Fußball WM
Mexikos Sanchez will für toten Vater spielen

Sanchez´ Vater hätte gewollt, dass Sohn Oswaldo beim ersten WM-Spiel von Mexiko gegen den Iran das Tor hütet. Die endgültige Entscheidung steht noch aus. Der Iran hingegen setzt auf Bundesliga-erfahrene Spieler.

Trotz seiner Trauer um seinen verstorbenen Vater will Mexikos Stammtorhüter Oswaldo Sanchez beim ersten WM-Spiel seines Landes gegen den Iran in Nürnberg (18 Uhr/live bei RTL und Premiere) im Kasten stehen. "Ich kann die Leute, die an mich glauben, nicht enttäuschen, ich kann meinen Vater nicht enttäuschen. Er hätte gewollt, dass ich spiele", sagte der 32 Jahre alte Keeper nach der Beerdigung in Guadalajara und vor dem Rückflug nach Deutschland. Hier sollte er am Samstag nach einer über 50-stündigen Odyssee mit Hin- und Rückreise eintreffen.

Das Mitgefühl mit ihrem Keeper eint den Rest der Mannschaft. Vergessen ist der Ärger, den Trainer Ricardo La Volpe mit den mexikanischen Medien und Stürmer Francisco Fonseca hatte. "Gott stellt uns manchmal große Hürden in den Weg", sagt Mittelfeldmann Pavel Pardo: "Aber wir werden sie gemeinsam überwinden."

Spiel wird Felipe Sanchez gewidmet

Man wolle den mexikanischen Auftritt bei der WM in Deutschland Felipe Sanchez widmen, erklärte Kapitän Rafael Marquez von Champions-League-Sieger FC Barcelona. Das Team plant außerdem, mit Trauerflor aufzulaufen.

Die endgültige Entscheidung, ob Sanchez dann mit von der Partie ist, sollte beim Abschlusstraining in Nürnberg fallen. Ansonsten würde Jose Corona (UA Guadalajara) zum Einsatz kommen. Sanchez´ Vater war am Mittwoch kurz vor seiner Abreise nach Deutschland, wo er seinen Sohn bei dessen erstem WM-Einsatz beobachten wollte, einem Herzinfarkt erlegen.

Die Lateinamerikaner, die mindestens das Viertelfinale anstreben, sehen in der Partie ebenso wie die Iraner ein Schlüsselspiel auf dem Weg ins Achtelfinale. "Wir glauben an nichts anderes als an einen Sieg", sagt Top-Torjäger Jared Borgetti, und Marquez ergänzt: "Es ist das wichtigste der drei Gruppenspiele."

Iran setzt auf Bundesliga-Legionäre

Der Iran setzt auf die Bundesliga-Erfahrung einiger Spieler. "Wir bauen auf sie. Sie sind wichtige Säulen für unser Team", sagte Coach Branko Ivankovic mit Blick auf Mehdi Mahdavikia (Hamburger SV), Ali Karimi (Bayern München), Vahid Hashemian (Hannover 96) und Kapitän Ali Daei (früher Hertha BSC, Bayern München und Arminia Bielefeld). Nicht dabei ist der Ex-Kaiserslauterer Ferydoon Zandi, der zuletzt über Fieber klagte.

Rechtzeitig vor Turnierbeginn sind dagegen die angeschlagenen Mahdavikia und Karimi wieder fit. "Ich gehe davon aus, dass sie beide zur Verfügung stehen", meint der Kroate Ivankovic. Er will dem Iran bei der dritten WM-Teilnahme zum erstmaligen Einzug in die zweite Runde verhelfen. "Im heutigen Fußball ist alles möglich. Ich sehe keine Grenzen für meine Spieler, aber nach Sonntag wissen wir mehr", so der 52-Jährige.

Außer um Fußball geht es gleich beim ersten Spiel der Perser auch um Politik, denn die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg hat zu einer Demonstration aufgerufen. Damit soll beim angekündigten Besuch des iranischen Vize-Präsidenten Mohammed Aliabadi gegen die Politik von Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad protestiert werden, der mit der Welt um das Atomprogramm seines Landes streitet und den Holocaust leugnet. Die Menschenrechts-Organisation Amnesty International hält eine Mahnwache ab.

© SID

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