Fußball WM
Referee Merk mit ehrgeizigen WM-Zielen

Mit einer großen Portion Anspannung geht auch Schiedsrichter Markus Merk in das WM-Turnier. Ob der zweimalige Welt-Schiedsrichter in seinem "Wohnzimmer" Fritz-Walter-Stadion wird pfeifen dürfen, ist dabei noch offen.

Ob für Markus Merk bei dieser WM alle Wünsche in Erfüllung gehen, wird sich erst noch zeigen. "Seit meiner Ankunft am 26. Mai im WM-Quartier ist es mit dem Träumen endgültig vorbei", antwortete der zweimalige Welt-Schiedsrichter auf die Frage, ob die Fifa ihm den Wunsch von einem Spiel in seinem "Wohnzimmer" Fritz-Walter-Stadion erfüllen werde. Vorerst lässt der Weltverband den Pfälzer jedenfalls noch ein wenig zappeln. Merk wurde zunächst für die Partie zwischen den Mannschaften von Serbien und Montenegro und den Niederlanden am Sonntag in Leipzig nominiert.

"Diese Entscheidungen liegen sowieso nicht in meinem Bereich. Wir werden sehen, was passiert. Es gibt jedenfalls noch keinen Hinweis oder Wink von Seiten der Fifa", erklärte Merk im WM-Quartier der Unparteiischen im Frankfurter Vorort Neu-Isenburg. Ohnehin gibt es für den Otterbacher derzeit wichtigere Themen als die Frage, ob er zwei Mannschaften in der Arena auf das Feld führen darf, in deren unmittelbarer Nähe er aufgewachsen ist.

"Wir Schiedsrichter müssen uns vor allem als Team präsentieren. Das ist unsere Verantwortung, daran werden wir gemessen", sagte Merk und meint damit, dass sich die Unparteiischen in erster Linie an eine einheitliche Regelauslegung halten sollen. Auf Grund der neuen Richtlinen der Fifa haben die Referees damit auch genug zu tun. Die Tage im Quartier sind vollgepackt mit Leistungstests, Besprechungen, Analysen und psychlogischer Betreuung.

Merk weiß genau, was von ihm und seinen Kollegen erwartet wird. "Wir wollen den Fußball fördern. Dazu gehört, dass wir das Spiel schnell machen wollen. Wir müssen das Zeitspiel verhindern, die Spieler vor Tacklings schützen, das Zerren am Trikot unterbinden und gegen den übertriebenen Ellbogeneinsatz vorgehen", erläuterte der 44-Jährige die Anforderungen.

Dabei ist Merk der Hinweis äußerst wichtig, dass es sich dabei nur um neue Auslegungen handelt. "Am Regelwerk wurde nichts geändert, nur die Richtlinien sind neu. Unser Ziel ist es nicht, möglichst viele Spieler zu verwarnen oder vom Feld zu schicken. Aber wir müssen konsequent sein, denn die WM ist immer beispielgebend, und wir sind uns dessen bewusst", sagte der Hobby-Marathon- und Ski-Langläufer.

Trotz des großen Drucks ist Merk, der seine Zahnarztpraxis längst aufgegeben hat und sein Geld mit Vorträgen verdient, gewohnt selbstbewusst. "Ich weiß, dass ich jedes Spiel leiten kann. Dabei ist die Erfahrung zwar wertvoll, aber sie kann auch zum größten Feind werden. Eine gewisse Anspannung muss immer da sein", sagt der Mann, der in der Vergangenheit für sein soziales Engagement mit Auszeichnungen überhäuft wurde.

Soziale Kompetenz ist auch im internen Umgang der 21 Referees gefragt, denn unter den Schiedsrichtern gibt es Konkurrenz. Für Merk ist dieser Wettstreit aber sogar notwendig: "Konkurrenz ist wichtig, denn es muss für jeden das Ziel sein, möglichst lange im Turnier zu bleiben. Dennoch zählt am Ende nur die Gesamtleistung, denn Fehler des Einzelnen werden sofort auf das gesamte Schiedsrichter-Team projiziert. Am Ende sollen die Leute einfach sagen, dass es ein Klasse-Spiel war und der Schiedsrichter einen kleinen Teil dazu beigetragen hat."

© SID

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