Fußball WM
Rummenigge will "deutsche Tugenden" sehen

Vorstands-Chef Karl-Heinz-Rummenigge von Meister Bayern München hält ein gutes Abschneiden bei der WM weiterhin für möglich. Der Vizeweltmeister von 1986 glaubt, dass die "deutschen Tugenden" zum Erfolg führen könnten.

Karl-Heinz Rummenigge hat sich in einem Zeitungsinterview zuversichtlich über die Chancen der deutschen Nationalmannschaft bei der WM geäußert und hält einen erfolgreichen Auftritt bei der WM trotz ihrer offenkundigen Defizite weiter für möglich. Der Vorstands-Chef von Meister Bayern München und Vizeweltmeister von 1986 setzt vor allem auf die "deutschen Tugenden". Die Nationalelf können nur über den Kampf zum Erfolg gelangen.

"Die Kraft kann nur aus der Mannschaft selbst kommen, motiviert und getragen vom Publikum. Das ist die einzige Chance, die diese Mannschaft hat. 1986 in Mexiko sind wir ins Finale gekommen, und kein Mensch weiß heute mehr wie: Wir haben alle niedergerannt, und das ist auch die Chance, die diese Mannschaft hat. Dass du alle niederrennst."

Fitness statt individueller Qualität

In Erinnerung an die WM-Spiele vor 20 Jahren auch gegen Mexiko und Frankreich müsse Bundestrainer Jürgen Klinsmann in den Trainingslagern vor der WM auf Sardinien und in Genf besonders auf Fitness achten. "Vor Mexiko wurde jeden Tag trainiert bis zum Geht-nicht-mehr. Wir waren körperlich überlegen. Wir hatten noch Luft für 20 Minuten, die hatten keine mehr", sagte Rummenigge.

Technisch und spielerisch könne die Klinsmann-Elf, die nach Rummenigges Ansicht "schon weiter war als heute", mit den besten Nationen momentan nicht mithalten: "Die individuelle Qualität hält keinem Vergleich stand mit Brasilianern, Italienern, Engländern, Holländern. Individuell ist das eine andere Welt." Vorteile in diesem Zusammenhang sieht der Bayern-Boss für die deutschen Spieler jedoch durch die Winterpause in der Bundesliga, während die Stars der WM-Favoriten in den europäischen Top-Ligen im Winter keine Gelegenheit zur Aufladung ihrer Kraftreserven hatten.

Kritik an Michael Ballack

Das Champions-League-Aus der Bayern gegen den AC Mailand verbindet der Klub-Chef indirekt auch mit einem Mangel an Führungsqualitäten des voraussichtlich abwandernden Mittelfeldstars Ballack. "Mark van Bommel gefällt mir auch so gut, weil er eine gestandene Persönlichkeit ist. Der ist dazu in der Lage, die Fahne in die Hand zu nehmen, und dann: Bitte alle hinter mir her! Wir brauchen einen Spieler, der diese Führungsqualität hat, dem sich alle, alle unterordnen. Da haben wir ein Vakuum", erklärte Rummenigge.

Die Kritik am Nationalmannschafts-Kapitän machte der frühere Weltklasse-Stürmer auch durch einen Vergleich mit Ballacks Bayern-Vorgänger Stefan Effenberg, mit dem München 2001 die Champions League gewonnen hatte, deutlich: "Die Ära Ballack war national gesehen erfolgreich, die Ära Effenberg war auch national erfolgreich, aber sie war speziell geprägt durch internationale Erfolge. Zusammenfassend würde ich sagen: Effenberg war ein großer Stratege, eine große Führungskraft auf dem Platz. Ballack wird dafür stehen, dass er der kopfballgefährlichste Mittelfeldspieler ist oder war, der je beim FC Bayern gespielt hat."

© SID

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