Fußball WM
Niederländer fordern zweiten Schiedsrichter

Einen zweiten Schiedsrichter fordert der niederländische Fußball-Verband. "Die Aggression hat zugenommen, die Anforderungen sind gestiegen", so der Direktor der Abteilung Profi-Fußball, Henk Kesler.

Wenn es nach dem Willen des königlich-niederländischen Fußball-Verbandes Knvb geht, sollen schon bald zwei Schiedsrichter den reibungslosen Ablauf von Fußballspielen garantieren. Dafür will sich der Knvb beim Weltverband Fifa einsetzen. "Das Spiel ist schneller geworden. Die Aggression hat zugenommen, die Anforderungen sind gestiegen", begründete der Direktor der Abteilung Profi-Fußball im Knvb, Henk Kesler, im Fernsehsender Nova den Vorschlag: "Es ist klar, dass ein Schiedsrichter allein nicht mehr den Überblick behalten kann."

"Anarchie auf dem Feld"

Der zweimalige Vize-Weltmeister Niederlande hatte am Sonntag in Nürnberg gegen Portugal im WM-Achtelfinale mit 0:1 verloren. Bei dem Spiel hatte der russische Schiedsrichter Walentin Iwanow vier Gelb-Rote Karten und zwölf Gelbe Karten gezückt. Der ehemalige niederländische Unparteiische Mario van der Ende soll als Mitglied der Schiedsrichter-Kommission der Fifa die "Oranje"-Vorstellungen vorbringen.

Kesler bezeichnete die Vorkommnisse im WM-Duell gegen Portugal als "Anarchie auf dem Feld". Er kenne Iwanow aus den Champions-League-Spielen als ausgezeichneten Referee, so Kesler, "aber gegen Portugal war er nicht er selbst".

Der Weltverband Fifa sagte auf sid-Anfrage, dass es im italienischen Pokal bereits Versuche mit zwei Schiedsrichtern gegeben habe. Die Erkenntnisse seien allerdings wenig ermutigend gewesen.

Iwanow gibt unterdessen den Spielern die Schuld an den Negativrekorden (vier Gelb-Rote und zwölf Gelbe Karten). "Was die Bruatalität angeht, war es das härteste Spiel meiner Karriere. Ich habe alle Szenen so geahndet, wie ich sie gesehen habe", sagte Iwanow.

Vor Kesler hatte bereits Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hat den Unparteiischen verbal attackiert: "Ich muss sagen, dass der Schiedsrichter nicht auf dem Niveau der Spieler gepfiffen hat. Man hätte auch ihm eine Gelbe Karte zeigen können."

Der ehemalige Fifa-Referee und ZDF-Experte Urs Meier aus der Schweiz hat die Einführung des Profi-Schiedsrichtertums gefordert. "Das Ziel muss sein, dass bei der nächsten Weltmeisterschaft 2010 alle Unparteiischen Profi-Schiedsrichter sind", sagte Meier.

Nicht nur die Gelbe, sondern sogar die Rote Karte bekommt über die Hälfte der 26 Schiedsrichter-Gespanne am Donnerstag gezeigt. Dann gibt die Fifa bekannt, welche Trios für Einsätze im Viertel- und Halbfinale sowie im Endspiel in Frage kommen. Der Rest darf sich auf die Heimreise machen. Als wichtigstes Nominierungskriterium gilt die im Turnier gezeigte Leistung, aber auch die Ausgewogenheit der Konföderationen wird eine Rolle spielen.

© SID

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