Fußball WM
"Neue Dimension" - Stimmen zur Vergabe der WM 2011

Fünf Jahre nach dem "Sommermärchen" steht Deutschland die nächste Weltmeisterschaft im eigenen Land ins Haus. Der sid hat die Stimmen zur Vergabe der Frauen-WM 2011 an den Titelverteidiger zusammengestellt.

Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes Fifa hat Deutschland am Dienstag den Zuschlag für die Ausrichtung der Frauen-WM 2011 erteilt. Nach der Vergabe an den Titelverteidiger, der sich gegen den einzigen Konkurrenten Kanada behauptete, hat der Sport-Informations-Dienst (sid) die Stimmen zusammengestellt.

"Der Ball ist endlich auch für die Mädchen da"

Theo Zwanziger (DFB-Präsident): "Wir sind natürlich sehr stolz und dankbar, nach dem Männer-World-Cup 2006 bereits 2011 wieder die Frauenfußball-WM ausrichten zu dürfen. Das ist eine ganz große Ehre für uns. Das Land, die Menschen, die Regierung, der DFB, einfach alle freuen sich auf diese Aufgabe. Der Ball ist endlich auch für die Mädchen da. Wir versprechen, nicht nur die WM 2006 nachzuahmen, sondern eine WM zu organisieren, die von Fairness, Anerkennung und Respekt lebt. Unser Dank gilt auch Kanada, dass die WM sicherlich genauso großartig ausgerichtet hätte, wie wir es versuchen werden."

Silvia Neid (Bundestrainerin): "Es war ein tolles Gefühl, als er den Zettel rauszog und da stand Deutschland drauf. Das ist eine echte Herausforderung. Ich freue mich sehr, denn es wird dem Frauenfußball in Deutschland und der Welt sehr viel bringen. Wir sind davon ausgegangen, dass wir den Zuschlag bekommen, waren aber natürlich zurückhaltend, weil man erstmal das Ergebnis abwarten muss. Mit Feiern wird es heute noch nichts, weil wir uns auf das EM-Qualifikationsspiel am Donnerstag in den Niederlanden vorbereiten. Ich gehe davon aus, dass bis auf Sandra Minnert alle anderen dabei sein werden. Gerade für die älteren Spielerinnen ist die WM im eigenen Land nochmal ein Highlight."

Wolfgang Schäuble (Bundesinnenminister): "Der Zuschlag für die Fifa Frauenfußball-Weltmeisterschaft ist eine wunderbare Nachricht aus Zürich. Ich freue mich sehr, für den DFB, für unsere amtierenden deutschen Fußball-Weltmeisterinnen und für alle Fußball- und Sportfans. Dies ist ein erneuter Glanzpunkt für unseren Frauenfußball nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft Anfang des Monats in China. Wir laden die Welt ein, erneut Gast bei Freunden zu sein und wollen den Frauenfußball weltweit noch stärker voranbringen.

Michel Platini (Uefa-Präsident): "Seit der WM 2006 wissen wir doch, was die Deutschen können. Das kann 2011 doch nur gut werden. Natürlich ist es klar, dass ich als Uefa-Präsident eine Frauen-WM auf europäischem Boden begrüße." Nadine Angerer (Nationaltorhüterin von Turbine Potsdam): "Jetzt wird Frauenfußball bis 2011 ständig ein Thema sein. Eine WM ist ja nicht nur ein Vier-Wochen-Event. Vielmehr werden wir viel zusätzliche Gelegenheiten haben, für unseren Sport zu werben."

"Frauenfußball wird populärer werden"

Franz Beckenbauer (Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees): "Ich freue mich, das ist doch klar. Ich habe meinen Teil dazu beigetragen, aber das ist ja auch meine Aufgabe im Exekutivkomitee. Ich weiß nicht, ob es das gleiche Sommermärchen wie 2006 geben wird. Aber der Frauenfußball wird sicher populärer werden."

Wolfgang Niersbach (DFB-Generalsekretär): "Der Schlüssel für den Zuschlag war sicher das Abkommen mit Frankreich. Die Entscheidung, ob es 2011 24 oder 16 WM-Teilnehmer geben wird, steht noch aus. Der Trend geht aber zu 16 Mannschaften. Dafür würden sechs Stadien reichen. Auch im Exekutivkomitee wurde das Abstimmungsergebnis nicht bekannt gegeben.""Ausrichtung wird den Frauenfußball in eine neue Dimension führen"

Siegfried Dietrich (Manager 1. FFC Frankfurt): "Die Ausrichtung der WM 2011 im eigenen Land wird den Frauenfußball in eine neue Dimension führen. Mit der Vergabe der Ausrichtung der WM 2011 an Deutschland hat sich die Fifa für das Land entschieden, das nicht nur eine erstklassige Bewerbung und durch die WM 2006 die perfekte Infrastruktur präsentieren konnte, sondern im Zuge der WM-Erfolge 2003 und 2007 sowie durch das großartige Engagement des Deutschen Fußball-Bundes und die wichtige Lobbyarbeit seines Präsidenten Theo Zwanziger eine weltweit richtungweisende Entwicklung im Frauen- und Mädchenfußball vorzuweisen hat."

