Fußball WM
Spitzenspiel in Brasilien

Brasiliens Coach Carlos Dunga will beim Qualifikationsspiel gegen Paraguay einen wichtigen Schritt zur WM 2010 machen. Diego Maradona hat es dagegen in Argentinien weiter schwer.

Wachsende Zuversicht mit Dunga, schwindendes Vertrauen in Diego Maradona: Der fünftletzte Spieltag in der südamerikanischen WM-Qualifikation bringt heute mit dem Gipfel zwischen den punktgleich Führenden Brasilien und Paraguay sowie dem nächsten Andenaufstieg der jüngst in der Höhe Boliviens blamierten Argentinier in Ecuador für die ins Trainerfach gewechselten Ex-Weltmeister neue Bewährungsproben.

Seit dem 4:0 am Samstag in Uruguay sonnt sich Dunga mit der Selecao an der Spitze der Eliminatorias. "Je schneller wir uns qualifizieren, umso besser", sagte der Weltmeister-Kapitän von 1994, dem mit einem Sieg gegen den am Wochenende abgelösten Spitzenreiter das Südafrika-Ticket wohl nicht mehr zu nehmen ist.

Der Kurs Richtung Kap der Guten Hoffnung stimmt auch bei den Argentiniern, doch das mühevolle 1:0 über Kolumbien brachte gegenüber dem 1:6-Debakel in La Paz nur vom Ergebnis her Fortschritte. Die Kritik an Maradona wächst, die Tageszeitung La Nacion schreibt gar von "einer Folge strategischer Fehler". Ungeachtet dessen will "El Diez" auf 2 850 Meter Höhe in Quito seine Stars schonen und zahlreiche Wechsel im Team riskieren.

Schließlich wurde auch die Arbeit Dungas in Brasilien stets kritisch beäugt; trotz teils respektabler Resultate seit seinem Amtsantritt im September 2006, trotz des Copa-America-Sieges 2007. Ein Rauswurf schien nur eine Frage der Zeit. Dann kam das 6:2 im vergangenen November gegen Portugal, ein 2:0 gegen Weltmeister Italien und der Gipfelsturm in der WM-Qualifikation.

Dunga hat die Mannschaft umgekrempelt

"Als ich das Amt übernahm, verlangte der Verbandspräsident wörtlich, auf der ganzen Welt nach Spielern zu schürfen", erklärte Dunga, der heute gerade einmal sechs Spielern aus dem WM-Kader 2006 das Vertrauen gibt. Statt Ronaldo, Adriano oder Ronaldinho, die allesamt gerne nach Südafrika reisen würden, tauchen jetzt international eher unbeschriebene Namen wie Elano, Felipe Melo oder Luis Fabiano auf.

Die Zeit der Individualisten ist abgelaufen, Ausgeglichenheit in allen Mannschaftsteilen ist das Ziel von des 45-jährigen Dunga. Nicht von ungefähr hat Brasilien mit 23 Toren den besten Angriff und stellt mit nur fünf Gegentoren auch mit Abstand die stärkste Abwehr. Verloren wurde dennoch schon einmal: mit 0:2 im Hinspiel in Paraguay.

Die Albirrojas, die sich schon sicher bei der WM wähnten, müssen dagegen nach nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen ihren Hurra-Stil überdenken. Während Brasilien auf die Bundesliga-Legionäre Lucio (Bayern München) und Josue (VfL Wolfsburg) zurückgreifen kann, pausiert bei Paraguay der Dortmunder Nelson Valdez gelbgesperrt. Zudem ist Trainer Gerardo Martini nach einer Schiedsrichter-Beleidigung weiter zum Zuschauen verdammt.

Maradona schont Stars

Bei Argentinien stand der Münchner Martin Demichelis wie Superstar Lionel Messi und Gabriel Heinze sowie sieben weitere Akteure aus der Anfangself gegen Kolumbien beim Trainingsspiel am Montag außen vor. Das genannte Trio dürfte wegen einer drohenden Gelbsperre mit Blick auf den kommenden Klassiker Anfang September gegen Brasilien auf jeden Fall geschont werden.

Zwischen dem Dreigestirn Brasilien, Paraguay (beide 24 Punkte) und Argentinien (22) kristallisiert sich Chile (23) als ernst zu nehmender Anwärter auf eines der vier WM-Direkttickets heraus. Vor dem Heimauftritt gegen Bolivien (12) ist nur einer unglücklich. "Ich weiß nicht, was ich machen soll, um zur Startelf zu gehören", klagte der zuletzt von Nationaltrainer Marcelo Bielsa nicht eingesetzte Arturo Vidal (Bayer Leverkusen).

Mit fünf Punkten Abstand auf die direkten Qualifikationsplätze folgen Uruguay (17), das beim nur einen Zähler schlechter dastehenden Außenseiter Venezuela antritt, und Ecuador. Dieses Trio kämpft derzeit um den fünften Rang, der zur Relegation gegen einen Concacaf-Vertreter berechtigt. Darauf schielt auch Kolumbien (14) gegen das abgeschlagene Schlusslicht Peru (7).

© SID

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