Fußball WM
Sammer begeistert vom "Typen" Hrubesch

Nach dem deutschen Ausscheiden bei der U20-WM in Ägypten, schwärmt DFB-Sportdirektor Matthias Sammer in höchsten Tönen von Trainer Horst Hrubesch. "Er ist einfach ein Typ.".

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat nach dem Viertelfinal-Aus der U20-Junioren bei der WM in Ägypten Trainer Horst Hrubesch in den höchsten Tönen gelobt. "Es ist immer leichter zu loben, wenn man Titel gewonnen hat. Doch diese Leistung ist noch höher einzuordnen als die Europameistertitel, die er mit der U19 und der U21 geholt hat. Meine Wertschätzung für ihn, die eh schon hoch war, ist weiter gestiegen", sagte Sammer bei Welt online.

Der frühere Bundesliga-Torjäger sei immer offen gewesen für Verbesserungen, habe das Motto "lebenslanges Lernen" verinnerlicht und lebe es vor, meinte Sammer: "Außerdem ist er ehrlich, authentisch und sehr erfolgsorientiert. Er ist einfach ein Typ."

"Vaterfigur" Hrubesch

Für die jungen Spieler sei Hrubesch "in gewisser Weise Vaterfigur, weil er immer wieder den Wechsel zwischen deutlicher Ansprache und Lob findet".

Heftige Kritik äußerte Sammer dagegen am Weltverband Fifa. "Ein schwerer Fehler der Fifa. Es wäre für alle Beteiligten einfacher gewesen, wenn die WM als Pflichttermin offiziell im Terminkalender aufgenommen gewesen wäre. Dann wären die Vereine zwar nicht glücklich gewesen, aber im Endeffekt wissen sie auch, dass eine WM für die Entwicklung der jungen Spieler ein Meilenstein ist", sagte Sammer: "Bei so einer WM findet etwas in der Seele der Spieler statt, sie werden erfolgshungrig. Ein Cristiano Ronaldo oder ein Lionel Messi haben ebenfalls diese Turniere gespielt."

"Nie wieder so viele Absagen"

Das deutsche Team habe sich unter diesen Voraussetzungen "hervorragend präsentiert". Es sei aber falsch und eine große Gefahr, mit dem Ergebnis zufrieden zu sein, sagte der DFB-Sportdirektor. Den Bundesliga-Klubs mache er zwar keinen Vorwurf, ihre Spieler nicht abgestellt zu haben, eine so große Anzahl von Absagen dürfe es aber "nie wieder geben", meinte Sammer: "Die Klubs sollten sehen, dass diese Jungs bei guter Entwicklung noch 500 Bundesligaspiele und 100 Champions-League-Spiele machen werden. Ob sie aber noch einmal eine Weltmeisterschaft spielen werden, weiß man nicht. Für deren Entwicklung wäre eine Abstellung sicher besser gewesen als die zwei, drei Bundesligaspiele, die sie in dieser Zeit gemacht haben."

© SID

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