Fußball WM
Materazzi lüftet das letzte Geheimnis um Zidane

In einem italienischen Magazin hat Marco Materazzi gestanden, Zidedine Zidanes Schwester als "Nutte" bezeichnet zu haben. Diese Beleidigung hatte den mittlerweile legendären Kopfstoß des Franzosen ausgelöst.

Italiens Weltmeister Marco Materazzi hat das Geheimnis um seine Provokation gegen Frankreichs Galionsfigur Zinedine Zidane im WM-Finale 2006 gelüftet. "Ich bevorzuge deine Schwester, die Nutte", waren laut des Italieners die Worte, durch die sich Zidane am 9. Juli 2006 im Berliner Olympiastadion zu einem Kopfstoß in der Verlängerung hinreißen ließ. Der Abwehrspieler von Inter Mailand packte im Magazin "TV Sorrisi e Canzoni" aus.

In dem Endspiel hatte Materazzi den französischen Spielmacher am Trikot gehalten, der ihm daraufhin sagte, dass er das Dress nach dem Spiel gerne haben könne. Daraufhin ließ der 34-Jährige die Beleidigung folgen und Zidane flog nach seiner Attacke in der 110. Minute des Endspiels vom Platz. Die "Squadra Azzurra" gewann schließlich mit 5:3 im Elfmeterschießen und holte zum vierten Mal den WM-Titel.

Zidane kauft Materazzis Buch nicht

Zidane hatte in einem TV-Interview nach dem Endspiel gesagt, dass Materazzis mehrmals wiederholte Worte seine Schwester und Mutter betroffen hätten und unverzeihlich gewesen seien. Daraufhin hatte sich der dreimalige Weltfußballer "bei allen Kindern, die das gesehen haben" entschuldigt. Dennoch bedauerte Zidane den Kopfstoß selbst nicht, denn das würde bedeuten, "dass ich Materazzi recht geben würde".

Der Konflikt zwischen den beiden Akteuren schwelte seit dem WM-Finale. Entsetzt war "Zizou", dass Materazzi die Vorfälle im Endspiel offenbar zu seinen Gunsten ausschlachten wollte. Materazzi hatte unter dem Titel "Was ich wirklich zu Zidane sagte" ein Buch veröffentlicht. Darin listete er 249 nicht ganz ernst gemeinte Aussagen auf, mit denen er den ehemaligen Kapitän der "Equipe Tricolore" zu dieser Attacke hätte provozieren können. Zidane hatte betont, er werde sich das Buch auf keinen Fall kaufen.

Materazzi bietet Zidane den Frieden an

Im Nachhinein waren beide Spieler mit einer Sperre belegt worden. Materazzi wurde für zwei Spiele aus dem Verkehr gezogen, Zidane wurde vom Weltverband Fifa mit einer Sperre für drei Spiele belegt. Die Sanktion gegen den Franzosen war aber hinfällig, da er bereits vor der WM angekündigt hatte, seine Karriere in der "Equipe Tricolore" zu beenden. Das WM-Endspiel in Berlin war sein letztes Match als aktiver Fußballer.

Materazzi hatte zwischenzeitlich erklärt, er könne sich gut vorstellen, mit Zidane wieder an einen Tisch zu sitzen. "Man schließt Frieden nach verheerenden Kriegen, warum sollten wir keinen Frieden schließen? Meine Haustüre ist immer offen. Wenn er will, kann er jederzeit zu mir kommen", hatte der Italiener erklärt.

Trotz seines des unrühmlichen Endes seiner Spieler-Karriere bleibt Zidane unterdessen weiterhin der Liebling der Franzosen. In einer landesweiten Umfrage für das Pariser Journal du Dimanche kam der 35-Jährige unangefochten auf den ersten Platz der beliebtesten 50 Persönlichkeiten.

© SID

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