Fußball WM
Nowotny hinterlässt "sehr guten Eindruck"

Jens Nowotny darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine Nominierung ins Nationalteam bei der Fußball-WM machen. Nach dem Fitnesstest der Nationalmannschaft in Düsseldorf zeigte sich Bundestrainer Jürgen Klinsmann zufrieden mit dem Leverkusener Abwehrchef.

Jens Nowotny darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine Nominierung ins Nationalteam bei der WM in Deutschland (9. Juni bis 9, Juli) machen. Nach dem Fitnesstest der Nationalmannschaft in Düsseldorf zeigte sich Bundestrainer Jürgen Klinsmann zufrieden mit dem Leverkusener Abwehrchef. "Jens hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Er ist natürlich höchst motiviert, weil er noch die Möglichkeit hat, zur WM zu fahren, und er hat alle Tests uneingeschränkt mitmachen können", lobte Klinsmann den 32 Jahre alten Routinier nach dem zweitägigen Leistungstest in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Nowotnys Gesundungsprozess nach dem vierten Kreuzbandriss sei "vorbildlich verlaufen".

"Fairer Wettkampf" mit Sinkiewicz und Manuel Friedrich

Eine Vorentscheidung für oder gegen den 45-maligen Nationalspieler, der erstmals in der rund 20 Monate währenden Klinsmann-Ära eingeladen wurde, ist offenbar noch nicht gefallen. "Die Ausdauerwerte fehlen uns noch. Außerdem müssen wir die Ergebnisse nun erst einmal sacken lassen und dann aus verschiedenen Blickwinkeln analysieren", versicherte Klinsmann und kündigte einen "fairen Wettkampf" mit dem Mainzer Manuel Friedrich und dem Kölner Lukas Sinkiewicz um den vierten Manndecker-Platz im deutschen WM-Aufgebot neben den gesetzten Robert Huth (FC Chelsea), Per Mertesacker (Hannover 96) und Christoph Metzelder (Borussia Dortmund) an: "Manuel hat in der Bundesliga über einen längeren Zeitpunkt gute Leistungen gebracht. Und Lukas hat bereits Länderspiele absolviert und großes Potenzial für die Zukunft."

Insgesamt zeigte sich der Bundestrainer mit den Ergebnissen seiner 17 WM-Kandidaten beim Leistungstest sehr zufrieden: "Auf die Laktatwerte müssen wir noch ein oder zwei Tage warten, aber in Sachen Beweglichkeit, Stabilität, Kraft und Sprint waren alle im grünen Bereich."

Die Profis vom deutschen Meister Bayern München, Uefa-Cup-Halbfinalist Schalke 04 sowie der in Champions League aktive Jens Lehmann (Arsenal London) und die verletzten Akteure sollen den Test Anfang Mai nachholen.

Am 14. oder 15. Mai wird Klinsmann in Berlin sein 23-köpfiges Aufgebot bekannt geben. Die Protagonisten können sich anschließend auf einiges gefasst machen. "Wir müssen körperlich und geistig topfit sein, wenn wir unser großes Ziel erreichen wollen", erklärte Klinsmann im Beisein seines Co-Trainers Joachim Löw, Bundestorwartrainer Andreas Köpke und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff.

Trainingseinheiten werden gefilmt

Vor allem während des zehntägiges Aufenthaltes am Genfer See (21. bis 30.) Mai würden die Grundlagen für das Turnier gelegt. "Da wird heftig gearbeitet. Es kann sein, dass die Jungs abends keine Lust mehr haben werden, in die Stadt zu gehen", berichtete Klinsmann. Im Servette-Stadion gibt es täglich zwei Trainingseinheiten. "Vormittags wird 60 bis 75 Minuten voll gepowert, nachmittags werden taktische und technische Dinge im Vordergrund stehen", versicherte der Weltmeister von 1990.

Erstmals werden im Genf sämtliche Trainingseinheiten komplett mit einer Spezialkamera aufgenommen. "Die Spieler lernen am meisten, wenn sie ihre Fehler sehen", erläuterte Löw diese Maßnahme.

Spezialaufgaben für Huth

Der 41 Jahre alte Klinsmann zeigte sich 45 Tage vor dem Eröffnungspiel des Gastgebers gegen Costa Rica einmal mehr zuversichtlich, eine "verschworene Gemeinschaft" zusammenfügen zu können, die auch mental dem Druck Stand halten kann. "Unser Sportpsychologe Hans-Dieter Hermann wird deshalb wie bereits in der Vergangenheit verstärkt dieses Thema ansprechen", meinte der Schwabe.

Im Gegensatz zu den Spielern wird die sportliche Leitung während des Regenerations-Trainingslagers auf Sardinien (16. bis 20. Mai) ohne familiären Anhang sein. "70 bis 80 Prozent der Spieler nehmen ihre Ehefrauen, Lebensgefährtinnen und ihre Kinder mit", gab Bierhoff bekannt: "Wir wollen schließlich auch die Familien mit ins Boot nehmen, damit sie ihre Männer bei dem großen Projekt unterstützen." Löw machte aber klar, dass auch unter der Sonne Sardiniens nicht gefaulenzt wird. So müsse sich zum Beispiel Huth, der bei Chelsea kaum zum Einsatz kommt, auf ein anstrengendes Programm einstellen, damit dieser wieder "auf Augenhöhe" mit seinen Mitspielern kommt.

© SID

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