Fußball WM
"Schewa" mit Ukraine zum Siegen verdammt

Für die Ukraine gilt bereits heute schon der Wahlspruch "Alles oder nichts". Nach der 0:4-Auftaktpleite gegen Spanien muss der WM-Neuling im zweiten Spiel gegen Saudi-Arabien (18.00 Uhr) unbedingt gewinnen.

Die Vorzeichen stehen äußerst ungünstig: Für Superstar Andrej Schewtschenko und die Nationalmannschaft der Ukraine droht die WM zum großen Reinfall zu werden. Sollte der von Franz Beckenbauer zum "Geheimfavoriten" gekürte WM-Neuling sein zweites Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien heute in Hamburg (18.00 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) ebenfalls verlieren, wäre das frühe Aus besiegelt.

"Wenn wir uns endlich als Team präsentieren und den Kampf annehmen, haben wir eine Chance aufs Weiterkommen", glaubt Schewtschenko. Doch ein wenig klingen die Worte des Superstars wie Durchhalteparolen. Das Selbstbewusstsein hat Schaden genommen. Das 0:4 zum Auftakt gegen Spanien wirkte wie ein Schock. "Die ganze Mannschaft hat versagt, ich natürlich auch", weiß"Schewa".

Bislang nahm der Ausnahme-Stürmer alle Karrierehürden mit Leichtigkeit. Mit 18 Jahren debütierte er in der Liga. Mit 21 erzielte er in der Champions League seinen ersten Hattrick. Für seine erste WM-Teilnahme musste "Schewa" allerdings 29 Jahre alt werden. "Ein Traum geht in Erfüllung", hatte er gesagt. Sollte der WM-Traum 2006 in der Vorrunde platzen, dürfte er in der WM-Historie eine Fußnote bleiben. Ob sich die Ukraine in vier Jahren mit einem 33 Jahre alten Schewtschenko qualifiziert, bleibt fraglich.

Knieverletzung noch spürbar

Immer noch plagen Schewtschenko die Folgen seiner Knieverletzung. "Meine Kondition ist noch nicht bei 100 Prozent", erklärte der "Liebling der Milliarde", dessen Künste sich Roman Abramowitsch, Öl-Milliardär und Präsident des englischen Meisters FC Chelsea, 65 Mill. Euro kosten ließ. Gerüchte, er würde sich in Deutschland für die Aufgabe in London schonen, wies Schewtschenko entschieden zurück.

"Ich brauche Spielpraxis", forderte Schewtschenko, doch sein Trainer Oleg Blochin scheint das anders zu sehen: "Es ist noch nicht entschieden, ob er von Beginn an spielt." Den Coach plagen Sorgen in der Abwehr. Fraglich ist, wer den Platz für den rot-gesperrten Innenverteidger Wladislaw Waschtschuk einnimmt. Oleg Gusew ist am Knie verletzt. U21-Spieler Dmytro Tschirgrynski fehlt wegen einer Oberschenkelverletzung.

Im Sturm hofft Andrej Woronin von Bayer Leverkusen auf seinen Einsatz: "Unsere Chancen aufs Weiterkommen liegen bei 50 Prozent." Der Bundesliga-Spieler wollte keine Entschuldigungen gelten lassen. Auch nicht das Quaken der Frösche im Potsdamer Quartier, das angeblich die Ruhe der Ukrainer stört. "Das ist alles Quark", so Woronin. Auch Schewtschenko wiegelte ab: "Die Idee, dass Frösche unseren Schlaf stören, ist absurd."

Ebenfalls nicht bestätigen wollte die Pressestelle der Ukrainer die nächtlichen Ausflüge von Oleg Gussew und Wladimir Jeserski. Die Spieler sollen sich angeblich mit ihren Ehefrauen in einer Bar vergnügt haben. Verbands-Präsidnet Grigori Surkis drohte zunächst mit Rauswurf, nahm die Akteure dann aber in Schutz: "Man muss Geduld mit ihnen haben."

Gegner Saudi-Arabien, nach dem Remis gegen Tunesien ebenfalls unter Erfolgsdruck, gab sich bereits angriffslustig. Trainer Marcos Paqueta hatte die Ukraine nach deren 0:4 als "schwache Mannschaft" bezeichnet. Zwei Tage vor der Begegnung ruderte der Brasilianer zurück: "Die Ukraine ein schwaches Team? Das habe ich nie behauptet. Sie sind sehr stark."

© SID

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