Fußball WM
Polen bezieht Quartier in Hannover

Das Nationalteam aus Polen ist in der Nacht zu Mittwoch nach der enttäuschenden 1:2-Pleite gegen Kolumbien in Deutschland eingetroffen. Das Team um Trainer Pawel Janas landete um 0:25 Uhr auf dem Flughafen Hannover.

Die polnische Nationalmannschaft ist in der Nacht zum Mittwoch in Deutschland eingetroffen. Um 0.25 Uhr setzte die Maschine aus Krakau in Hannover auf, anschließend ging es umgehend ins Quartier nach Barsinghausen. Statt Vorfreude auf das WM-Turnier herrschte bei Nationaltrainer Pawel Janas und seinem Team nach der 1:2-Pleite gegen Kolumbien wenige Stunden zuvor in Chorzow vor allem Enttäuschung.

"Wenn wir so gegen Costa Rica und Ekuador in der WM-Vorrunde spielen, haben wir auch gegen diese Mannschaften keine Chance", bilanzierte der Coach, bemühte sich aber, derart trübe Aussichten schnell zu relativieren: "Wir haben lange nicht in dieser Formation zusammengespielt und zuletzt hart gearbeitet. Beim WM-Auftakt werden wir uns anders präsentieren."

Nach dem öffentlichen Training vor rund 3 000 Zuschauern am Mittwochabend in Barsinghausen ergänzte Janas: "Wir werden versuchen, in der Video-Aufzeichnung auch etwas Gutes zu finden. Wir müssen in den nächsten Tagen aber an Tempo zulegen."

Polen spielt zu harmlos

Gegen die Südamerikaner, die am Freitag in Mönchengladbach letzter Testgegner der deutschen Mannschaft sind, erwiesen sich die Polen um die beiden Bundesliga-Profis Ebi Smolarek (Borussia Dortmund) und Jacek Krzynowek (Bayer Leverkusen) als ausgesprochen harmlos. Von dem in der WM-Qualifikation so gefährlichen Flügelspiel war kaum etwas zu sehen.

Die größten Sorgen bereitet Janas die Besetzung der Torwartposition. Nachdem Routinier Jerzy Dudek nicht in den WM-Kader berufen wurde, durften sich gegen Kolumbien Artur Boruc und Tomasz Kuszczak jeweils eine Halbzeit lang zwischen den Pfosten versuchen. Während Boruc nach 20 Minuten von Elkin Murillo bezwungen wurde, taugte Kuszczaks Einsatzs allenfalls fürs Kuriositätenkabinett. Kolumbiens Schlussmann Luis Martinez schlug aus der Hand weit ab, der Ball sprang einmal auf und flog über Kuszczak hinweg zum 0:2 ins Netz (64.).

Zewlakow: "dass uns die Fans verhöhnt haben, ist ein Skandal"

"Dennoch wird einer dieser Keeper meine Nummer 1 sein", meinte Janas, dessen Team nach dem zweiten Gegentreffer gnadenlos ausgepfiffen wurde. Daran konnte auch der Anschluss durch Ireneusz Jelen in der Nachspielzeit nichts mehr ändern. "Natürlich war die Niederlage eine kalte Dusche. Aber dass uns die Fans anschließend verhöhnt haben, ist ein Skandal", meinte der aufgebrachte Abwehrspieler Michal Zewlakow.

Weitaus freundlicher war der Empfang in Deutschland. Rund 200 Fans hatten bis 1.15 Uhr vor der Sportschule Barsinghausen ausgeharrt, dann rauschte der Mannschaftsbus vorbei. Autogramme gab es nicht, auch zum Winken hatten die Profis offenbar keine Kraft mehr.

Am Mittwochnachmittag steht für das Team um 17 Uhr das erste öffentliche Training in Deutschland auf dem Programm. Am Samstag bestreiten die Polen in Wolfsburg ein Vorbereitungsspiel gegen WM-Teilnehmer Kroatien. Drei Tage später wartet eine Regionalauswahl in Salzgitter. Bei der WM ist Polen am 14. Juni in Dortmund zweiter Vorrundengegner der deutschen Mannschaft.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%