Fußball WM
Löw über WM-Kader: "Es kann noch viel passieren"

Joachim Löw will sich bei der Besetzung seines WM-Kaders noch Zeit lassen. Gleichzeitig erhöht der Bundestrainer jedoch den Druck auf die möglichen Kandidaten.

Das Schaulaufen für die Weltmeisterschaft 2010 hat begonnen. Bundestrainer Joachim Löw hat das abschließende WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Finnland kurzerhand zum ersten Härtetest für Südafrika erklärt. "Im Grunde genommen beginnt jetzt schon die WM-Vorbereitung. Wir haben in diesem Jahr noch drei Länderspiele, dazu noch eines im März. Das sind nicht so viele Chancen für die Spieler, um zu zeigen, ob sie für so ein Turnier bereit sind", sagte Löw vor der Partie am Mittwochabend in Hamburg und erhöhte damit den Druck auf seine WM-Kandidaten.

30 Feldspieler und vier Torhüter im erweiterten Kreis

30 Feldspieler plus vier Torhüter dürfen sich derzeit nach Auskunft von Löw noch Hoffnung auf eines der begehrten 23 WM-Tickets machen. Der Bundestrainer erhöhte sogar noch einmal den Konkurrenzkampf im Sturm, indem er den jungen Münchner Thomas Müller für die Länderspiele am 14. November gegen Chile in Köln und am 18. November gegen Ägypten in Gelsenkirchen ins Gespräch brachte.

15 Spieler des Vize-Europameisters, angeführt von Kapitän Michael Ballack, haben acht Monate vor Turnierbeginn ihren Platz im 23-köpfigen WM-Kader jedoch schon sicher. Einige haben gute Chancen, für andere wiederum, wie etwa für Routinier Torsten Frings, wird es eine Zitterpartie. Im Mai 2010 wird Löw sein Aufgebot nominieren.

Löw räumt Bayerns Thomas Müller Chancen ein

Löw, der in der WM-Qualifikation 27 Spieler eingesetzt hat, will sich bei der Besetzung seines WM-Kaders grundsätzlich aber noch alle Möglichkeiten offen halten. Man müsse die weiteren Wochen und Monate abwarten, hatte der Bundestrainer zuletzt wiederholt erklärt: "Es kann noch viel passieren." Er wolle nichts ausschließen, "wir würden uns ja selbst Chancen und Optionen verbauen".

Vor dem Finnland-Spiel hat Löw nun Müller einen Einsatz in Aussicht gestellt. Zuletzt war zudem über dessen Münchner Vereinskollegen Holger Badstuber sowie den Schalker Benedikt Höwedes (beide Abwehr) spekuliert worden. Doch solche Spieler hätten nur dann noch eine Chance, "wenn sie wirklich über einen längeren Zeitraum sehr gute und überzeugende Leistungen bieten würden", sagte Löw.

Frings ist "nicht abgeschrieben"

Ohnehin habe man zuletzt schon "viele junge Spieler integriert". In Russland hatte etwa Jerome Boateng vom Hamburger SV sein Debüt in der DFB-Auswahl gefeiert. "Er gehört weiter zu unserem Kader. Er hat unglaubliches Potenzial. Er ist der kommende Mann und ein moderner Verteidiger", lobte der Bundestrainer.

Viel diskutiert wurde vor dem Finnland-Spiel weiterhin auch das Thema Frings. "Andere Spieler sind im Moment vor ihm, aber er ist nicht abgeschrieben. Ich lege bei ihm aber die Messlatte sehr hoch an", betonte Löw erneut. Frings würde genauso zum erweiterten, 30 Spieler umfassenden WM-Kader zählen wie etwa der Hamburger Marcell Jansen, der zuletzt wegen Verletzungen einige Male gefehlt hatte, oder Leverkusens Torjäger Stefan Kießling.

Auch "T-Frage" weiter offen

In den kommenden Wochen und Monaten sollen die 30 WM-Kandidaten plus die vier Keeper Rene Adler, Robert Enke, Tim Wiese und Manuel Neuer "ganz gezielt" beobachtet werden, erklärte der Bundestrainer weiter. Man werde dann sehen, "wer hat das Potenzial, wer kommt in Frage, bei einer WM eingesetzt zu werden".

© SID

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