Andreas Müller (Manager Schalke 04): "Der Frauenfußball hat hier in Deutschland eine unglaubliche Entwicklung genommen und in der erfolgreichen Verteidigung des Weltmeistertitels einen weiteren Höhepunkt gefunden. Auch ich bin Fan der Frauen-Nationalmannschaft geworden und habe bei der WM mitgefiebert. Mit der WM 2011 in Deutschland wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Ich bin sicher, dass die Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland die kleine Schwester der Männer-WM 2006 werden wird und die Fans ähnlich begeistert."

Dieter Hoeneß (Manager von Hertha BSC Berlin): "Ich freue mich sehr für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft. Die Entscheidung ist für mich eine logische Konsequenz. Wir haben in der Vergangenheit oft genug bewiesen, dass wir solche Großveranstaltungen organisieren können. Vor allem für die Stadt Berlin freut es mich. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir hier ein ähnliches Spektakel erleben wie bei der Männer-WM vor einem Jahr."

Arne Friedrich (Nationalspieler und Kapitän von Hertha BSC Berlin): "Das ist eine super Sache. Ich habe die Emotionen und den Trubel vergangenes Jahr hautnah miterleben dürfen. Die Spielerinnen können sich darauf freuen. Die WM wird dem Frauenfußball sicher helfen."

Frank-Walter Steinmeier (Bundesaußenminister): "Nach dem unvergesslichen Fußballsommer 2006 gratuliere ich dem Deutschen Fußball-Bund zur erfolgreichen Bewerbung um die Austragung der Fifa Fußballweltmeisterschaft der Frauen 2011. Dies bestätigt und festigt den Ruf Deutschlands als große und sympathische Fußballnation. Die großartigen Leistungen der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen als amtierende Weltmeisterinnen, mehrfache Europameisterinnen und Bronzemedaillengewinnerinnen der Olympischen Spiele haben sicherlich ganz wesentlich dazu beigetragen, dass 2011 wieder eine Weltmeisterschaft in Deutschland stattfinden wird. Ich bin überzeugt, dass sich unser Land mit seiner Fußballbegeisterung, den wertvollen Erfahrungen der Weltmeisterschaft 2006 und nicht zuletzt auch mit seiner hervorragenden Infrastruktur in vier Jahren erneut als Gastgeber präsentieren wird, der Fußballfans aus aller Welt zu begeistern weiß. Bei der Vorbereitung und Durchführung dieses sportlichen Großereignisses kann der Deutsche Fußball-Bund auf die volle Unterstützung des Auswärtigen Amts zählen."

Peter Danckert (Sportausschuss-Vorsitzender): "Ich gratuliere dem DFB. Ich freue mich, dass Deutschland innerhalb kurzer Zeit die zweite Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten darf. Ich gehe davon aus, dass es erneut eine großartige Werbung für diesen Sport sein wird und auch den Frauenfußball voranbringt."

Roland Koch (Ministerpräsident Hessen): "Das ist ein großartiger Tag für den deutschen Fußball. Ich bin sicher, dass wir wie bei der Männer-WM im letzten Jahr glänzende Gastgeber sein werden. Ich bin auch sicher, dass die Begeisterung nicht nur, aber gerade in Frankfurt als dem Herzen des deutschen Frauen-Fußballs besonders groß sein wird. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass unsere Frauen in 2011 noch besser abschneiden als die Männer in 2006."

"Das Wiedersehen bei Freunden wird jetzt Wirklichkeit"

Rainer Koch (Präsident bayerischer Fußball-Verband): "Das Wiedersehen bei Freunden wird jetzt Wirklichkeit, das ist einfach nur toll. Es ist wichtig für den Frauen- und Mädchenfußball, dass die Euphorie, die nach dem WM-Titelgewinn in diesem Jahr zusätzlich entfacht worden ist, weiter hoch gehalten wird."

Ingo Wolf (NRW-Innenminister): "Die Freude ist riesengroß, dass die Fifa sich für Deutschland entschieden hat - obwohl die Nachricht nicht unerwartet kommt. Für alle Fußballfreunde in diesem Land ist das ein wunderbares Geschenk. Die famosen Leistungen unserer Weltmeisterinnen und der unermüdliche Einsatz des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger für den Frauenfußball sind nun verdient belohnt worden."

Günther Oettinger (Ministerpräsident Baden-Württemberg): "Das ist ein tolles Ergebnis für Deutschland. Besonders freut es mich, dass in Baden-Württemberg Sinsheim mit der TSG-Arena einer der zwölf Spielorte sein wird. Wie schon bei der WM 2006 mit der unvergesslichen Stimmung beim Spiel um Platz drei in Stuttgart werden die Baden-Württemberger ein herzlicher und erstklassiger Gastgeber für die internationalen Gäste und ein begeistertes Publikum sein. Ich hoffe, dass die Fans im Land die Deutsche Frauen-Nationalmannschaft auf dem Weg zur Titelverteidigung in Sinsheim zu sehen bekommen."

Detlef Parr (Sportpolitischer Sprecher FDP): "Der Boden für ein neues Sommermärchen 2011 ist bereitet. Die FDP-Bundestagsfraktion begrüßt die Entscheidung der Fifa, die WM 2011 nach Deutschland zu vergeben. Diese Entscheidung ist ein weiterer Beweis für die Attraktivität des Standorts Deutschland. Sie erkennt auch die rasante Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland an. Wir haben in den letzten Jahren bewiesen, großartige Sportveranstaltungen organisieren zu können: die Fußballweltmeisterschaft der Herren, die Reit-WM, die Hockey-WM sowie das Handball-Wintermärchen sind nur einige Beispiele."

© SID

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