Fußball WM
Maradona mit Argentinien in Paraguay unter Druck

In der WM-Qualifikation muss Diego Maradona mit Argentinien auswärts ran. In Paraguay geht es nicht nur um das Südafrika-Ticket, der Nationaltrainer muss um seinen Job bangen.

Für Diego Armando Maradona geht es um seinen Job: Im richtungweisenden WM-Qualifikationsspiel des zweimaligen Weltmeisters Argentinien in der Nacht zum Donnerstag (ab 00.55 Uhr/live bei Sky) in Asuncion gegen Gastgeber Paraguay steht nicht nur das Ticket zur WM 2010 in Südafrika auf dem Spiel, vielmehr droht Fußball-Ikone "Dieguito" im Falle einer Niederlage sogar das sofortige Aus.

Nach der bitteren 1:3-Heimniederlage gegen Brasilien am vergangenen Samstag fragte die argentinische Tageszeitung Clarin bereits zweifelnd: "Maradona und das Volk - eine unzerbrechliche Liebe?" Das auflagenstarke Blatt berichtet von ersten Buhrufen im Stadion gegen den "Fußballgott" und sieht die Galionsfigur des stolzen Fußballvolkes nach der dritten Niederlage im fünften Qualifikationsspiel in einem Labyrinth verirrt.

Maradona gibt sich trotz Zweiflern kämpferisch

"Ich gehe nicht. Ich bin unzerbrechlich", sagte "El Diez" trotzig und fügte kämpferisch hinzu: "Wir fahren nach Paraguay mit der Einstellung, dass wir es schaffen." Dann gab der Weltmeister von 1986, der nach der Pleite gegen den Erzrivalen ein intensives Vier-Augen-Gespräch mit Verbandschef Julio Grondona führte, allerdings kleinlaut zu: "Es wird hart!" Spielerberufungen, Trainingsmethoden und taktische Strategien des einstigen Spielergenies werden mittlerweile offen bemängelt.

Aus der Ferne urteilt Mario Kempes, 1978 überragender Spieler der Argentinier bei ihrem ersten WM-Triumph: "Diego findet sein Team nicht." Wie zur Bestätigung probierte Maradona im ersten Training nach der Brasilien-Schmach gleich vier Änderungen quer durch alle Mannschaftsteile aus. Zu allem Überfluss steht in Asuncion auch noch Angreifer Carlos Tevez (Manchester City) wegen einer Knieverletzung aus dem Brasilien-Spiel nicht zur Verfügung.

Auswärtsschwäche bereitet Sorgen

Es wird verdammt eng für das Team um Superstar Lionel Messi. Mit 22 Punkten steht Argentinien auf Platz vier, dem letzten Rang für ein Direktticket. Dem Fünften bliebe noch das Play-off-Duell gegen einen Concacaf-Vertreter. Doch Kolumbien, das bei den ebenfalls noch eine Chance witternden Uruguayern (18) antritt, sowie Ecuador, zu Gast in Bolivien, haben mit je 20 Zählern Tuchfühlung. Zudem holten die "Gauchos" in der Fremde nur fünf von 21 möglichen Qualifikationspunkten, zuletzt setzte es drei Niederlagen als Gastteam, und die hoch bezahlten Europa-Legionäre erzielten erst fünf Tore in sieben gegnerischen Stadien.

Und dann ist da noch der unangenehme Gegner. Paraguay schenkte dem Nachbarn in den letzten sechs Vergleichen keinen Sieg. Zudem können die mit dem Dortmunder Nelson Valdez und dem Wolfsburger Jonathan Santana antretenden "Albirrojas" mit einem Erfolg ihr WM-Quartier fest buchen.

Dunga nominiert vier Spieler nach

Neben dem Tabellendritten besitzt Chile (beide 27 Punkte) auf Rang zwei im Vergleich beim schon für Südafrika qualifizierten Spitzenreiter Brasilien (30) einen Matchball (02.55 Uhr live bei Sky). "Wir werden auf Sieg spielen", sagte Abwehrspieler Arturo Vidal von Bayer Leverkusen, vergaß aber, dass die letzten drei Duelle gegen den Rekordweltmeister mit herben Schlappen für das Andenteam (0:6, 0:4, 0:3) endeten.

Der brasilianische Nationalcoach Dunga nominierte am Dienstag vier Spieler nach. Wegen der internationalen Nominierungsfrist griff der "Selecao"-Trainer aber nur auf Akteure aus der Heimat zurück und berief Andre Dias vom Meister FC Sao Paulo, Diego Tardelli von Atletico Mineiro aus Belo Horizonte sowie Cleiton Xavier und Diego Souza von SE Palmeiras aus Sao Paulo.

Trotz der Ausfälle von Regisseur Kaka, Eliminatorias-Torjäger Luis Fabiano (9 Treffer), Abwehrchef Lucio, Reservist Ramires (alle Gelbsperre) sowie Dribbelkünstler Robinho (Muskelverletzung) fordert Dunga volle Konzentration und sieht bei den Nachrückern eine Extraportion Motivation. "Alle schielen noch auf einen Platz im WM-Team", äußerte der "Selecao"-Coach.

Arango will mit Venezuela WM-Chance wahren

Zum Abschluss des drittletzten Spieltages kommt es noch zum Kräftemessen eines Bundesliga-Trios. Venezuela (18) mit dem Mönchengladbacher Spielmacher Juan Arango, aber ohne den gelbgesperrten Hamburger Tomas Rincon will seine Chancen auf die erste WM-Teilnahme wahren. Schlusslicht Peru mit dem Schalker Carlos Zambrano und Hamburgs Torjäger Paolo Guerrero hat dagegen den Südafrika-Traum schon lange aufgegeben.

© SID

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