Fußball WM
Portugal freut sich aufs Achtelfinale

"Wir haben ein fantastisches Team und können bei dieser WM noch weit kommen. Wir freuen uns jetzt auf den nächsten großen Gegner", traf Portugals Kapitän Luis Figo die Stimmung nach dem 2:0 gegen den Iran auf den Kopf.

Nach seinem verwandelten Elfmeter sank Cristiano Ronaldo auf die Knie und schrie seine ganze Erleichterung heraus. Portugals Jungstar hatte mit seinem Treffer zum 2:0 (1:0)-Endstand gegen den Iran nicht nur den ersten WM-Achtelfinaleinzug seines Teams seit 40 Jahren perfekt gemacht, sondern auch selbst nach der Kritik an seiner Person einen Befreiungsschlag gelandet. Der 21 Jahre alte hoch talentierte Angreifer von Manchester United zeigte eine Klasseleistung und verlieh fast alleine den portugiesischen Minimalisten Glanz.

"Wir haben ein fantastisches Team und können bei dieser WM noch weit kommen. Wir freuen uns jetzt auf den nächsten großen Gegner", sagte Kapitän Luis Figo. Nach dem vorzeitigen Sprung in die nächste Runde geht es jetzt am kommenden Mittwoch in Gelsenkirchen gegen Mexiko nur noch um den Gruppensieg, bevor im Achtelfinale Argentinien oder die Niederlande warten.

"Uns ist es egal, gegen wen wir spielen"

"Die sind beide stark. Uns ist es egal, gegen wen wir spielen", meinte der Stuttgarter Bundesliga-Profi Fernando Meira. Auch Trainer Luiz Felipe Scolari war zufrieden. "Das Achtelfinale haben wir seit 40 Jahren nicht erreicht. Darüber sind wir sehr glücklich", sagte der Weltmeister-Trainer aus Brasilien nach seinem neunten Sieg in einem WM-Spiel in Folge.

Vor allem die Leistungssteigerung von Ronaldo hat auch Scolari Spaß gemacht. Beim 1:0-Auftaktsieg gegen Angola hatte er den Jungstar noch nach 60 Minuten ausgewechselt, ihm zudem zuletzt im Training wegen Müdigkeit nur eine Laufeinheit verordnet. Vor 48 000 Zuschauern in der Frankfurter WM-Arena zeigte der trickreiche Angreifer aber wieder alle Fähigkeiten, die ihn auszeichnen: Schnelligkeit, überraschende Bewegungen und Spielfreude.

Schon vor seinem ersten WM-Treffer hatte Ronaldo einige gute Chancen. In der 34. Minute klärte Irans Verteidiger Hossein Kaabi seinen Kopfball auf der Torlinie, eine Minute später traf der England-Legionär nach einer feinen Einzelleistung nur das Außennetz. In der 55. Minute scheiterte er ebenso am starken iranischen Keeper Ebrahim Mirzapour wie schon in der Anfangsphase Deco aus kurzer Distanz. Der Spielmacher des FC Barcelona machte es dann in der 63. Minute besser und ebnete mit seinem Weitschuss-Treffer aus 20 Metern seinem Team den Weg zum Sieg.

Individuelle Klasse der effektiven Portugiesen

So entschied die Partie - wie schon im Vorfeld von Irans Trainer Branko Ivankovic befürchtet - die individuelle Klasse der effektiven Portugiesen. Wie schon im ersten Gruppenspiel gegen Angola deuteten Figo auch gegen Iran nur phasenweise ihre großen Möglichkeiten an. Den Sprung unter die letzten 16 Teams hatten die Iberer zuletzt 1966 bei der WM in England geschafft und danach den dritten Platz belegt. Der entscheidende Mann damals war Eusebio, der am Samstag mit seinen Nachfolgern im Bus ins Stadion gefahren war.

Dagegen ist für die Iraner "unser großer Traum vom Achtelfinale vorbei", wie Bundesliga-Profi Mehdi Mahdavikia feststellte: "Aber leider war in beiden Spielen der Gegner besser." Auch der Hannoveraner Vahid Hashemian war enttäuscht über das dritte Vorrunden-Aus bei der dritten WM-Teilnahme. "Das lag vor allem an unseren Verletzungen im Vorfeld", sagte der Angreifer.

Trainer Ivankovic, der Irans 37 Jahre altes Fußball-Idol Ali Daei nach der schwachen Leistung im ersten Spiel auf der Bank gelassen hatte, blieb nur noch die Gratulation an den Gegner: "Portugal hat verdient gewonnen." Sinnbildlich für das Aus der Iraner war schließlich Kapitän Yahya Golmohammadi, der sich bei seinem Foul an Luis Figo vor dem Elfmeter an der Schulter verletzt hatte und mit einem Rollstuhl aus dem Stadion gefahren wurde.

© SID

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