Fußball WM
Schweden und Paraguay im Duell der Nerven

Nur ein Sieg hilft den beiden Kontrahenten weiter: Der Sieger des Duells zwischen Paraguay und Schweden heute Abend (21 Uhr) in Berlin darf vom Achtelfinale träumen, das für den Verlierer in weite Ferne rückt.

Vor dem direkten Duell im Kampf gegen das vorzeitige WM-Aus ist bei den Mannschaften aus Schweden und Paraguay die Anspannung deutlich zu spüren. Eine Niederlage kann sich keines der beiden Teams heute (21.00 Uhr) in Berlin erlauben, selbst ein Unentschieden birgt für beide die Gefahr des frühen Scheiterns.

"Mit einem Sieg würden wir einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen", weiß Schwedens Coach Lars Lagerbäck und lässt keinen Zweifel an der offensiven Ausrichtung seiner Mannschaft: "Ich gehe davon aus, dass wir mehr Entfaltungsräume als gegen Trinidad und Tobago erhalten. Die wollen wir nutzen."

Die Hoffnungen der Skandinavier ruhen auf ihrem "magischen Dreieck" mit den Stürmerstars Henrik Larsson (FC Barcelona) und Zlatan Ibrahimovic (Juventus Turin) sowie dem offensiven Linksaußen Fredrik Ljungberg (Arsenal London). Das Trio schoss allein 20 der 30 schwedischen Tore in der WM-Qualifikation, leidet allerdings seither unter Ladehemmung. In den sechs Spielen dieses Jahres gelangen der "Tre Kronor"-Auswahl nur zwei magere Treffer und noch nicht ein Sieg.

Probleme mit dem Toreschießen

Gegner wie Jordanien (0:0), Chile (1:1) und zuletzt Trinidad und Tobago (0:0) brachten den Favoriten jeweils zur Verzweiflung. "Wir brauchen einfach ein Tor, damit der Knoten endlich platzt", sagt Ibrahimovic, der in 39 Länderspielen schon 18 Mal erfolgreich war. Doch wie seinem Sturmpartner Larsson fehlte dem "Juve"-Star zuletzt die Durchschlagskraft: "Die vielen Spiele in Meisterschaft und Champions League waren eine hohe Belastung. Ich gebe in jedem Spiel mein Bestes, mehr kann ich nicht tun."

Die Formkrise der Stürmer ist nicht die einzige Sorge, mit der sich Trainer Lagerbäck derzeit herumschlagen muss. Zuletzt sorgte ein Streit zwischen Ljungberg und Mannschaftskapitän Olof Mellberg für Verstimmung. Der Coach reagierte entsprechend gereizt und blockte alle Fragen zu dem Thema mit knappen Worten ab.

Eklat beim Training der Südamerikaner

Nicht viel besser war die Stimmung im Lager von Paraguay nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen England. Zu einem Eklat kam es beim Training am Montag, als auf Wunsch der Spieler schwedische Medien durch Sicherheitskräfte vom Übungsgelände ferngehalten wurden. Ein angeblich unwahrer Bericht in einer Stockholmer Boulevard-Zeitung wurde als Begründung für die Aussperrung angeführt. Auch nach der letzten Trainingseinheit am Dienstagabend in Oberhaching wurden ein schwedisches Kamerateam und zwei deutsche Journalisten aus der Mixed-Zone ausgeschlossen.

Wer die Trainingseinheiten erlebte, konnte sich ein Bild von der Entschlossenheit der Südamerikaner machen, die gegen Schweden wohl offensiver als zuletzt gegen England agieren wollen. "Wir Stürmer brauchen mehr Unterstützung", mahnte Bundesliga-Legionär Nelson Valdez, der außerdem verriet, dass man im zweiten Spiel auf die Raute statt einer Viererkette im Mittelfeld bauen werde: "Klar ist, dass wir auf Sieg spielen müssen", so Valdez.

© SID

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