Fußball WM-Relegation
Fifa nimmt „Skandalspiel“ unter die Lupe

Der Fußball-Weltverband hat am Montag mit den Ermittlungen im Zusammenhang mit dem WM-Qualifikationsspiel Türkei gegen die Schweiz begonnen. Mit einer schnellen Aufarbeitung ist aber entgegen erster Ankündigungen nicht zu rechnen.

Seit Montagmorgen befasst sich der Internationale Fußball-Verband (Fifa) offiziell mit der Aufarbeitung des Skandalspiels zwischen der Türkei und der Schweiz vom 16. November. Die Kontroll- und Disziplinar-Kommission der Fifa wird in ihrem Stammsitz in Zürich in den kommenden Tagen mehr als 20 Betroffene vernehmen, darunter neben dem belgischen Schiedsrichter Frank de Bleeckere Spieler, Offizielle, weitere Augenzeugen sowie auch die beiden Trainer Fatih Terim und Köbi Kuhn.

Die Untersuchungen der skandalösen Vorfällen im Anschluss an das Qualifikations-Rückspiel zur Weltmeisterschaft zwischen der Türkei und der Schweiz (4:2) werden nach Angaben eines Fifa-Sprechers entgegen erster Ankündigungen nicht sehr schnell abgeschlossen sein, sondern bis ins kommende Jahr andauern. Erst Anfang 2006 werde eine Entscheidung über das Strafmaß fallen. Zunächst hatte Fifa-Chef Blatter gesagt, man wolle die Angelegenheit bis zur WM-Endrundenauslosung am 9. Dezember in Leipzig vom Tisch haben. Bei der Partie im Sükrü-Saracoglu-Stadion in Istanbul hatten die Türken nach der 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel die WM-Qualifikation verpasst. Daraufhin war es zu Prügelszenen auf dem Spielfeld und im Kabinengang gekommen.

» Fotostrecke: Der Skandal von Istanbul

Der polnische Verbandspräsident Michal Listkiewicz, einer der zwei Fifa-Beobachter bei diesem Match, hatte vor allem den türkischen Nationaltrainer Fatih Terim schwer belastet. "Als ich mich in die Referee-Kabine begab, war die Tür aufgebrochen und die Schiedsrichter waren nicht anwesend. Von den Schiedsrichtern und einem Fifa-Beauftragten habe ich bei meinen späteren Recherchen erfahren, dass die Türe durch Terim und Schlussmann Volkan eingetreten wurde", hatte Listkiewicz vorab in einem Interview erklärt.

Terim bestreitet diese Vorwürfe vehement. Der Fifa-Offizielle hatte zudem von einem "großen Skandal" und "unvorstellbaren Szenen" nach Spielschluss gesprochen und dabei auch die Spieler Emre Belözoglu, Mehmet Özdilek und den Kölner Bundesliga-Legionär Alpay Özalan als Schuldige genannt.

Bereits am Dienstag vergangener Woche hatten die Ereignisse von Istanbul mit dem Rücktritt des türkischen Co-Trainers Mehmet Özdelek die ersten Konsequenzen nach sich gezogen. Özdelek gilt als einer der Hauptbeteiligten an den Ausschreitungen. Wie TV-Bilder bewiesen, wurde der Assistent von Nationaltrainer Terim vom Schweizer Benjamin Huggel von Eintracht Frankfurt getreten. Daraufhin entwickelte sich ein Tumult, in den der Kölner Abwehrspieler Alpay maßgeblich verwickelt war.

© SID

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