-Punkte-Start in der Gruppe vier vor dem nächsten Spiel in der Qualifikation für Südafrika 2010 gegen Mitfavorit Russland am 11. Oktober in Dortmund äußerst gut getan.

Gegen Russland jetzt in der Pflicht

Denn durch den verpassten Dreier droht der noch wacklig wirkenden deutschen Mannschaft gleich zu Beginn der Afrika-Safari der Verlust der Tabellenführung. "Wir haben ganz klar zwei Punkte verloren. Russland wird jetzt ein sehr interessantes und schwieriges Spiel", meinte Schweinsteiger.

Der neue ZDF-Experte Oliver Kahn, bis zuletzt noch Teamkollege von Schweinsteiger beim FC Bayern, bemängelte bei seiner ersten Analyse für das Fernsehen als Nachfolger von TV-Bundestrainer Jürgen Klopp zudem die Einstellung des DFB-Teams: "Die deutsche Mannschaft ist erst so aufgetreten, wie ich es von Beginn an erwartet hätte, als ihr das Wasser schon bis zum Hals stand."

Während auch die übrigen Nationalspieler nach dem 6:0 gegen Liechtenstein und dem Remis im äußerst emotional geführten Spiel gegen den Weltranglisten-40. bei der Bewertung hin- und hergerissen waren, zeigte sich Löw nach dem relativ wilden Spielverlauf und drei aufgeholten Rückständen zufrieden.

"Zuordnung bei Flanken sicher nicht ideal"

"Wir haben immer Moral gezeigt und uns nie von den Rückständen aus dem Rhythmus bringen lassen. Unser Druck nach den Gegentoren war enorm groß. Probleme hatten wir allerdings, wenn sich die Finnen mit langen Bällen befreien konnten. Mit vier Punkten sind wir gut gestartet", meinte Löw, der auf dem Spielfeld nach seinen offensiven Einwechslungen von Patrick Helmes und Mario Gomez an der Seitenlinie zunächst allerdings äußerst unglücklich wirkte.

Denn das Team von Stuart Baxter, der lange von einem nicht zu erwartenden Sieg gegen den dreimaligen Welt- und Europameister hatte träumen dürfen, stellte die schnell aufgerückte und am Mittwoch recht überforderte deutsche Defensive bei Ballverlusten im Spiel nach vorne mit schnellen Flügelwechseln immer wieder vor große Probleme. "Die Mannschaft weiß eigentlich, dass sie trotz offensiver Einwechslungen auch zurückweichen muss, wenn die langen Bälle der Finnen Richtung Abwehr fliegen. Da können sie sich taktisch noch besser Verhalten, darauf habe ich sie aufmerksam gemacht", erklärte Löw.

Vertrauen in Klose zahlte sich aus

Dementsprechend gelassen sah Löw dann auch die im Gegensatz zum Spiel bei "Fußball-Zwerg" Liechtenstein enttäuschende Leistung des neuen Innenverteidiger-Duos Serdar Tasci/Heiko Westermann. Laut Löw sei die "Zuordnung bei Flanken und die Abstimmung in manchen Situationen sicher nicht ideal" gewesen, dennoch sprach er seinen Youngstern das Vertrauen aus: "Tasci hat erst drei, Westermann erst sechs Länderspiele. Wir vertrauen in die Qualitäten der beiden. Ich sehe für beide Innenverteidiger sehr gute Perspektiven", meinte der 48-Jährige.

Bei Goalgetter Miroslav Klose, der mit seinem drei Treffern (38./45./83.) die jeweiligen Führungen der Finnen von Jonatan Johansson (33.), Mika Väyrynen (44.) und Daniel Sjölund (53.) stets ausglich und in der ewigen DFB-Torjägerliste mit nun 44 Toren am großen Uwe Seeler vorbeizog, zahlte sich das Vertrauen aus. "Dass er drei Tore erzielt hat, darüber freuen wir uns. Vertrauen zahlt sich im Leben eben häufig aus", erklärte Löw.

© SID

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