Fußball WM
Pekermann sieht Argentinien auf dem richtigen Weg

Nach dem 2:1-Sieg im WM-Auftaktspiel gegen die Elfenbeinküste ist der argentinischen Nationalmannschaft ein Stein vom Herzen gefallen. "Wir haben diesen Sieg gebraucht", sagte Argentiniens Trainer Jose Pekerman.

Neben der argentinischen Fußball-Ikone Diego Maradona fiel nach dem 2:1 (2:0)-Sieg Argentiniens im WM-Auftaktspiel gegen die Elfenbeinküste in Hamburg auch den Spielern auf dem Rasen ein Stein vom Herzen. "Dieser Sieg belohnt die Arbeit von vier Jahren", sagte Hernan Crespo, der die Südamerikaner in der 24. Minute in Führung gebracht hatte: "Den Druck spürt man durchaus."

"Haben diesen Sieg gebraucht"

Natürlich steckte das Trauma von Japan/Südkorea 2002 in ihren Hinterköpfen. Auch damals galt Argentinien als einer der großen Favoriten, scheiterte aber bereits in der Vorrunde. "Wir haben diesen Sieg gebraucht", sagte Trainer Jose Pekerman: "Wir sind auf dem richtigen Weg."

Ein Meisterwerk der Effizienz zeigte seine Mannschaft im bis dahin besten WM-Spiel gegen die Fußball-Künstler aus Afrika: taktisch reif, technisch stark, diszipliniert und eiskalt vor dem Tor.

Argentinien hat seinen Ruf als Mitfavorit bestätigt, Pekerman aber hält sich zurück: "Über das Finale brauchen wir noch nicht zu reden." Der Respekt bleibt groß vor den Kontrahenten in der "Todesgruppe" C, in der sich am Sonntag noch die Niederlande und Serbien-Montenegro gegenüberstehen.

"Elefanten" schwach im Abschluss

Auch die Elfenbeinküste ist ihren Vorschusslorbeeren als stärkster Afrika-Vertreter und Geheimfavorit gerecht geworden. Das Team um Superstar Didier Drogba vom FC Chelsea, der in der 82. Minute das erste WM-Tor in der Geschichte des Landes erzielte, begeisterte mit Ballgewandtheit und Schnelligkeit. Besonders in der Schlussphase sorgten die "Elefanten" für einige Unruhe in der argentinischen Abwehr, scheiterten aber an fehlender Cleverness und ihrer Abschlussschwäche.

Nach dem Rückstand durch Crespo verloren die Ivorer die Ordnung, wollten den Ausgleich erzwingen und boten so dem überragenden Juan Riquelme die Chance zum "tödlichen" Pass auf Javier Saviola, den der Uefa-Cup-Sieger vom FC Sevilla eiskalt zum 2:0 nutzte (38.). Der 24-Jährige wurde zum besten Spieler der Partie gewählt. "Ein Tor bei meinem WM-Debüt ist für mich ein Traum", sagte Saviola.

"Uns hat die Erfahrung gefehlt"

Im Spiel gegen die Niederlande am Freitag in Stuttgart (18.00 Uhr) stehen die Ivorer nun bereits gehörig unter Druck, in der Form vom Samstag sind sie aber keinesfalls chancenlos. "Es ist noch nichts Dramatisches passiert, wir haben noch zwei Spiele", sagte Trainer Henri Michel: "Uns hat einfach die Erfahrung gefehlt."

Dass den Argentiniern in der 14. Minute nach einem Kopfball von Roberto Ayala ein regulärer Treffer aberkannt wurde, spielte am Ende keine Rolle mehr. Schiedsrichter Frank de Bleeckere und seine Assistenten konnten nicht erkennen, ob der Ball mit vollem Umfang in der Luft die Torlinie überschritten hatte. Erst eine Computergrafik der ARD bewies das Tor, aber die hatte der Belgier ja nicht zur Verfügung. "Für uns wäre es natürlich viel einfacher gewesen, wenn das Tor gezählt hätte", meinte Crespo.

Saviola früh ausgewechselt

Der Torjäger wurde ebenso wie sein Sturmpartner Saviola bereits früh ausgewechselt, um die Defensive zu stärken. Ergebnissicherung stand an erster Stelle, auch ein Schlüssel zum möglichen ganz großen Erfolg. Pekerman verneigte sich am Ende noch vor dem Superstar früherer Tage, der im Falle eines frühen argentinischen Scheiterns als sein Nachfolger im Gespräch ist: "Ich danke Diego Madarona, dass er bei unserem Sieg dabei war." Es wird wahrscheinlich nicht der einzige bleiben.

© SID

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